Mein Reizdarm/Reizmagen - Was mir hilft (+meine Leidensgeschichte)

Re: Mein Reizdarm/Reizmagen - Was mir hilft (+meine Leidensgeschichte)

Edit: Ich habe vergessen zu erwähnen, dass meine Ärzte sehr gründlich getestet haben (ich bin privatversichert ... natürlich haben sie das sehr gerne gemacht). Ich habe KEINE Allergien, keine Magenschleimhautentzündung, Gallensteine, vergrößerten Organe etc. Die Ursache war wirklich unauffindbar und das ist sie bis heute. Müsste ich raten, würde ich schätzen, dass Leaky-Gut sehr gut passt, obwohl die Schulmedizin da immer noch nicht dran glaubt.

  • Beitrag vom 11.02.2019 - 12:21

  • Autor:

    Swimfan741

Mein Reizdarm/Reizmagen - Was mir hilft (+meine Leidensgeschichte)

Hallo ihr Lieben!

Mit dieser Geschichte löse ich ein Versprechen vor mir selbst ein, dass ich meine Lage für andere Betroffene niederschreibe, sollten sich meine Symptome für über 3+ Monate schlagartig verbessern. Bitte glaubt nicht, dass ich meine Methode für universell richtig halte, ich glaube aber, dass Leute mit einer so unspezifischen Diagnose wie "Reizmagen" und "Reizdarm" auch von positiven Erfahrungen lesen müssen - was man davon probiert, das liegt an jedem selbst. Und bitte ganz wichtig: In meinem Bericht werden Ärzte als eher "unfähig" rüberkommen. Das heißt nicht, dass ich Ärzte generell als nutzlos bezeichne, sie waren nur in meinem Fall völlig unbrauchbar. Lasst trotzdem gefährliche Krankheiten testen! Mein Reizmagen/darm wurde gründlich getestet und ist Ursache einer unspezifischen Problematik (wie das vielleicht einige kennen werden).
Nun denn ...

1.Meine Geschichte - oder - wie ich meinen Körper hassen lernte

Meine Problematik beginnt vor 3 1/2 Jahren (mit 24 Jahren). Stellt euch mich als "normal" gebauten Typen vor, der einen Hang zu Schokolade hat aber auch Sport treibt und sich bewegt ... eben eher ... "normal". Eines Nachts bin ich aufgewacht und hatte fürcherlichen Durchfall. Ich habe mir dabei nichts gedacht, weil ich mit Kindern mit Förderbedarf arbeite und wenn einer was hat, dann geht das in unserer Schule rum wie ein Lauffeuer. Ich habe mich also mehrere Tage geschont (d.h. Schonkost gegessen: Bananen/Kartoffeln usw.). Das erste Warnsignal im Rückblick war, dass es nicht besser wurde, sondern schlimmer. Dann wurde mein Durchfall zur Verstopfung und meine Bauchschmerzen nach jedem Essen kamen dazu.
Ein halbes Jahr vorwärts und ich hatte das Problem immer noch (jeden Tag entweder Verstopfung oder Durchfall) und bin zum Gastroenterologen gegangen. Ich bekam einige Tests und dann eine Darmspiegelung. Ergebnis des Aufwands: Der Darm ist völlig in Ordnung, mein Calprotectinspiegel liegt nach mehrfacher Testung konstant um 120 (70 rum ist wohl normal und 1000 hat man angeblich mit Krankheiten wie Morbus Crohn).
Zu dem Zeitpunkt fühlte ich mich schon gar nicht mehr wohl. Meine Ernährung hatte ich bis dahin nicht umgestellt - ich hatte lediglich eine Menge probiert und nichts half wirklich. Dann wurde meine Verstopfung plötzlich dauerhafter Durchfall und das an jedem morgen. Dazu kam Übelkeit (morgendlich) aber kein Erbrechen.
Nochmal vorwärts um ein Jahr und ich bekomme eine Magenspiegelung von einer anderen Dermatologin, nachdem Aufstoßen zu meinen Beschwerden kam. Ergebnis war Heliobacter, der erfolgreich behandelt wird (eine spätere Prüfung nach Monaten ergab, dass er tatsächlich erfolgreich begandelt wurde). Leider hielten meine Beschwerden dauerhaft an. An dem Zeitpunkt wurde mir immer wieder gesagt, dass ich "echt abgenommen" hätte, müde aussähe - kein Wunder, ich schlief schlecht, ich hatte jeden morgen Angst vorm Gang zur Toilette und war anfällig für jede Krankheit (klar, ich setzte jeden Tag meine Vitamine/Nährstoffe etc. vom Vortag in Form von Durchfall um).
Ich erspare, was danach kam aber trotz mehrfacher Arztbesuche war das Ergebnis immer gleich schlecht/nichtssagend. Ich schaltete sogar eine Heilprktikerin ein und bekam Mittel, die alles schlimmer machten.
Letzten Sommer hatte ich dann den totalen Absturz: Ich ernährte mich eine Woche sehr grün und gesund. Erst verbesserte sich meine Verdauung (YIPPIH!), dann bekam ich über Tage die Magenschmerzen und Blähungen meines Lebens und aß wieder normal (was alles auf "normal schlecht") zurücksetzte.
Bis Herbst hatte ich als Fazit von 3 1/2 Jahren folgende Symptome:
- Aufstoßen
- Blähungen
- Durchfall
- Magenschmerzen (nach jedem Essen, manchmal auch so)
- Gelenkschmerzen
- Seboherrisches Ekzem im Gesicht/schuppende und juckende Kopfhaut
- Müdigkeit (und dadurch schlechte Konzentration)

2. Was die Besserung brachte

So, ich bin also ziemlich verzweifelt, weil alle meine Eigenexperimente fehlgeschlagen sind. Letzten Winter startete ich dann einen letzten Versuch in Sachen Eigentherapie und kaufte mir Bücher wie "Darm mit Charme" und las mich durch alles, was mit Reizdarm zu tun hatte. Ich erspare euch, wie ich am Ende darauf kam aber ich fing an, mich einer "Leaky-Gut" Ernährung anzugleichen.

Folgendes habe ich umgestellt:
- Hauptsächlich Gemüse (dampfgegart) oder Salat
- Wenige Kohlenhydrate (und wenn Kartoffeln, Reis und Süßkartoffeln)
- Viel weniger Gluten
- Kaum Zucker (auch in Form von Früchten)
- Wenige Milchprodukte
- Sehr viele frische Kräuter auf alles
- Weniger Fett (wenn gesundes Rapsöl, sehr gutes Olivenöl auf Salat)
- Fleisch nur 1-2 mal die Woche, viel Fisch (vom Markt)

UND JETZT MEINE PERSÖNLICHER SIEGER:
Probiotika (gute Bakterienstämme etc.), die von Präbiotika (dem ganzen Grünzeug) ernährt werden. Am Tag esse ich entweder a) Frisches fementiertes Sauerkraut b) Trinke ich ein bisschen Apfelessig mit viel Wasser c) Eingelegt Salz-Dill Gurken in Gärlake usw.

Folgendes hat sich verbessert:
- Aufstoßen (viel weniger)
- Blähungen (viel weniger)
- Durchfall (gar nicht mehr/höchstens weicher Stuhl)
- Magenschmerzen (gar nicht mehr)
- Gelenkschmerzen (weniger)
- Seboherrisches Ekzem im Gesicht/schuppende und juckende Kopfhaut (besser)
- Müdigkeit (weg)

Viele von diesen Symptomen bedingen sich natürlich und das sollte jedem bewusst sein. Einer meiner Hauptübeltäter wird der Stress gewesen sein, den ich hatte, weil ich wenig schlafen konnte und ständig schlecht gelaunt war. Ich hab meinen Darm scheinbar verlangsamt, woraufhin jetzt Inhaltsstoffe besser aufgenommen werden (was vieeele Sachen wie Krankheitsanfälligkeiten und Gelenkprobleme erklärt).

Mein Tipp an euch ist im Endeffekt dran bleiben. Bei mir hat eine Ernährungsumstellung absolut geholfen. Mittlerweile treue ich mich sogar wieder 1-2 mal in der Woche Sachen zu essen, die nicht in meinen Plan passen (z.B. selbstgemachte Burger, Nudeln mit Soße etc.). Dann merke ich manchmal, dass ich wieder mehr Blähungen habe, ernähre mich 1-2 Tagen umso grüner und meistens ist es dann wieder weg. Testet, experimentiert und vor allem: Verzweifelt nicht! Das bringt euch nur noch mehr Stress und setzt einen Teufelskreislauf in Gang!

Liebe Grüße und euch allen viel Erfolg!

  • Beitrag vom 11.02.2019 - 12:10

  • Autor:

    Swimfan741