Allergien: Symptome und Ursachen

Frau mit Allergie © istockphoto, mkrberlin

Die Palette der möglichen Allergien ist riesig – ob Pollen, Gräser, Tierhaare, Lebensmittel, Kosmetika, Medikamente oder Duftstoffe: Wenn das Immunsystem gegen diese eigentlich harmlosen Umweltstoffe losschlägt, kann es zu vielerlei Beschwerden kommen: Die Augen brennen, die Nase läuft und juckt, schwere Allergiker haben sogar Probleme beim Atmen. Um die Symptome einer Allergie zu mildern, helfen oft nur Verzicht und Verhaltensänderungen. Bei bestimmten Allergien kann aber auch eine Hyposensibilisierung zu einer Linderung der Beschwerden führen.

Ablauf einer allergischen Reaktion

Wenn das Immunsystem bei Kontakt mit normalerweise harmlosen Substanzen überreagiert, indem es diese als Feinde ansieht und daraufhin Antikörper bildet, kommt es beim nächsten Kontakt mit diesem Stoff zu einer allergischen Reaktion. Dabei sorgen Antikörper wie Immunglobulin E dafür, dass körpereigene Abwehrzellen aggressive Entzündungsstoffe freisetzen. Histamin und andere Botenstoffe führen dann zu Schwellung, Juckreiz und erweiterten Blutgefäßen. Diese Reaktion kann örtlich begrenzt sein oder sich auf den ganzen Körper auswirken – je nachdem, ob Nase, Haut, Bronchien oder das Kreislaufsystem betroffen sind.

Neben der Reaktion über Antikörper, die oft schon Minuten nach einem Kontakt mit der "feindlichen" Substanz (dem Allergen) auftritt, hat das Immunsystem auch die Möglichkeit, bestimmte Zellen (T-Zellen) auf Substanzen reagieren zu lassen – so laufen Kontaktallergien ab. Hier tritt die Reaktion oft erst nach Stunden oder Tagen auf.

Ursachen einer Allergie

Warum das Immunsystem plötzlich allergisch reagiert, ist noch immer unbekannt. Allergien nehmen weltweit zu - es wird spekuliert, ob neben erblichen Einflüssen die zunehmende Umweltverschmutzung oder der zu geringe Keimkontakt im Kindesalter verantwortlich sind. Insgesamt sind über 20000 allergieauslösende Stoffe bekannt: Man kann sie inhalieren, sie mit der Nahrung oder als Medikament zu sich nehmen und über die Haut Kontakt zu ihnen haben - auch unfreiwillig wie bei einem Wespenstich.

Von der allergischen Reaktion abgegrenzt wird die Pseudoallergie, die zwar ähnliche Symptome wie eine Allergie zeigt, aber bereits beim ersten Kontakt mit einer Substanz auftritt - ohne dass der Körper Antikörper bildet. So reagieren Menschen gegen Salizylate (auch gegen ASS) häufig pseudoallergisch. Bei Kreuzallergien hingegen reagiert der Körper auf Stoffe, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der Substanz haben, auf die er Antikörper gebildet hat – so reagieren Menschen mit einer Birkenpollenallergie oft auf Äpfel oder Nüsse.

Typische Symptome bei Allergien

Eine Allergie kann mit einer Vielzahl an Symptomen einhergehen: Schwellungen, Juckreiz und erweiterte Blutgefäße führen an den Augen zu einer Rötung und Bindehautentzündung. An der Nase kann es zu Schnupfen und einer geschwollenen Nasenschleimhaut, die die Atmung behindert, kommen. Wenn die Lunge mit reagiert, entsteht Asthma: In den angespannten, zugeschwollenen Bronchien bildet sich zäher Schleim, der nur schlecht abgehustet werden kann. Dazu kommt das typische, brummend-giemende Asthma-Atemgeräusch.

Die Haut von Allergikern juckt und spannt häufig, sie ist außerdem trocken und rot: Im Bereich dieser Ekzeme verändert sich das Hautbild von zart zu grob (besonders stark bei Neurodermitis). Zudem sind Verdauungsprobleme mit Durchfall, Blähungen, Verstopfung oder Völlegefühl im Bereich des Gastrointestinaltrakts möglich. Darüber hinaus kann die Erweiterung der Blutgefäße zu ernsthaften Kreislaufproblemen führen – wenn das Blut bei einer im gesamten Körper ablaufenden Reaktion quasi "versackt", kommt es zu Herz-Kreislauf-Versagen. Diese lebensbedrohliche Situation nennt man anaphylaktischen Schock, sie tritt oft bei Insektengiftallergien oder nach intravenöser Gabe bestimmter Arzneimittel auf.

Allergien: Diagnose

Anamnese (Krankheitsgeschichte erfragen): Alle Beschwerden können durch gezieltes Fragen weiter eingegrenzt werden – trotzdem bleibt Allergiediagnostik oft Detektivarbeit. So kann eine allmorgendlich verstopfte Nase auf eine Hausstauballergie hinweisen und auch Haustiere können für so manche Allergie verantwortlich gemacht werden.

In verschiedenen Hauttests werden die unterschiedlichsten Substanzen getestet - Rötung, Juckreiz und eine Schwellung zeigen an, dass das Immunsystem wirklich auf die Substanz reagiert. Leider sind die Hauttests nicht immer zuverlässig.

Blutuntersuchung: Die Konzentration von Immunglobulin E im Blut zeigt an, ob überhaupt eine Allergie vorliegt (RIST-Test), die teurere RAST-Untersuchung bestätigt eine Allergie gegen einen bestimmten Stoff, wenn vorher der Hauttest auffällig war. Bei einem Provokationstest wird der Betroffene absichtlich mit dem möglicherweise allergieauslösenden Stoff konfrontiert – wegen der Gefahr einer heftigen Reaktion (dem anaphylaktischen Schock) wird das nur selten und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt.

Aktualisiert: 02.11.2011 – Autor: Nathalie Blanck

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