Berufsdermatosen

Berufsdermatosen sind bei Malern häufig © rawpixel

Wenn die Haut durch die eigene Arbeit krank wird: Unbestritten verbucht die Berufsdermatose einen vorderen Platz unter allen berufsbedingten Krankheiten. Was genau ist eine Berufsdermatose? Viele Berufe stellen für die Haut eine große Belastung dar, ständiger Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen lässt sich oftmals kaum vermeiden. Gerötete und trockene Haut an den Fingern und den Händen können die Folge sein. Im schlimmsten Fall kommt etwa nur noch eine Berufsaufgabe in Betracht. Doch soweit muss es nicht kommen. Mit einer frühzeitigen Prävention und Schutzprogrammen können Sie Ihre Haut retten.

Symptome von Berufsdermatosen

Die ersten Anzeichen einer Berufsdermatose zeigen sich oftmals plötzlich und in manchen Fällen nicht unmittelbar nach Erstkontakt mit dem Allergieauslöser, sondern erst nach einigen Wochen oder sogar Jahren.

In der Regel sind Finger und Hände zuerst betroffen, die Beschwerden können sich aber auch auf die Arme und weiter ausbreiten. Zu den möglichen Symptomen einer Berufsdermatose gehören:

  • heftiges Jucken
  • trockene, raue oder schuppige Haut
  • Spannungsfühl und Brennen bis hin zu Schmerzen
  • Rötungen
  • Bildung von Bläschen und Pusteln
  • Risse und Aufplatzen der betroffenen Hautstellen

Verdacht auf Allergie am Arbeitsplatz

Viele Betroffene erkennen die Symptome zunächst nicht als Anzeichen einer Dermatitis und ignorieren sie zunächst. Doch langfristig können sich aus den Hautirritationen allergische Kontaktekzeme entwickeln, die schließlich eine Aufgabe des Berufes erfordern können.

Deshalb ist es ratsam, bei Verdacht auf eine Reaktion der Haut auf sogenannte "Berufsstoffe" zügig einen Dermatologen aufzusuchen. Dieser kann die Beschwerden behandeln und einen Allergietest durchführen. So lässt sich eine gesicherte Diagnose stellen, ob es sich um eine allergische Reaktion handelt und wenn ja, auf welchen Stoff.

Berufsdermatosen: Wenn die Haut Alarm auslöst

​Der Auslöser einer Berufsdermatose ist in der Funktion der Haut zu suchen: Die Haut ist unser größtes Organ und soll uns vor äußeren Einflüssen schützen. Doch wenn wir unsere Haut permanent mit Schadstoffen belasten, wird es der Haut zu viel. Mögliche Folge sind:

  • ein irritatives Hautekzem: Schädigung der natürlichen Hautbarriere durch längeren Kontakt mit Wasser, chemischen Substanzen, Reinigungsmitteln oder Lösungsmitteln; meist begrenzt auf die Hautstellen mit direktem Kontakt zu dem Schadstoff
  • ein allergisches Kontaktekzem: Kontaktallergie mit Beschwerden, die an verschiedensten Körperstellen auftreten können

Eine Dermatitis, also ein chronisches Hautekzem, ist im Grunde eine Beschwerde der Haut – sie schlägt Alarm. Diese Alarmzeichen sollten unbedingt beachtet werden.

Je früher die Haut vor schädlichen Einflüssen geschützt und ausreichend gepflegt wird, desto besser stehen die Chancen, das Hautproblem in den Griff zu bekommen. Wer die ersten Anzeichen der Haut ignoriert, kann seiner eigenen Gesundheit schaden.

Behandlung und Vorbeugung von Berufsdermatosen

Zur schnellen Abhilfe der Beschwerden verordnete der Dermatologe in der Regel Kortison, das eine stark entzündungshemmende Wirkungen besitzt. Allerdings stellt Kortison nur eine vorübergehende Lösung dar. 

Langfristig dienen der Haut:

  • Schutzmaßnahmen für die Haut (zum Beispiel Schutzhandschuhe)
  • konsequente Pflege mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Stoffen
  • das Benutzen von Hilfsmitteln
  • das Einhalten von Schutzvorschriften

Wann tritt eine Berufsdermatose auf?

Von Berufsdermatosen sind vor allem Menschen in Berufen betroffen, die regelmäßig mit allergieauslösenden Stoffen in Kontakt kommen. Dazu gehören beispielsweise Friseure, die täglich mit Wasser, Shampoos und Färbemitteln arbeiten. Auch bei Reinigungskräften, Gärtnern, Köchen, Bauarbeitern sowie in Heil- und Pflegeberufen treten Berufsdermatosen häufiger auf.

Für viele Jugendliche platzt der Traumberuf aufgrund von einer Allergie oder einer Dermatitis innerhalb der ersten Wochen. Doch die Gefahr, an einer Berufsdermatose zu erkranken, besteht nicht nur bei Erstkontakt. Ebenfalls sehr häufig tritt eine Allergie oder eine Dermatitis erst nach langjährigem Kontakt mit den allergieauslösenden Substanzen, wie etwa Lebensmitteln, Nickel, Klebestoffe, Desinfektionsmittel und weiteren Stoffen, auf.

Aktualisiert: 20.07.2017 – Autor: Sabrina Haas; überarbeitet: Silke Hamann

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?