Kosmetika-Allergie

Kosmetik-Allergie © DanielReche

Jeder Mensch - egal ob Mann oder Frau - möchte gut aussehen. Kosmetika sind schon seit vielen Tausend Jahren unsere kleinen Helfer, um dem Äußeren im Zweifelsfall auf die Sprünge zu helfen. Schon Kleopatra badete in Eselsmilch, um eine makellose, weiche Haut zu erhalten. Ihre Augen schminkte sie mit Kohlestiften. Heutzutage sollen Kosmetika ebenfalls pflegen und die natürliche Schönheit unterstützen. Fatal, dass immer noch viele Produkte mit Allergie auslösenden Stoffen behaftet sind. Die Zusammensetzung ist also der Schlüssel zu gut verträglichen Kosmetikartikeln.

Allergie vom Spättyp

Wer auf Kosmetik-Inhaltstoffe mit Unverträglichkeit reagiert, kann niemand voraussagen. Oft ist es auch gar nicht so leicht herauszufinden, welches Produkt der Auslöser für die Hautreaktion war. Denn meistens treten die Symptome wie Hautrötung und Schwellungen, manchmal auch Juckreiz erst Stunden später auf, nachdem das Produkt angewendet wurde. Mediziner sprechen von einer "Allergie vom Spättyp".

Je nachdem wie stark die Allergie ausgeprägt ist, können sehr empfindliche Frauen sogar mit Schwellungen im Gesicht reagieren, wenn Ihr Mann das "falsche" Rasierwasser benutzt hat und seiner Frau ein Küßchen auf die Wange gibt.

Bei Allergien reagiert der Körper auf einen eigentlich harmlosen Stoff, als würde es sich um einen gefährlichen Gegner handeln: Bei Kontaktallergien wird an den Stellen, die mit dem Allergie auslösenden Stoff (Allergen) in Berührung kommen die Haut stärker durchblutet und schwillt an, Abwehrzellen gehen in Alarmposition und es kommt zu Juckreiz.

Duftneutral ist nicht Duftstofffrei!

Die häufigsten Allergene in Kosmetika sind Duftstoffe und Konservierungsmittel. Auch einige UV-Filter, wie sie gerne in Tagescremes eingesetzt werden, sind wissenschaftlich belegte Allergieauslöser. Wer unter einer solchen Allergie leidet, hat oft immense Schwierigkeiten, überhaupt eine Pflegeserie zu finden, die allen Ansprüchen gerecht wird.

Viele Produkte werben mit Schlagwörtern wie "Allergie-gestestet" oder "duftneutral". Auf solche Angaben sollte sich der Verbraucher aber nicht blind verlassen: Denn "duftneutral" bedeutet lediglich, dass das Produkt keinen starken Eigengeruch hat. Duft- und Parfümstoffe können dennoch zugesetzt sein, um den oft eigenwilligen Geruch des puren Produkts zu überdecken.

Vorsicht ist auch bei Produkten geboten, die mit ihrem guten Abschneiden bei Stiftung Warentest oder Ökotest werben, denn auch diese Gütesiegel bürgen nicht für Allergenfreiheit: Beispielsweise wurden in einem Test für Gesichtscremes auch solche von Ökotest mit "gut" bewertet, die Allergie auslösende Duftstoffe enthalten.

Der Hauttest bringt Gewissheit

Ob wirklich eine Allergie gegen Kosmetika vorliegt, kann der Hautarzt mit einem Allergietest feststellen. Hierbei wird dem Patienten ein Pflaster auf den Rücken geklebt, das auf der Klebeseite mit kleinen Näpfchen versehen ist. In diesen Näpfchen befindet sich jeweils ein bestimmter Stoff (zum Beispiel der Duftstoffmix).

Weil hierbei nach Allergien vom Spättyp gesucht wird, muss das Pflaster über ein bis zwei Tage auf der Haut verbleiben. Anschließend kann der Arzt an der Reaktion der Haut punktgenau ablesen, auf welche Substanz der Patient allergisch reagiert. Bei diesen Kontaktallergien liegen Duft- und Konservierungsstoffe (vor allem Parabene) auf den vordersten Plätzen.

Dem Allergen aus dem Weg gehen

Die Behandlung solcher Allergien ist schwierig. Am besten ist es, wenn der Stoff, auf den der Körper übermäßig reagiert, aus dem Umfeld des Allergiepatienten verschwindet. Erste Hinweise darauf, was ein Pflegeprodukt enthält, bietet die Liste der Inhaltstoffe. Konservierungsstoffe und UV-Filter sind hier leicht auszumachen.

Für Duftstoffallergiker ist es schon schwieriger herauszufinden, ob ein Produkt vertragen wird. Denn die Palette der Duftzusätze ist groß, und meistens werden riechende Zusätze einfach unter dem Wort "Parfum" oder "Fragrance" angegeben. Wer ganz sicher gehen will, nimmt Produkte, bei deren Herstellung völlig auf Parfümstoffe verzichtet wurde.

Selber herstellen gar nicht schwer

Eine Alternative, die jedoch Arbeit und Zeit erfordert, ist es seine Kosmetika selbst herzustellen. In Drogerieketten wie dem „Spinnrad" können die nötigen Grundstoffe und das Zubehör gekauft oder sogar im Online-Shop bestellt werden. Aus der Hobbythek-Reihe gibt es die zugehörige Literatur. Wer es schon einmal probiert hat, kann es bestätigen: Cremes und Seifen selbst herzustellen ist auch nicht schwieriger als einen Kuchen zu backen.

Aktualisiert: 31.10.2011 – Autor: Susanne E. Kaiser

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