Hühnereiweißallergie

Hühnereiweißallergie © congerdesign

Ein Nest mit bunten Eiern gehört für die meisten zu Ostern ebenso dazu wie der Hase, der sie versteckt. Für Kinder und Erwachsene mit einer Allergie gegen Hühnerei (Hühnereiweißallergie) gilt das nicht. Ihr Körper reagiert auf bestimmte Eiweißstoffe im Eiklar (seltener im Dotter) mit einer heftigen Abwehrreaktion.

Antikörper im Blut

Der Allergie auslösende Stoff - das Allergen - ist eigentlich harmlos, aber das Immunsystem des Allergikers stuft ihn als Fremdstoff ein. Es läuft auf Hochtouren, um den vermeintlichen Fremdling zu bekämpfen. Dafür nutzt es Antikörper im Blut, die Immunglobulin E (kurz IgE) heißen. IgE bildet mit Allergenen einen Komplex, der bewirkt, dass spezielle weiße Blutzellen (Mastzellen) Histamin ausschütten.

Histamin ist als Botenstoff für Rötung, Schwellung und Juckreiz verantwortlich. Deshalb führt der Genuss von Ei bei betroffenen Personen zu Übelkeit, Bauchkrämpfen, Durchfällen, Hautausschlag oder Atembeschwerden. Bei einer sehr starken allergischen Bereitschaft kann bereits nach dem Verzehr geringer Mengen des Allergens ein lebensbedrohlicher Schockzustand auftreten.

Die Allergie ist nicht bei allen Betroffenen gleich stark ausgebildet. Manche Allergiker, die kein rohes Ei (zum Beispiel im Dessert) vertragen, können es in gekochter Form problemlos essen. Andere reagieren so empfindlich, dass sie nicht nur Hühnerei, sondern auch Eier von Gänsen oder Enten meiden müssen. Im seltenen Fall kommen Kreuzallergien vor, hierbei lösen - durch die chemisch ähnliche Eiweißstruktur - auch Geflügelfleisch oder Vogelfedern eine allergische Reaktion aus.

Lebensmittelallergie

Von der Lebensmittelallergie unterscheiden sich Pseudoallergien (pseudo = griechisch: Schein), bei denen Histamin ausgeschüttet wird, ohne dass IgE beteiligt ist. Inhaltsstoffe einiger Lebensmittel und Zusätze wie Farb-, Konservierungs- oder Aromastoffe können direkt mit Mastzellen reagieren und so Histamin freisetzen. Auch der Verzehr von histaminreichen Lebensmitteln wie Käse, Fisch und Wein kann bei einigen Menschen zu allergischen Krankheitszeichen führen.

Im Gegensatz zu Allergien sind Pseudoallergien seltener und nur größere Mengen des Pseudoallergens lösen Beschwerden aus. Für alle betroffenen Personen gilt: die auslösenden Substanzen unbedingt weglassen!

Auf der Suche nach dem Ei

Das Verzichten ist beim bunten Osterei recht einfach, die Suche nach Eiern in Fertigprodukten gestaltet sich dagegen komplizierter. Da Eier als Binde-, Trieb- und Lockerungsmittel gebraucht werden, finden sie sich in Backwaren, Saucen, Mayonnaise, Eis, Creme- und Süßspeisen. Auch zum Klären von Flüssigkeiten wird Ei benutzt, so können Spuren in Brühe, Saft und Wein auftauchen. In der Zutatenliste steckt hinter Fremdprotein, tierisches Eiweiß, Lecithin, Stabilisatoren und Emulgatoren oft Hühnerei.

Auf Nummer sicher geht, wer Fertigprodukte meidet und selber kocht und backt. Häufig kommen Kuchenrezepte allerdings nicht ohne Ei aus. Hier helfen Eiersatzprodukte (meist auf Sojabasis) aus Reformhaus oder Apotheke.

Beispiele für Eiersatzprodukte:
Pro Ei - verwendet man beim Backen zwei Esslöffel Wasser, einen Esslöffel Pflanzenöl und einen halben Teelöffel Backpulver
oder
ein Ei ersetzt man durch - einen Esslöffel Vollsojamehl und zwei Esslöffel Wasser


Aktualisiert: 19.09.2012 – Autor: aid infodienst

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