Augenverletzungen vorbeugen: Tipps für Silvester

Wunderkerze an Silvester © rawpixel

Beim Silvesterfeuerwerk verunglücken jedes Jahr viele tausend Menschen in Deutschland. Besonders gefährlich sind neben Verbrennungen auch die umherfliegenden Splitter, die die Augen verletzen und sogar zu Erblindungen führen können. Vor allem Kinder, die von Feuerwerk, Kerzen und Zündhölzern oft magisch angezogen werden, zählen zu den Unfallpatienten.

Dabei lauern Gefahren nicht nur beim verbotenen Spiel mit dem Feuer. Auch ein Tennisball, der das Auge trifft, ein Fettspritzer vom Ofen, ein zurückschnellender Ast oder eine explodierende Sprudelflasche können unser empfindliches Sehorgan schwer beschädigen. Oft ist das Sehvermögen von Verletzten nicht mehr zu retten oder das betroffene Auge muss sogar entfernt werden.

Was tun bei einer Augenverletzung?

Spezialisten für Augenverletzungen raten, dass bei Verätzungen oder Verbrennungen des Auges sofort erste Hilfe geleistet werden müsse. Dafür sollte das betroffene Auge mit klarem Wasser gründlich ausgespült werden. Danach sollte man umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Die richtige und frühzeitige Therapie ist entscheidend bei der Rettung des Augenlichts.

Vor allem kleine Kinder sind beim Feuerwerk gefährdet, wenn sie zu nah an die Silvesterraketen heran laufen, mit Knallteufeln spielen oder nach Blindgängern suchen. Sand oder feine Splitter gelangen schnell ins Auge und machen sich durch Rötung, starken Tränenfluss und Schmerzen bemerkbar. Jetzt ist es ganz wichtig, das Kind daran zu hindern, die Augen zu reiben.

Bei Augenverletzung zum Fachmann

Generell ist jede Augenverletzung ein Fall für den Fachmann, denn nur er kann das Ausmaß der Verletzung richtig beurteilen und die nötige Soforthilfe leisten. "Wir sind darauf angewiesen, dass die ersten Helfer am Unfallort richtig handeln und über das Unfall-Geschehen berichten können," erklärt Prof. Guthoff.

"Zur Vorbeugung sollten Sie spitze Gegenstände, Streichhölzer, Feuerzeuge und chemische Mittel für Kinder unzugänglich aufbewahren." Auch Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht unbeaufsichtigt mit gefährlichen Silvesterraketen experimentieren.

Immer mehr Augenunfälle in der Freizeit

Verbesserte Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz haben seit Beginn der achtziger Jahre zu einem Rückgang der Augenverletzungen im Beruf geführt. Arbeitsunfälle am Auge passieren aber immer noch, wenn eine Schutzbrille nicht ordnungsgemäß getragen wird.

Dagegen ist das Unfallrisiko in der Freizeit immer noch unverändert hoch. So kann z.B. ein Tennis- oder ein Squashball, der das Auge trifft, in allen Bereichen des Sehorgans schwerwiegende und unter Umständen nicht wieder gutzumachende Schäden hervorrufen.

Mögliche Folgen einer Augenverletzung

Bei Verletzungen, die durch einen gegen das Auge prallenden Gegenstand verursacht werden, kann die Linse zum Beispiel aus ihrem Halteapparat gerissen werden oder die Regenbogenhaut kann sich lösen. Auch Netzhautschäden unterschiedlichen Ausmaßes stellen mögliche Folgen dar. Stich- und Schnittverletzungen sind eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen der Augen.

Zurückschnellende Äste, die Blätter einer Stechpalme, wenn man sich unvorsichtig bückt oder die Krallen der Hauskatze, die plötzlich vom Arm springt, können zu Rissen im Augengewebe führen. Sehr häufig sind gerade diese Verletzungen im Freizeitbereich die Ursache einer dauerhaften Sehschädigung oder auch einer vollständigen Erblindung.

Wege der Behandlung

Wenn der Augenarzt eine Perforation des Auges feststellt, muss die Verletzung schnellstens operativ versorgt werden. Um das Risiko einer Entzündung auszuschließen, sollte der Patient außerdem antibiotisch behandelt werden. Wie bei den meisten Unfällen ist auch bei Augenverletzungen die Erstbehandlung entscheidend.

Die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der Augenmedizin sind heute weit fortgeschritten, so dass auch bei schweren Verletzungen das Augenlicht bei rechtzeitiger Therapie oft gerettet werden kann. Beschädigte Augenlinsen können durch Kunststofflinsen erneuert werden, eine Hornhauttransplantation kann eine zerstörte Hornhaut ersetzen.

Aktualisiert: 21.12.2015 – Autor: BVA

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