Augenschutz - Wichtige Vorsichtsmaßnahmen

Augenverletzungen durch Feuerwerkskörper

In der Silvesternacht werden augenärztliche Notdienste stets besonders intensiv in Anspruch genommen: Augenverletzungen durch explodierende Feuerwerkskörper gefährden leider Jahr für Jahr das Augenlicht zahlreicher Menschen.

Besonders tragisch ist es, dass immer wieder Kinder und Jugendliche betroffen sind. Stets gebe es auch noch einige Tage nach Silvester schwere Verletzungen bei Kindern: Sie finden Knallkörper, die noch nicht explodiert sind, und gehen im Spiel nicht sachgerecht damit um.

Folgenden Augenverletzungen treten häufig auf:

  • Schmauchverletzungen der Augenoberfläche
  • Fremdkörper in Horn- und Bindehaut
  • Prellungen des Augapfels (Contusio), zum Teil mit Auswirkungen auf den hinteren Augenabschnitt, z. B. Netzhautverletzungen mit dauerhaften, schwerwiegenden Sehschäden
  • Perforation des Augapfels
  • Verlust des Augapfels

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen beim Feuerwerk

Dass präventive Maßnahmen erfolgreich sind, zeigt ein Blick über die Grenze nach Dänemark, wie Privatdozent Dr. Wolfgang Schrader, Universitäts-Augenklinik Würzburg anmerkt: Vor rund 20 Jahren startete man dort eine Aufklärungskampagne im Fernsehen, die zu einem deutlichen Rückgang der Unfälle führte. "In Dänemark besteht ein Bewusstsein für das Verletzungsrisiko, was sich darin äußert, dass es durchaus selbstverständlich ist, Schutzbrillen beim Abfeuern von Silvesterfeuerwerk zu tragen und auch die Hände zu schützen“.

  • Kinder aus der Reichweite von Knallkörpern oder Raketen bringen
  • Explodierende Sektkorken in der Silvesternacht sind eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. Legen Sie beim Öffnen am besten eine Serviette oder ein Tuch über den Korken und richten Sie die Flasche nicht auf Personen - andernfalls könnte der Jahreswechsel schnell ins Auge gehen.
  • Schutzbrillen: Wer sich mit Feuerwerkskörpern für Silvester eindeckt, sollte für alle Partygäste Schutzbrillen besorgen. Sie bestehen aus transparentem Kunststoff und decken die Augen rundum ab. Auch wer als reiner Zuschauer im Freien das Feuerwerk anschauen will, sollte sich vor abgebrannten Raketen und explodierenden Kanonenschlägen schützen.
  • Nur geprüfte Feuerwerkskörper verwenden: Beim Kauf sollte man auf die Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) achten - nur wenn diese Prüfnummer vorliegt, ist das Feuerwerk in Deutschland zugelassen. Fehlt diese Nummer, sind die Produkte in der Sicherheit ihrer Handhabung schwer einzuschätzen. Von illegalen Importen oder gar selbst gebastelten Knallern kann nur abgeraten werden!
  • Kühl und trocken lagern: Bis zu ihrem Einsatz sollten alle Knaller, Raketen etc. an einem sicheren, für Kinder nicht zugänglichen Ort gelagert werden. Riskant ist es, Knaller in der Kleidung, etwa in der Hosentasche, zu tragen.
  • Gebrauchsanleitung genau befolgen: Die Hinweise zur Handhabung dienen der eigenen Sicherheit! Raketen beispielsweise dürfen nur aus standsicheren Flaschen oder einem Rohr senkrecht nach oben gestartet werden. Knallkörper wie etwa Kanonenschläge müssen auf dem Boden gezündet werden, nach dem Anzünden sollten alle Umstehenden einen Mindestabstand halten.
  • "Blindgänger" unschädlich machen: Nicht explodierte Knallkörper sollte man einige Minuten liegen lassen und dann mit Wasser übergießen, damit sie nicht später noch Schaden anrichten können. Anschließend sollten sie sachgerecht entsorgt werden, so dass spielende Kinder sie nicht finden können.
  • Alkohol aus dem Spiel lassen: Für das Anzünden des Feuerwerks sollte derjenige erwachsene Partygast zuständig sein, der am wenigsten alkoholisiert ist: Dieser wird die mit dem Feuerwerk verbundenen Risiken am besten berücksichtigen können. Gelingt es nicht, stark alkoholisierte Personen vom Feuerwerken abzuhalten, sollte man sich entfernen und – möglichst in geschlossenen Räumen – Schutz suchen.

Aktualisiert: 19.11.2013 – Autor: BVA

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