Fremdkörper im Auge – Das hilft!

Fremdkörper im Auge © istockphoto, NejroN

Schnell kann ein Staubkorn ins Auge gelangen, das meistens wieder von alleine herausgespült wird. Gefährlicher ist da schon, wenn ein Tennisball das Auge trifft oder ein Sägespan bei der Gartenarbeit ins Auge gelangt. Leichte, oberflächliche Augenverletzungen und -reizungen sind relativ häufig und können vielfach selbst behandelt werden. Im Zweifelsfall und bei allen ernsteren Verletzungen des Auges, ist der Augenarzt jedoch unerlässlich.

Welche Einwirkungen können das Auge schädigen?

  • Mechanische Einwirkungen (Fremdkörper, Stöße)
    Von allen Augenunfällen werden fast 90 % durch mechanische Einwirkungen verursacht. Festkörper können in unterschiedlicher Größe auf das Auge treffen und in dieses eindringen. Staub verursacht Reizungen und/oder Entzündungen. Sportunfälle, z. B. ein Squashball, der das Auge mit voller Wucht trifft, gehören zu den Augenverletzungen, die im Steigen begriffen sind. Die Folgen einer stumpfen Gewalteinwirkung auf das Auge sind innere Verletzungen z. B. Schäden im Augeninneren oder an den Knochen der Augenhöhle. Deshalb bei solchen Unfällen immer den Augenarzt aufsuchen. Auch bei Heimwerkerarbeiten, bei der Haus- oder Gartenarbeit gerät durch Häckseln oder Sägen schnell mal etwas ins Auge.
  • Strahlung (UV- oder Laserstrahlung)
    Laserstrahlen können Gewebe zerstören. Besonders gefährdet ist dabei die Netzhaut des Auges. Dieser Vorgang ist wenig schmerzhaft, sodass man die Schädigung nicht sofort bemerkt. Bei Schweiß- oder Metallarbeiten kann es ebenfalls zu schweren Augenverletzungen kommen, wenn das ungeschützte Auge in die Schweißflamme blickt.
  • Chemikalien und Gefahrstoffe wie z. B. Säuren, Laugen oder Lösungsmittel
    Wussten Sie, dass ein Spritzer eines ätzenden Produkts zum Verlust des Augenlichts führen kann? In der Industrie werden häufig ätzende Stoffe (Säuren, Laugen, reizende Lösungsmittel) verwendet. Diese Stoffe haben eine ausgeprägte augenschädigende Wirkung. Auch im Haushalt drohen Gefahren: Abflussreiniger enthalten in der Regel starke Laugen und sollten entsprechend der Gebrauchsanweisung gehandhabt werden. Gefahr für die Augen droht auch von Sprühflaschen und Spraydosen, da man sich schnell einmal täuscht, in welche Richtung sie sprühen.
  • Thermische Einwirkung (Hitze, Kälte, IR-Strahlung)
    Hitze kann durch Berührung, über Gase oder durch Wärmestrahlung auf das Auge einwirken. In der Folge kann es zum Austrocknen und zu Reizungen des Auges kommen. Kälte, z. B. in Kühlhäusern oder bei extremen Temperaturen im Freien, kann zu Erfrierungen führen.

Erste Hilfe-Maßnahmen

Kleine Fremdkörper gelangen schnell mal ins Auge und verursachen Schmerzen und Sehstörungen, die meistens schnell wieder vorübergehen. Der Grund: Die Tränenflüssigkeit spült die Fremdkörper von selbst aus. Zum Entfernen kleiner Gegenstände zieht man das Augenlid nach unten und wischt mit der Hand oder einem weichen Tuch zum inneren Augenwinkel hin aus. Anschließend kann mit Wasser nachgespült werden.

Bei Verätzungen mit klarem Wasser mindestens 15 Minuten lang ausspülen und die Lider dabei weit spreizen. Bei Unfällen mit Säuren, Laugen und Lösemitteln können selbst wenige Spritzer oder Tropfen schwerste, bleibende Schädigungen verursachen. Die Verätzung der Hornhaut beginnt dabei sofort nach Kontakt. Deshalb sind auch die ersten Sekunden entscheidend. Noch während des Spülens der Augen den Notarzt anfordern!

Bei schweren Verletzungen eine sterile Kompresse auflegen und sofort zum Arzt gehen.

Im Zweifelsfall besser zum Arzt

Das Auge ist kein Organ um selbst daran zu therapieren. Sollten also nach einer vermeintlich harmlosen Verletzung zusätzliche Symptome auftreten bzw. Beschwerden nicht abklingen, sollte immer der Augenarzt aufgesucht werden.

Beispiele hierfür sind:

  • Rötungen, Tränen, Lichtscheu
  • Fremdkörpergefühl, das nach einem halben Tag noch anhält
  • Sehbeschwerden, die länger als eine Stunde anhalten
  • Schmerzen, die zunehmend stärker werden

Grundsätzlich zum Arzt muss man bei allen Verbrennungen, wenn ein Fremdkörper im Auge steckt, bei Verätzungen mit Säuren, Laugen oder Chemikalien bzw. bei dumpfer Gewalteinwirkung auf das Auge z. B. durch einen Schneeball. Außerdem bei Verätzungen mit Lebensmitteln wie z. B. Zitronensaft, wenn nach gründlichem Spülen weiterhin Beschwerden bestehen.

Vorbeugung – die Augen schützen

Bei gefährlichen Arbeiten im Haushalt oder Garten bieten Schutzbrillen Schutz gegen Spritzer, Holzspäne oder spitze Gegenstände. Gegen intensive Sonneneinstrahlung helfen Sonnenbrillen mit geeigneten Gläsern; Brillenträger, die Sport treiben, sollten sich für den Gebrauch einer Sportbrille entschließen. In der Industrie gibt es für die Auswahl des geeigneten Augen- und Gesichtsschutzes die berufsgenossenschaftliche Regel "Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz" (DGUV Regel 112-192). Ansonsten gilt es, die Gebrauchsanweisungen von Lösungsmittel, Reinigern etc. zu beachten.

Nicht vergessen: Oft fasst man sich ganz unbewusst mit verschmutzten Händen ins Gesicht und an die Augen. Giftige oder scharfe Stoffe sollten deshalb immer schnell von den Händen abgewaschen werden. Am besten ist es, Handschuhe zu tragen. Sie schützen die Haut und verhindern ein unbedachtes Verschmieren der Augen mit den Händen.

Aktualisiert: 27.06.2016 – Autor: gesundheit.de

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