Rund ums Thema "Kinderbrille"

Kind mit Brille © rawpixel

Etwa jedes fünfte Kind benötigt eine Brille. Eine augenärztliche Untersuchung, um festzustellen, ob und welche Sehhilfe notwendig ist, ist in jedem Alter möglich; schon bei Babys kann eine Brille sinnvoll sein. Eine Brille wird meistens verordnet, um eine Fehlsichtigkeit auszugleichen. Egal ob es um eine Kindersonnenbrille, die Brille für den Schulsport oder um eine Sehhilfe für das Baby handelt, Eltern sollten beim Kinderbrillenkauf gut hinsehen. Hier einige wichtige Tipps:

Kindersonnenbrillen

Kinderaugen sind empfindlich - vor allem gegen UV-Strahlung. Darauf weisen Augenoptiker immer wieder hin, meist jedoch vergeblich: Kindersonnenbrillen werden noch zu oft als Spleen exzentrischer Eltern abgetan. Zu Unrecht: Die im Sonnenlicht enthaltene UV-Strahlung kann Kinderaugen noch viel eher schädigen als die Augen Erwachsener. Zudem verfügen Kinderaugen noch nicht ausreichend über die Fähigkeit, durch Pupillenveränderungen die sensible Netzhaut des Auges zu schützen. Ständig aber sollten Kinder die Sonnenbrille nicht tragen: Schließlich muss das Auge auch lernen, mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen zurecht zu kommen – aber bitte nicht am Strand oder im Hochgebirge, wo die UV-Strahlung besonders intensiv ist.

Brillen im Schulsport

Auch beim Schulsport sollten Brille tragende Kinder nicht auf die passende Sehhilfe verzichten: Das gute Sehen ist für die Koordination und die Geschicklichkeit beim Sport unerlässlich. Insbesondere das gute Sehen mit beiden Augen ist beim Sport wichtig: Das beidäugige (binokulare) Sehen liefert Dreidimensionalität im Seheindruck. Kindern, die beim Ballspiel häufig daneben fassen oder beim Rennen und Toben sehr häufig das Gleichgewicht verlieren, fehlt möglicherweise nicht das Talent zum Sportstar, sondern lediglich eine passende Brille. Die sollte – ebenso wie die Sportbrille für die Großen – möglichst unzerbrechlich, flexibel und leicht (Kunststoff) sein. Gläser aus Mineralglas sind wegen der Verletzungsgefahr tabu – auch hier ist Kunststoff oder noch besser das bruchfeste Polycarbonat das Material der Wahl.

Babybrillen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste Brille? Vor dieser Frage stehen zahlreiche Eltern. Medizin und Wissenschaft antworten mit einem leicht abgewandelten Sprichwort: Früh übt sich, was ein Adlerauge werden will! Auch bei den Forschungen zur Augenentwicklung von Kindern wurde mittlerweile bestätigt, dass die ersten Lebensjahre für die Kinderaugen von entscheidender Bedeutung sind. Das Sehen bildet sich ab den ersten Lebensmonaten bis hin zum Alter von etwa sieben Jahren voll aus. Während dieser Zeit, vor allem während der ersten zwei bis drei Jahre, muss Sehen gelernt werden. Indem die Babyaugen erfahren, was "richtiges" Sehen ist, bilden sie sich entsprechend optimal aus. Daher können selbst Babys Brillen tragen. Die Brille ist dann weniger eine typische Sehhilfe, sondern eher ein Trainingsgerät für die jungen Augen. Die Babybrille muss allerdings sorgfältig an den kleinen Kopf angepasst werden.

Tipps für die Auswahl der Brillenfassung

  • Kindgerechte Brillen sind klein und stabil, gleichzeitig möglichst leicht, damit sie keine Druckstellen verursachen.
  • Eine Fassung mit schmalem Rand hat den Vorteil, dass sie das Gesichtsfeld kaum beeinträchtigt.
  • Die Größe der Fassung sollte zum Gesicht passen: Oben sollte sie bis zum Unterrand der Augenbraue reichen, unten sollte sie die Übergangsfalte zwischen Lidhaut und Wangenhaut abdecken. Außen sollte sie den Rand der Schläfe nicht überragen.
  • Eine gleichmäßige Auflage der Ohrbügel sorgt für einen stabilen, druckfreien Sitz. Weiche, elastische Bügel, die fast bis zum Ohrläppchen reichen, geben der Brille einen guten Halt.
  • Der Nasensteg muss eine möglichst große Auflagefläche bieten, um das Gewicht der Brille gleichmäßig zu verteilen und um den anatomischen Besonderheiten des Kindergesichtes Rechnung zu tragen.

Anpassung der Brille

Ist die Brille optimal angepasst, steigen die Chancen, dass das Kind sie akzeptiert, zusätzlich. Dafür ist zunächst die exakte Zentrierung wichtig: Der optische Mittelpunkt des Glases muss mit dem Durchblickpunkt des Auges übereinstimmen. Jede kleine Abweichung kann Probleme verursachen – bis hin zu Kopfschmerzen und Doppelbildern. Die Brille sollte bequem und korrekt sitzen, damit die Kinder sie ständig tragen. Das Image junger Brillenträger ist heute übrigens durchaus positiv - Harry Potter mag das Seine dazu beigetragen haben. Eine aktuelle Untersuchung an der Ohio State-Universität ergab, dass Kinder mit Brillen bei Sechs- bis Zehnjährigen als klug und vertrauenswürdig gelten.

Aktualisiert: 31.08.2016 – Autor: Kuratorium Gutes Sehen

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