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Makuladegeneration

Ältere Frau mit Makuladegeneration © istockphoto, shironosov

Makula oder gelber Fleck- das ist die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges. Der fortschreitende Untergang der dort liegenden Sinneszellen ist die Hauptursache für Erblindungen und hochgradige Sehbehinderungen in den Industriestaaten. Da die Makuladegeneration überwiegend bei über 65-Jährigen auftritt, sprechen die Mediziner auch von der altersbedingten oder senilen Makuladegeneration, kurz AMD. Die jugendliche Form ist dagegen sehr selten, wird vererbt und auch als Stargardt-Syndrom bezeichnet.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Die altersbedingte Makuladegeneration ist eine der häufigsten Ursachen für Sehschärfenverlust im Alter – rund 20 Prozent der 65- bis 74-Jährigen leiden darunter, bei den 75- bis 85-Jährigen sind es schon 35 Prozent. Allein in Deutschland leiden mehr als eine Millionen Menschen unter der Sehstörung. Die Erkrankung beginnt meistens nach dem 50. Lebensjahr und führt im Spätstadium zum Erblinden. Die AMD ist eine Netzhauterkrankung, bei der das zentrale Sehvermögen zunehmend schwindet. Geschädigt wird vor allem die Makula, jene Stelle auf der Netzhaut, mit der wir am schärfsten sehen können. Dort sind die lichtempfindlichen Zellen (Photorezeptoren) am dichtesten gepackt. Je mehr dieser Photorezeptoren absterben, umso schlechter sieht die betroffene Person. Alltägliche Verrichtungen wie Lesen oder Autofahren werden immer schwieriger.

Erste Anzeichen einer Makuladegeneration

  • wenn Buchstaben beim Lesen verschwimmen oder verschwinden,
  • wenn gerade Linien plötzlich gebogen (verzerrt, wellig) aussehen – besonders ausgeprägt bei Gitterformen wie Fliesenmustern,
  • wenn in der Mitte des Blickfeldes ein verschwommener Fleck erscheint, während die Sehkraft in den Außenbereichen erhalten ist.

Für gewöhnlich beginnt der Krankheitsprozess nur auf einem Auge. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings hoch, dass in einem späteren Stadium auch das zweite Auge betroffen ist. Man unterscheidet bei der AMD zwei Formen:

  • Trockene Makuladegeneration: Mit etwa 85 Prozent ist die trockene AMD die weitaus häufigere Form. Sie entsteht vermutlich durch Ablagerung von Zelltrümmern und Stoffwechselprodukten zwischen den Sinneszellen, wodurch diese geschädigt werden. Sie schreitet meist langsam über Monate bis Jahre fort oder bleibt über einen längeren Zeitraum stabil; der Sehverlust ist meist begrenzt. Sie kann aber auch in eine feuchte AMD übergehen.
  • Feuchte Makuladegeneration: Gefährlicher für das Augenlicht ist die feuchte Makuladegeneration, denn sie verläuft wesentlich rasanter. Bei der feuchten AMD führen Durchblutungsstörungen zunächst zur Bildung neuer, minderwertiger Gefäße. Aus diesen tritt Flüssigkeit in der Netzhaut aus, die Photorezeptoren sterben schneller ab, das zentrale Sehvermögen geht häufig vollständig verloren – und das innerhalb weniger Monate.

Forscher haben festgestellt, dass ältere Menschen um so häufiger an der altersbedingten Makuladegeneration erkranken, je mehr und länger ihre Augen in jüngeren Jahren dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Neben der Sonneneinstrahlung bedeuten Arteriosklerose, Rauchen und eine niedrige Serumkonzentration von Betacarotinoiden ein erhöhtes AMD-Risiko. Deshalb: Die Augen vor direkter Sonneneinstrahlung mit einer guten Sonnenbrille schützen!

Aktualisiert: 23.05.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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