Makuladegeneration – Vorbeugen mit Sonnenbrille

Mit Sonnenbrille Makuladegeneration vorbeugen © rawpixel

Sonne zaubert nicht nur Farbe auf unser Gesicht, sondern stärkt die Knochen und vertreibt Depressionen. In den letzten Jahren ist die goldene Himmelsscheibe allerdings heftig ins Gerede gekommen: Ohne ausreichenden Schutz vor den intensiven Sonnenstrahlen ist es schlecht um uns bestellt, auch um unsere Augen.

Sonneneinstrahlung beeinflusst AMD-Risiko

Wer also Sonne genießen möchte, kommt um einen ordentlichen Sonnenschutz nicht herum. Und das betrifft auch die Augen. Forscher haben festgestellt, dass ältere Menschen um so häufiger an der sogenannten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) erkranken, je mehr und länger sie in jüngeren Jahren dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Neben der Sonneneinstrahlung bedeuten Arteriosklerose, Rauchen und eine niedrige Serumkonzentration von Betacarotinoiden ein erhöhtes AMD-Risiko.

Was ist eine Makuladegeneration?

Bei der Makuladegeneration ist die Stelle der Netzhaut geschädigt, die für das zentrale, scharfe Sehen zuständig ist. Die lichtempfindlichen Zellen sterben an dieser Stelle ab. Dadurch können die Betroffenen an dieser Stelle nicht mehr richtig scharf sehen. Lesen oder Autofahren zum Beispiel wird dadurch unmöglich.

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Sehschärfenverlust im Alter – rund 20 Prozent der 65- bis 74-Jährigen leiden darunter, bei den 75- bis 85-Jährigen sind es schon 35 Prozent.

Allein in Deutschland leiden rund drei Millionen Menschen unter der Sehstörung. Die Erkrankung beginnt meistens nach dem 55. Lebensjahr und führt im Spätstadium zum Erblinden. Darunter leiden in Europa über sieben Millionen Menschen. Damit ist AMD die häufigste Erblindungsursache in den Industrieländern.

Rechtzeitig erkennen ist wichtig!

Die Ursache für die Erkrankung ist noch nicht genau bekannt. Wissenschaftler vermuten, dass die Pigmentschicht, die unter der Netzhaut liegt, im Laufe der Jahre durch abgelagerte Stoffwechselprodukte zerstört wird. Patienten mit AMD stellen oft fest, dass Küchen- und Badezimmerfliesen plötzlich krumm erscheinen oder die Bordsteinkante verschwindet.

Ursache dafür sind der Veränderungen an der Netzhaut. Weil das gesunde Auge die Sehveränderungen des kranken Auges häufig kompensiert, sollte man gelegentlich abwechselnd das rechte und das linke Auge abdecken, um so Veränderungen im Sehvermögen der einzelnen Augen noch früher wahrzunehmen.

Amsler-Gitter-Tset

Mit dem sogenannten Amsler-Gitter-Test kann man leicht selbst untersuchen, ob Symptome für eine AMD vorliegen. Das Gitter wird bei heller Beleuchtung in einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern vor das Auge gehalten. Brillen oder Kontaktlinsen sollte man zum Test absetzen. Mit einer Hand wird das eine Auge abgedeckt, während das andere Auge den Punkt in der Mitte fixiert. Sind die Linien um den fixierten Punkt herum krumm und verzehrt, sollte der Betroffene schnellstens einen Augenarzt aufsuchen.

Auch wenn es zur Zeit keine endgültige Heilung gibt, kann das Fortschreiten der Krankheit aufgehalten werden.

Diagnose beim Augenarzt abklären lassen

Beim Verdacht auf eine AMD kann der Augenarzt die Diagnose mit einer Augenhintergrundsspiegelung (Ophthalmoskopie) bestätigen. Veränderungen im Zentrum der Netzhaut, wie zum Beispiel typische Pigmentverdichtungen, können so schon frühzeitig und vor dem Auftreten von Sehstörungen erkannt werden. Generell unterscheiden die Augenärzte zwei Formen: die mit über 80 Prozent häufigste Form ist die trockene Makuladegeneration und die mit 15 Prozent seltenere Form der feuchten Makuladegeneration.

Die trockene Makuladegeneration verläuft oft über Jahre unbemerkt und beeinträchtigt das Sehvermögen zunächst kaum. Allerdings kann die trockene Makuladegeneration jederzeit in die feuchte Makuladegeneration, die ein deutlich schwerwiegenderes Krankheitsbild aufweist, übergehen.

Die feuchte Makuladegeneration ist viel aggressiver: Sie kann schon innerhalb weniger Wochen oder Monate zu einem gravierenden Sehverlust führen. Für keine der beiden Formen gibt es zur Zeit eine eindeutige Therapie, allerdings können zahlreiche Maßnahmen das Sehen verbessern.

Therapie-Ansätze bei einer Makuladegeneration

Bei der feuchten Makuladegeneration bilden sich neue Gefäße in der Netzhaut, die mit Hilfe einer Laserbehandlung zerstört werden können. Dabei muss der Patient allerdings die Vernarbung der Netzhaut in Kauf nehmen, die ihrerseits zu Sehstörungen führt. Daher ist diese Therapie nur dann möglich, wenn sich die Gefäße nicht direkt in der Makula befinden.

Vielversprechender ist sogenannte Photodynamische Therapie (PDT), bei der ein lichtempfindlicher Farbstoff mit Hilfe eines kalten Lasers, der auf das Auge gerichtet ist, aktiviert wird.

Der Farbstoff selbst gelangt als Infusion über die Armvene in den Körper und reichert sich in den neu enstandenen, undichten Blutgefäßen im Auge an. Der Augenarzt aktiviert den Farbstoff mithilfe des Laserstrahls, sodass die erkrankten Gefäße verschlossen werden. Da die lichtempfindliche Schicht der Netzhaut bereits vor dem Eingriff dauerhaft geschädigt war, kann mit dieser ambulanten Behandlung das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten, aber nicht grundlegend verbessert werden. In vielen Fällen ist eine Mehrfachbehandlung notwendig.

Nach der Behandlung sollte der Patient noch einige Zeit eine spezielle Schutzbrille tragen, die der Augenarzt dem Patienten mitgibt. Langärmelige Kleidung zum Schutz gegen Sonne und Licht ist notwendig bis der restliche inaktivierte Farbstoff nach 48 Stunden komplett ausgeschieden wurde.

Vorbeugen hilft: Sonnenbrille tragen!

Sonnenbrillen und breitkrempige Hüte sind eine effektive Waffe gegen zuviel Sonnenlicht – nicht nur für die Haut, sondern auch für die Augen. Wer sich allerdings wirksam gegen die Sonne schützen will, der sollte beim Brillenkauf auf folgendes beachten: Eine Sonnenbrille sollte mindestens 99 Prozent der UV-Strahlen bis 400 Nanometer Wellenlänge absorbieren.

Die Filterung der UV-Strahlen findet im Glas beziehungsweise Kunststoffmaterial statt und ist unabhängig vom Tönungsgrad. Nicht die am dunkelsten gefärbten Gläser schützen am besten, sondern Sonnenbrillen, deren Gläser aus hochwertigem Material mit einem eingebauten UV-Filter gefertigt sind.

Auf die Qualität der Sonnenbrille achten

Sonnenbrillen, die das CE- Zeichen tragen, entsprechen den Anforderungen einer EU-Richtlinie, die ausreichenden Schutz garantiert. Kaufen Sie deshalb nur Brillen mit einem CE-Zeichen. Bei leicht gewölbten Brillen schlechter Glasqualität kann es zu Verzerrungen im Glas kommen. Das kann man leicht erkennen:

  1. Nehmen Sie die Brille in beide Hände und halten sie diese vor eine gerade Linie
  2. Schieben Sie jetzt die Brille hin und her. Bei schlechten Gläsern werden Sie merken, dass sich die gerade Linie wölbt und verzerrt. Auf diese Brille können Sie verzichten.
  3. Die Brille muss richtig sitzen. Weder die Nasenauflage noch die Scharniere oder Bügel dürfen drücken.
  4. Brillen mit verschrammten oder zerkratzten Gläsern sind nutzlos. Jede noch so kleine Schramme im Brillenglas zwingt das Auge zur ständigen Korrektur, die Augen ermüden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Sonnenbrille Sie kaufen sollen, lassen Sie sich beim Augenoptiker fachkundig beraten.

Aktualisiert: 26.05.2017 – Autor: Susanne Köhler

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