Diabetes - Komplikationen

Durch den langfristigen Einfluss von hohen Zuckerkonzentrationen im Blut kommt es zu einer Schädigung der Gefäße. Betroffen sind insbesondere Herz, Hirn, Nieren, Extremitäten (insbesondere die unteren), Nerven und Augen.

Makroangiopathie

Diabetiker leiden ungewöhnlich früh und ausgeprägt an der Verkalkung der großen Blutgefässe (Arteriosklerose). Durch arteriosklerotische Ablagerungen verhärten sich die Blutgefäße. Sie nehmen an Umfang zu und verlieren die natürliche Elastizität. Im Inneren der Gefäße wird es in den Bereichen der Ablagerungen im Laufe der Jahre immer enger. Immer weniger Blut kann durchfließen. Das Resultat ist eine besondere Anfälligkeit für Herzinfarkt (über die Hälfte aller Diabetiker sterben daran!), Schlaganfall und Verschluss der Beingefäße (Schaufensterkrankheit).

Mikroangiopathie

Den kleinsten Gefäßen in unserem Körper kommt eine große Bedeutung zu. Zum einen versorgen sie wichtige Strukturen (wie zum Beispiel Nerven oder die Netzhaut unseres Auges) mit Sauerstoff und Nährstoffen; zum anderen bilden sie die wesentlichste Struktur der Niere. Niere Ein über Jahre erhöhter Blutzuckerspiegel bewirkt zum einen, dass die Arterien der großen Nierengefäße verkalken (Arteriosklerose), zum anderen werden auch die kleinen Gefäße der Niere werden geschädigt und verändern sich. Die Nieren verlieren langsam aber sicher ihre Filterfunktion. Die langsame aber stetige Zerstörung der Nieren fällt dem Patienten vorerst nicht weiter auf. Erst nach Jahren treten Beschwerden auf, häufig begleitet von Bluthochdruck, welcher die Schädigung des Organs noch beschleunigt. Deshalb ist zum einen wichtig den Blutzucker und Blutdruck zu senken und zum anderen die Nierenfunktion regelmäßig zu überprüfen. Dies geschieht mit einem Urintest auf so genannte Mikroalbumine. Diese Eiweiße sind ein frühes Anzeichen für eine Nierenstörung und werden vom Körper mit dem Urin ausgeschieden. Auge Die Netzhaut mit ihren feinen Blutäderchen ist besonders beeinträchtigt von der Krankheit. Für den Patienten bedeutet dies eine zunehmende Verminderung der Sehschärfe und des Gesichtsfeldes. Dieses Problem ist trotz optimaler Behandlung schwierig in den Griff zu bekommen. Einmal aufgetretene Defekte sind kaum wieder gut zu machen. Lediglich das Fortschreiten kann verhindert oder verlangsamt werden. Die beste Vorsorge ist deshalb, in regelmäßigen Abständen den Augenarzt aufzusuchen. Nerven Der Untergang von Nervenfasern manifestiert sich in Form von Missempfindungen und Gefühlsstörungen, letztere besonders an Unterschenkeln und Füssen (Brennen, Abnahme der Reizempfindung). Andere Störungen wie z. B. Verdauungs- und Blasenentleerungsstörungen oder Impotenz (Ausbleiben der Erektion) sind Zeichen zunehmenden Ausfalls vegetativer (autonomer) Nerven. Der diabetische Fuß Mangelnde Durchblutung und nachlassende Schmerzempfindung führen besonders bei Druckstellen zu schlecht heilenden Geschwüren (Ulzera) an den Füssen. Für Diabetiker stellt eine gute Fußpflege und die routinemäßige Überprüfung der Füße eine wichtige Vorsorgemaßnahme dar. Ganz allgemein läßt sich sagen: Infekte treten bei Zuckerkranken allgemein häufiger und schwerwiegender in Erscheinung als bei Gesunden.

Behandlung

Die Behandlung der Typ-1-Diabetiker besteht in der kontrollierten Gabe von Insulin. Diese erfolgt in Abstimmung mit dem Blutzuckerspiegel und mit einer vorgegebenen Diät. Die Insulintherapie unterliegt einem ständigen Wandel und wird laufend optimiert, weshalb sie hier nicht im Detail besprochen werden kann. Hingegen wird bei Typ-2-Diabetiker der Schwerpunkt auf Gewichtsreduktion durch Änderung des Essverhaltens und durch körperliche Bewegung gelegt (dadurch wirkt das körpereigene Insulin auch besser). Zusätzlich können Medikamente eingesetzt werden, welche den Zuckerspiegel senken und die körpereigene Insulinabgabe stimulieren. Erfreulicherweise normalisiert sich dieser jedoch häufig nach der Gewichtsabnahme und bleibt bei entsprechender Diät auch konstant, weshalb auf Medikamente verzichtet werden kann. In fortgeschrittenen Stadien oder bei bereits aufgebrauchten Insulinreserven muss allerdings auch hier Insulin eingesetzt werden.

Vorbeugende Maßnahmen

Durch gesunde Ernährung und Gewichtsanpassung kann das Wiederauftreten eines Typ-2-Diabetes oft wirkungsvoll verhindert werden. Günstig sind insbesondere fettarme und faserreiche Nahrungsmittel. Insbesondere raffinierter Zucker (Glukose) müsste durch andere Zuckerarten (zum Beispiel in Getreide) oder durch Süßstoffe (Saccharin, Aspartam) ersetzt werden. Zudem sollte man die Nahrungsaufnahme auf mehrere kleinere Portionen verteilen.

Aktualisiert: 17.04.2012

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