Zuckerkranke beim Zahnarzt

Diabetikerin beim Zahnarzt © istockphoto, LuckyBusiness

Über 3 Prozent der Deutschen leiden an Diabetes mellitus. Je nachdem, ob die Betroffenen unter einer Diabetes vom Typ I oder vom Typ II leiden wird die ernstzunehmende Erkrankung mit diätetischen Maßnahmen oder mit Insulininjektionen behandelt. Diabetiker sind trotz erfolgreicher Dauertherapie aufgrund ihrer besonderen Stoffwechselsituation anfälliger für bestimmte Krankheiten. Außerdem gilt es bei allen chirurgischen Eingriffen einige Regeln zu beachten. Hier ein Überblick, wie bei Diabetikern risikoarm zahnärztlich-chirurgische Eingriffe durchgeführt werden können.

Terminwahl ist wichtig

Besondere Aufmerksamkeit sollte der Terminwahl gelten. Bei stabiler Blutzucker-Einstellung sind kürzere, zeitlich überschaubare Eingriffe nach dem Frühstück oder einer eventuellen Insulininjektion am sinnvollsten. "So kann das gefürchtete diabetische Koma vermieden werden", erklärt Joachim Hoffmann, Zahnarzt und proDente Experte. Ist die Stoffwechseleinstellung eines Patienten nicht stabil, nimmt der behandelnde Zahnarzt Kontakt zum Hausarzt auf, um mögliche Risiken und Gegenmaßnahmen besser einschätzen zu können. Es hat sich herausgestellt, dass Faktoren wie Stress während des chirurgischen Eingriffes, lokale Infektionen, sowie der Einsatz von Kieferklemmen Einfluss auf die Stabilität des diabetischen Zustandes des Patienten nehmen können. Daher ist es oftmals nötig, dass während des Eingriffs durch einen mitbetreuenden Arzt die Insulindosierung und der Blutzucker kontrolliert werden.

Antibiotika beugt Komplikationen vor

Bei instabiler Diabeteseinstellung und bei länger bestehender Diabetes ist der Einsatz von Antibiotika bei zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen sinnvoll. "Nimmt der Patient bereits 24 Stunden vor der Operation Antibiotika wird dadurch der Übergang von Bakterien in die Blutbahn verhindert“, so Hoffmann. Das Antibiotikum wird meist vier bis sechs Tag eingenommen. Dadurch werden die bei Diabetikern bekannte Infektanfälligkeit und häufig auftretenden Wundheilstörungen vermieden.

Aktualisiert: 20.03.2014 – Autor: Initiative proDente e.V.

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