Wechseljahre - Klimakterium

Die Wechseljahre treten bei der Frau meist zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr auf. In dieser Zeit lässt die körpereigene Produktion der Sexualhormone nach und es bildet sich die Fähigkeit zur Fortpflanzung zurück. Gleichzeitig, aber auch schon vier bis fünf Jahre vorher, können mehr oder weniger stark ausgeprägte Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und seelische Veränderungen Probleme bereiten.

Wie kommt es zu den typischen Beschwerden?

Klimakterische und menopausale Beschwerden entstehen dadurch, dass die Eierstöcke ihre Funktion zunächst einschränken und dann ganz allmählich einstellen. Die von ihnen produzierten Sexualhormone (Östrogene und Gestagene) besitzen vielfältige physiologische Aufgaben, die über die Fortpflanzung weit hinausgehen. Das heißt in Umkehrschluss, das nicht nur eine Schwangerschaft unmöglich wird, sondern darüber hinaus auch andere Beeinträchtigungen möglich sind z. B. an der Gebärmutter, der Vagina, an der Brustdrüse und auch an nicht geschlechtsspezifischen Organen wie den Knochen, der Leber und dem Kreislaufsystem.

Was sind die typischen Wechseljahrsbeschwerden?

  • Hitzewallungen (70%),
  • Schweißausbrüche (55%)
  • Schwindel (45%)

Diese Beschwerden stellen sich infolge des Hormonmangels als erstes ein und dauern ungefähr 3 bis 5 Jahre an. Wie stark die Symptome ausgeprägt sind, ist von Frau zu Frau ganz unterschiedlich und hängt stark von der individuellen vegetativen und psychischen Konstitution ab. Nach 10 bis 15 Jahren können dann auch weitere Beschwerden auftreten. So zum Beispiel: Arteriosklerose, eine Gebärmuttersenkung, Blasenfunktionsstörungen wie z. B. heftiger Harndrang, wiederkehrende Infekte sowie eine Austrocknung der Vagina oder Osteoporose.

Phasen der Wechseljahre

Die Wechseljahre verlaufen über mehrere Jahre in verschiedenen Phasen.

  • Die Prämenopause bezeichnet die Zeit, in der sich der Wechsel ankündigt. Etwa ab dem 40. Lebensjahr können erste Beschwerden auftreten. Es kann dann zu Blutungsunregelmäßigkeiten und verschiedenen Beschwerden kommen.
  • Mit dem Begriff Menopause ist die allerletzte Monatsblutung gemeint. Um wirklich sicher zu sein, ob es sich um die Menopause handelt, muss noch etwa ein Jahr abgewartet werden. Wenn man unsicher ist, sollte man sich an den Arzt wenden.
  • Zur Postmenopause zählt das Jahrzehnt nach der Menopause. In den Eierstöcken werden jetzt immer geringere Mengen Östrogene und Gestagene gebildet, bis die Produktion schließlich vollständig eingestellt wird.

Behandlung von Wechseljahresbeschwerden

Fester Bestandteil einer Behandlung der Beschwerden sind die so genannten nicht-medikamentösen Maßnahmen:

  • Umstellung auf eine gesunde Ernährung mit wenig Koffein, Alkohol und Nikotin
  • Stressvermeidung und mehr Bewegung
  • Bewusstes Entspannen z. B. mit Yoga, Akupunktur etc.

Diese Maßnahmen dienen außerdem dem Erhalt von Gesundheit und Wohlbefinden auf lange Zeit.

Hormontherapie

Wenn in erster Linie die nachlassende Hormonproduktion in den Wechseljahren für die körperlichen und seelischen Beschwerden verantwortlich ist, erscheint es sinnvoll und logisch, diese fehlenden Hormone zu ersetzen, um so durch die Hormongabe lästige Beschwerden zu bekämpfen. Eingesetzt werden überwiegend Kombinationspräparate mit einer Östrogen- und einer Gestagenkomponente. Reine Östrogenpräparate werden heute in der Regel nur bei Frauen verordnet, denen die Gebärmutter operativ entfernt wurde. Um die Therapie zu individualisieren, sollte zunächst berücksichtigt werden, in welcher Phase der Wechseljahre sich die Frau befindet. Studienergebnisse aus den USA und die darüber in den Medien entfachte Diskussion über das Verhältnis von Nutzen und Risiken der Hormon-Ersatztherapie hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veranlasst, folgende Einsatzgebiete und Einsatzbedingungen für die Hormon-Ersatztherapie mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen zu veröffentlichen:

1. bei Wechseljahresbeschwerden:

  • nur bei ausgeprägtem individuellen Leidensdruck
  • nur nach Ausschluss von Risikofaktoren (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, venöse thromboembolische Komplikationen, Krebs) sowie nach Aufklärung der Patientinnen über die möglichen Risiken
  • Anwendungsdauer so kurz wie möglich (z. B. 1 bis 2 Jahre und ggf. Auslassversuche)
  • die Östrogen-Dosis so gering wie möglich wählen

2. zur Vorbeugung der Osteoporose (Knochenschwund):

  • zur Vorbeugung der Osteoporose sollten Östrogen-Gestagen-Kombinationen bei postmenopausalen Frauen nicht mehr eingesetzt werden
  • bei Frauen mit erhöhtem Osteoporose-Risiko sollten andere zur Verfügung stehende Optionen als Alternative in Betracht gezogen werden.

3. bei Rückbildungserscheinungen an den Harn- und Geschlechtsorganen:

  • in Betracht ziehen von topisch (auf der Haut) anzuwendenden Medikamenten wie Pflaster oder Gels.

Zum Thema Schutzfunktion für das Herz-Kreislauf-System stellt das BfArM fest, dass die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten der in Deutschland gebräuchlichen Östrogen-Gestagen-Kombinationen zählt. Aufgrund der aktuellen Datenlage sei die Behandlung zum Zweck der Vorbeugung nicht gerechtfertigt.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Thrombosen, Gewichtszunahme, Bluthochdruck
  • Erhöhtes Risiko von Gebärmutter- bzw. Brustkrebs (nur bei alleiniger Östrogengabe bei Frauen, deren Gebärmutter noch vorhanden ist )
  • Hautreaktionen, Brustspannungen
  • Kopfschmerzen, Schwindel
  • Gastrointestinale Beschwerden, Leberfunktionsstörungen

Kontraindikationen für eine Hormontherapie

Als wichtige Kontraindikationen, die einer Hormon-Ersatztherapie entgegenstehen, gelten insbesondere:

  • schwere Lebererkrankungen
  • erhöhtes Thromboserisiko, vorausgegangene oder bestehende Thrombosen oder Embolien
  • östrogenabhängige Tumoren
  • Endometriose
  • Diabetes mellitus mit manifesten Gefäßschäden
  • schwer einstellbarer Bluthochdruck

Pflanzliche Arzneimittel

Bei der Behandlung von Wechseljahresbeschwerden stehen heute auch pflanzliche Arzneimittel zur Verfügung. Die Phytotherapie eignet sich besonders zur Behandlung der Sofortreaktionen nach Wegfall der Östrogenproduktion wie Schweißausbrüche, Hitzewallungen und Schwindel.

Traubensilberkerze

Bedeutsam sind pflanzliche Arzneimittel aber auch für Frauen, die grundsätzlich keine Hormonpräparate einnehmen dürfen oder möchten, also z. B. Frauen mit einer Neigung zu Gefäßverschlüssen oder bestimmten Lebererkrankungen. Die größte Bedeutung in der Behandlung klimakterischer Beschwerden hat Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze). Die klimakterischen Beschwerden bessern sich in der Regel nach einer Einnahmedauer von 4 bis 6 Wochen. Arzneimittel mit dem Wirkstoff der Traubensilberkerze können übrigens auch zusammen mit Hormonpräparaten eingenommen werden, da keine entsprechenden Wechselwirkungen bzw. Kontraindikationen bekannt sind.

Johanniskraut gegen depressive Verstimmungen

Neben Cimicifuga spielt zur Behandlung der seelischen Beschwerden das Johanniskraut (Hyperici herba) eine wichtige Rolle. Es behebt Angst- und Spannungszustände sowie depressive Verstimmungen. Die Wirkung setzt erst nach ungefähr ein bis zwei Wochen ein. Bei Einnahme von Johanniskraut ist besonders bei hellhäutigen Personen eine intensive Sonnenbestrahlung aufgrund eines möglichen photosensibilisierenden Effektes zu vermeiden.

Homöopathika

Auch hömöopathische Arzneien werden erfolgreich in der Behandlung von klimakterischen Beschwerden eingesetzt, am häufigsten Acidum sulfuricum, Aristolochia, Cimicifuga, Lachesis bzw. Sepia. Eine Erstverschlimmerung der Beschwerden muss nicht auftreten, ist andererseits aber für die Therapie ein gutes Zeichen und bedeutet, dass für die Patientin das passende Mittel gefunden wurde.

Bach-Blütentherapie

Die Bach-Blütentherapie bewirkt eine seelische Harmonisierung zwischen dem Kern des Patienten und seiner täglichen Verhaltensweise auf Persönlichkeitsebene. Die Auswahl der Blüten erfolgt in Abhängigkeit des Gemütszustandes der Patientin. Körperliche Symptome spielen dagegen keine Rolle.

Zusammenfassung

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Wechseljahrbeschwerden zu beeinflussen, wobei gerade auch die Kombination verschiedener Therapierichtungen eine erhöhte Wirksamkeit und eine noch individuellere Therapie erbringen kann. Die individuelle Situation ist dabei ausschlaggebend und die Wünsche der Patientin bezüglich der Therapierichtung sollten mitberücksichtigt werden.

Aktualisiert: 06.12.2013

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