Nebenschilddrüsen: Wächter über das Kalzium

Die Nebenschilddrüsen sitzen meistens in der Nähe der Schilddrüse. Sie produzieren Parathormon, ein Hormon, das für unseren Kalziumhaushalt wichtig ist. Die Nebenschilddrüsen heißen auch Epithelkörperchen oder Glandulae parathyroideae. Die meisten Menschen besitzen vier Epithelkörperchen, etwa fünf Prozent haben fünf oder sechs, sehr selten kommen auch mal nur drei vor. Eine einzelne Nebenschilddrüse ist etwa so groß wie eine Linse und wiegt zwischen 30 und 70 Milligramm.

Wo befinden sich die Nebenschilddrüsen?

Normalerweise sitzen die Nebenschilddrüsen hinter unserer Schilddrüse, ein Paar eher am oberen und ein Paar am unteren Pol. Die Schilddrüse liegt übrigens unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre. Manchmal führt ein Fehler in der Embryonalentwicklung auch dazu, dass die Epithelkörperchen woanders, zum Beispiel an der Thymusdrüse hinter unserem Brustbein, sitzen. Das ist normalerweise unerheblich, kann eine Operation allerdings erschweren.

Welche Funktion haben die Nebenschilddrüsen?

Die Nebenschilddrüsen sind hormonproduzierende Drüsen, sie stellen das Parathormon (PTH) her. Parathormon reguliert zusammen mit Kalzitonin, das in der Schilddrüse gebildet wird, und Vitamin D unseren Kalziumhaushalt. Dabei wirkt Parathormon an drei Stellen unseres Körpers:

  • In den Knochen regt es die Aktivität der knochenabbauenden Zellen an. Dadurch wird Kalzium, das im Knochen gespeichert ist, freigesetzt.
  • In den Nieren erhöht Parathormon die Wiederaufnahme von Kalzium und vermindert die Wiederaufnahme von Phosphat aus dem Harn. Durch einen niedrigeren Phosphatspiegel im Blut steigt wiederum der Kalziumgehalt. Außerdem benötigen die Nieren Parathormon, um Vitamin D3 (Kalzitriol) zu bilden. Ohne Kalzitriol wiederum nimmt unser Körper kein Kalzium auf.
  • Im Darm fördert Parathormon die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung, für die Aufnahme wird Vitamin D3 benötigt.

Steigt der Kalziumgehalt im Blut, sinkt die Aktivität der Epithelkörperchen und sie bilden weniger Parathormon. Sinkt der Kalziumwert, wird die Hemmung aufgehoben und wieder mehr Parathormon produziert. Der genaue Mechanismus dieser Regulierung wurde erst 1993 entdeckt. Kalzitonin ist der Gegenspieler des Parathormons. Es bremst den Abbau der Knochen und fördert die Ausscheidung von Kalzium in den Nieren. Dadurch senkt es den Kalziumspiegel im Blut.

Aktualisiert: 07.08.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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