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Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Frau mit Schilddrüsenüberfunktion © Karolina Grabowska / Kaboompics

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Da die Schilddrüsenhormone unseren Stoffwechsel beeinflussen, treten in der Folge Symptome wie Schlafstörungen, Nervosität, vermehrtes Schwitzen oder eine Gewichtsabnahme auf. Ursache der Beschwerden ist in den meisten Fällen entweder eine Autonomie der Schilddrüse oder die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow. Wird die Schilddrüsenüberfunktion richtig behandelt, ist für die Betroffenen in der Regel ein normales Leben möglich.

Funktion der Schilddrüse

In der Schilddrüse werden die für uns Menschen lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin und Thyroxin produziert. Sie beeinflussen im Körper viele wichtige Prozesse, beispielsweise den Kreislauf, den Stoffwechsel und das Wachstum, aber auch unser psychisches Wohlbefinden. Die Abgabe der Schilddrüsenhormone ins Blut wird über ein in der Hypophyse gebildetes Hormon (TSH) reguliert.

Produziert die Schilddrüse zu wenige Hormone, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion. Ist das Gegenteil der Fall und es werden zu viele Hormone hergestellt, wird dies als Schilddrüsenüberfunktion bezeichnet.

Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion

Einer Schilddrüsenüberfunktion können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. In etwa 95 Prozent der Fälle werden die für eine Schilddrüsenüberfunktion typischen Symptome durch Morbus Basedow oder eine Autonomie der Schilddrüse verursacht. Daneben gibt es jedoch auch weitere, seltene Ursachen, die sich hinter einer Schilddrüsenüberfunktion verbergen können. Zu diesen gehören unter anderem:

  • eine Entzündung der Schilddrüse
  • hormonproduzierende Tumore
  • eine zu hoch dosierte Schilddrüsenhormontherapie

Morbus Basedow als Ursache

Bei Morbus Basedow – auch als Basedowsche Erkrankung bezeichnet – handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem Antikörper gegen die Schilddrüse bildet. Diese docken an bestimmten Oberflächenzellen der Schilddrüse an und nehmen dort den Platz des Hypophysenhormons TSH ein, das normalerweise die Produktion der Schilddrüsenhormone reguliert.

Die Antikörper stimulieren zwar ebenfalls die hormonbildenden Zellen der Schilddrüse, doch diese produziert nun Hormone unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Die Folge ist eine Schilddrüsenüberfunktion.

Schilddrüsenautonomie als Ursache

Bei einer Autonomie der Schilddrüse bildet diese eigenständig Hormone und wird nicht mehr durch die Hypophyse gesteuert. Von einer solchen Autonomie können entweder die gesamte Schilddrüse oder nur einzelne Bereiche, die als autonome Adenome bezeichnet werden, betroffen sein.

Häufig wird eine Schilddrüsenautonomie durch einen Jodmangel verursacht. Ist im Körper zu wenig Jod vorhanden, versucht die Schilddrüse den Mangel durch Wachstum auszugleichen: Es kommt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf) und knotigen Veränderungen im Gewebe.

Typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion

Eines der typischen Symptome, das im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten kann, ist eine Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf). Eine vergrößerte Schilddrüse macht sich unter anderem durch Symptome wie Heiserkeit, Schluckbeschwerden sowie Probleme beim Zuknöpfen des Kragenknopfes bemerkbar. Ein solcher Kropf tritt bei etwa 70 bis 90 Prozent aller Betroffenen auf.

Durch die erhöhte Produktion von Thyroxin und Trijodthyronin wird der Stoffwechsel beschleunigt. Weitere typische Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind daher:

  • Nervosität
  • vermehrtes Schwitzen
  • Unruhe
  • Schlafstörungen
  • beschleunigter Puls
  • hoher Blutdruck
  • Zittern
  • Konzentrationsschwäche

Häufig kommt es außerdem trotz eines gesteigerten Appetits zu einer Gewichtsabnahme. Daneben können auch Symptome wie Durchfälle, Haarausfall sowie Muskelschmerzen und Muskelschwäche auftreten.

Typische Symptome bei Morbus Baseow

Bei Morbus Basedow kann es neben den bereits genannten Symptomen außerdem zu einer teigigen Schwellung der Haut an den Unterschenkeln kommen – einem sogenannten Myxödem.

Daneben macht sich die Erkrankung aber vor allem an den Augen bemerkbar: Es zeigen sich Symptome wie ein Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, vermehrter Tränenfluss und ein unangenehmes Druckgefühl. Häufig treten die Augen auch nach vorne, wodurch der Blick starr und glotzend wirkt.

Thyreotoxische Krise als Komplikation

In seltenen Fällen kann bei einer Schilddrüsenüberfunktion eine thyreotoxische Krise als Komplikation auftreten. Eine solche Krise macht sich zunächst durch hohes Fieber, einen erhöhten Puls, Durchfall und Erbrechen sowie Unruhe und Angstzustände bemerkbar. Später können Bewusstseinsstörungen auftreten – im schlimmsten Fall kann der Patient das Bewusstsein verlieren (thyreotoxisches Koma).

Da eine thyreotoxische Krise ein lebensbedrohlicher Zustand ist, sollte sofort ein Arzt benachrichtigt werden.

Eine thyreotoxische Krise wird häufig durch die Gabe von jodhaltigen Medikamenten oder Röntgenkontrastmitteln ausgelöst. Daneben kommen als mögliche Ursachen aber auch Infektionen, Operationen, Stresssituationen, eine Schwangerschaft sowie das Absetzen der Schilddrüsenmedikamente in Frage.

Aktualisiert: 22.02.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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