Schilddrüsenunterfunktion behandeln

Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist meist schwer zu erkennen, da die auftretenden Symptome relativ unspezifisch sind. Zudem machen sich zu Beginn nur geringe Beschwerden bemerkbar – deswegen wird die Funktionsstörung oftmals erst spät erkannt.

Erste Symptome, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten können, sind:

  • Müdigkeit
  • ein erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Antriebslosigkeit
  • depressive Verstimmungen
  • Konzentrationsstörungen
  • verlangsamte Reflexe
  • Kältegefühl

Zudem kann es zu einer Gewichtszunahme trotz Appetitlosigkeit, einer Erhöhung der Blutfettwerte, einer Muskelschwäche, einer rauen Stimme sowie Haarausfall und brüchigen Nägeln kommen. Ein Kropf tritt dagegen nur selten auf.

Besonders schwierig ist eine Schilddrüsenunterfunktion bei älteren Personen zu erkennen. Bei ihnen treten meist nur vereinzelt Symptome auf, die zudem häufig auf das fortgeschrittene Alter der Patienten zurückgeführt werden. Zu diesen Symptomen zählen beispielsweise eine nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern

Kindern, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, fallen häufig durch eine verlangsamte körperliche und geistige Entwicklung auf. Bei Säuglingen kann sich die Störung durch eine Muskel- und Trinkschwäche bemerkbar machen. Bei älteren Kindern ist häufig das Wachstum beeinträchtigt. Zudem sind die Kinder oftmals übergewichtig. Typisch ist außerdem, dass die Pubertät verzögert einsetzt.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion

Besteht der Verdacht, dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, wird der Arzt in der Regel als erste Maßnahme eine Blutuntersuchung durchführen. Auf diese Weise kann er die Konzentration des Hormones TSH bestimmen. Liegt eine Störung von Hypothalamus oder Hypophyse vor, ist der TSH-Wert erniedrigt. Arbeitet dagegen das Schilddrüsengewebe nicht mehr richtig, ist der Wert erhöht.

Neben dem TSH-Wert kann durch die Blutuntersuchung auch die Konzentration der Schilddrüsenhormone bestimmt werden. Diese liegen bei einer Schilddrüsenunterfunktion an der unteren Grenze des normalen Bereiches oder darunter. Werden im Blut bestimmte Antikörper nachgewiesen, deutet dies auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hin.

Neben der Blutuntersuchung können auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Szintigrafie wichtige Hinweise liefern. Liegt eine Entzündung der Schilddrüse vor, erscheint das Organ im Ultraschall relativ dunkel. Bei einer Szintigrafie bekommt der Patient eine radioaktive Substanz in die Vene gespritzt. Diese wird bei einer Unterfunktion von der Schilddrüse nicht oder nur in geringem Maße aufgenommen.

Richtige Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist in der Regel nicht heilbar und muss ein Leben lang mit Medikamenten behandelt werden. Sind die Medikamente gut eingestellt, ist für die Betroffenen ein normales Leben möglich. Auch die Lebenserwartung wird durch die Schilddrüsenunterfunktion nicht herabgesetzt.

Ziel der Behandlung ist es, den entstandenen Hormonmangel zu beheben. Deswegen werden die fehlenden Schilddrüsenhormone dem Körper über Tabletten, die synthetisch hergestelltes Thyroxin enthalten, zugeführt. Stellt ein Jodmangel die Ursache der Störung dar, können zusätzlich Jodtabletten verschrieben werden.

In der Regel wird den betroffenen Patienten zunächst eine niedrige Thyroxin-Dosis verabreicht. Diese wird in Verbindung mit regelmäßigen Blutuntersuchungen langsam gesteigert, bis eine ausreichend Dosis ermittelt ist. Dieses Vorgehen ist wichtig, da zu hoch dosierte Thyroxin-Präparate zu Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen führen können. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig.

Myxödemkoma ist eher selten

Wird eine Schilddrüsenunterfunktion nicht erkannt oder über einen längeren Zeitraum nicht richtig behandelt, kann in seltenen Fällen ein Myxödemkoma auftreten. Ein solches Koma aber auch durch Infektionen oder Operationen ausgelöst werden. Typischerweise treten Symptome wie ein niedriger Blutdruck, eine erniedrigte Körpertemperatur, eine verlangsamte Atmung sowie Schwäche oder Regungslosigkeit auf. Ein solcher Zustand muss umgehend intensivmedizinisch behandelt werden.

Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kann bereits eine leichte Schilddrüsenunterfunktion ausreichen, um eine Fehl- oder Frühgeburt auszulösen. Ist bereits vor der Schwangerschaft bekannt, dass eine solche Unterfunktion vorliegt, muss die Schilddrüse während der Schwangerschaft deswegen regelmäßig untersucht werden. Eventuell muss die Dosierung der Medikamente zudem leicht erhöht werden.

Besteht bei einer bis dahin gesunden Frau der Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion, sollte umgehend die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut bestimmt werden. Bei Frauen, die selbst beziehungsweise deren nahe Verwandte schon einmal an der Schilddrüse erkrankt sind, sollte eine solche Untersuchung am besten bereits vor der Schwangerschaft erfolgen.

Liegt tatsächlich eine Schilddrüsenunterfunktion vor, kann diese durch die Gabe von Hormonen behandelt werden. Sind diese richtig dosiert, hat die Behandlung keine Nebenwirkungen.

Schilddrüsenunterfunktion bei Kinderwunsch

Bleibt ein Kinderwunsch über einen längeren Zeitraum unerfüllt, sollte auch an eine Schilddrüsenunterfunktion als Ursache gedacht werden. Denn wenn der Körper bemerkt, dass die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Körper zu gering ist, schüttet der Hypothalamus vermehrt das Hormon TRH aus. Dieses kurbelt die Aktivität der Schilddrüse an.

Gleichzeitig wird jedoch auch die Ausschüttung des Hormons Prolaktin gefördert. Durch einen erhöhten Prolaktin-Spiegel kann die Reifung der Eizellen gestört oder der Eisprung unterdrückt werden.

Einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen

In der Regel ist es nicht möglich, einer Schilddrüsenunterfunktion aktiv vorzubeugen. Einzige Ausnahme ist, wenn die Unterfunktion durch einen Jodmangel ausgelöst wird. Achten Sie deshalb immer auf eine ausreichend hohe Jodzufuhr. Dies gilt insbesondere für Schwangere und stillende Mütter, da sie einen erhöhten Jodbedarf haben. Eventuell kann bei ihnen auch die zusätzliche Einnahme von Jodtabletten sinnvoll sein.

Größere Mengen an Jod stecken unter anderem in den folgenden Lebensmitteln:

  • Seefisch und Muscheln
  • Milchprodukte wie Butter und Joghurt
  • Eier
  • Kiwi
  • Spinat
  • Rindfleisch
  • Schwarzer Tee

Zudem empfiehlt sich die Verwendung von jodiertem Speisesalz.

Aktualisiert: 05.06.2019 – Autor: Kathrin Mehner

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