Scharlach: Symptome

Für die typischen Beschwerden sind von den Scharlach-Streptokokken produzierte, giftige Substanzen (so genannte Toxine) verantwortlich. Eine durchgemachte Erkrankung hinterlässt nur eine Immunität gegen diese speziellen Gifte des auslösenden Streptokokken-Typs. Falls der Scharlach ausbricht, beginnen die Beschwerden meist ein bis drei Tage nach der Ansteckung.

Symptome und Verlauf von Scharlach

Folgende Entwicklung der Symptome ist typisch für Scharlach:

  1. Zuerst treten als Symptome meist hohes Fieber, Krankheitsgefühl und Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden (Angina) auf. Gelegentlich sind auch Kopfschmerzen eines der Symptome.
  2. Der Rachen und die Mandeln sind gerötet und die Halslymphknoten geschwollen.
  3. Die Zunge zeigt einen weißlichen Belag, der dann von den Rändern her wieder zurückgeht und um den dritten bis vierten Tag einer starken, glänzenden Rötung weicht. Die Geschmacksknospen treten hervor. Dieses Phänomen wird als eines der Symptome als "Himbeerzunge" bezeichnet.
  4. Der charakteristische Hautausschlag tritt ein bis zwei Tage nach Erkrankungsbeginn auf, was meist mit einem Rückgang des Fiebers einhergeht. Der Hautausschlag besteht aus stecknadelknopfgroßen, erhabenen Flecken. Die Haut fühlt sich dadurch an wie Sandpapier. Der Ausschlag beginnt meist am Oberkörper und breitet sich dann auf den ganzen Körper aus. Die Mundpartie wird vom Ausschlag ausgespart ("Milchbart"), ebenso die Handinnenflächen und Fußsohlen; in den Achselhöhlen und Leistenbeugen ist der Ausschlag am deutlichsten.
  5. Nach etwas einer Woche verschwindet der Ausschlag, kurz danach kommt es zu einer Abschuppung der Haut: An Händen und Füssen lösen sich große Hautschuppen (die nicht ansteckend sind!).

Komplikationen bei Scharlach

Glücklicherweise sind ernste Verläufe und Folgeschäden bei uns heute sehr selten. Mögliche Komplikationen sind zum einen – wie bei vielen anderen Streptokokken auch – die Absiedelung der Erreger an anderer Stelle, was zum Beispiel zu Mittelohrentzündung und Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), eitrigen Abkapselungen (Abszesse, zum Beispiel an Gelenken, im Knochenmark oder im Gehirn) oder Lungenentzündungen führen kann.

Eine lebensgefährliche – und heute auch eher selten vorkommende – Komplikation ist das Überschwemmen der Blutbahn mit Bakteriengiften (Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom).

Manchmal richten sich die vom Immunsystem gegen die Scharlach-Streptokokken gebildeten Antikörper gegen körpereigenes Gewebe. Das kann einige Wochen später zu einer Nierenentzündung (Glomerulonephritis), Gelenkentzündung (rheumatisches Fieber) und einer Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) führen – eine unter Antibiotikatherapie äußerst rar gewordene Komplikation.

Aktualisiert: 26.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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