Schnupfen: Was steckt dahinter?

Frau mit Schnupfen © istockphoto, Ljupco

Schnupfen ist lästig – man riecht und schmeckt nichts, bekommt kaum Luft, wenn die Nase gerade wieder verstopft ist, schläft schlecht und sucht ständig Taschentücher. Meist tritt Schnupfen im Rahmen einer Erkältung oder Allergie auf, doch er kann auch andere Ursachen haben. Im schlimmsten Fall können sich aus Schnupfen sogar Komplikationen wie eine Mittelohrentzündung oder eine Entzündung der Nasennebenhöhlen entwickeln. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihren Schnupfen loswerden und schnell wieder durchatmen können.

Was passiert bei Schnupfen im Körper?

Schnupfen (Rhinitis) ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut durch zum Beispiel Viren. Normalerweise ist die Schleimhaut in Nase und Rachen eine Barriere zum Körperinneren, die Krankheitserreger abwehrt. Ist die Schleimhaut vorgeschädigt, etwa weil sie schlecht durchblutet oder ausgetrocknet ist, haben Viren leichtes Spiel.

Die angegriffene Schleimhaut sondert vermehrt Schleim ab – zuerst ist das Sekret eher dünnflüssig und klar, später gelblich und dicker. Zusätzlich schwillt die Nasenschleimhaut an, was das Atmen erschwert – und Riechen und Schmecken beeinträchtigt.

Welche Ursachen hat Schnupfen?

Fast alle Menschen denken bei einer laufenden Nase zuerst an eine Erkältung oder Heuschnupfen, aber es gibt auch andere Ursachen, zum Beispiel:

  • Infektionen
  • Allergien
  • chronischen Schnupfen
  • Polypen
  • Arzneimittelschnupfen

Diese Auslöser von Schnupfen stellen wir Ihnen im Folgenden näher vor.

Schnupfen durch Infektionen

Meist wird Schnupfen durch eine Infektion mit Viren ausgelöst, beispielsweise durch Rhinoviren oder Influenzaviren. Die Ansteckung erfolgt über die sogenannte Tröpfcheninfektion, also indem ein anderer erkrankter Mensch beispielsweise hustet, niest oder die Nase putzt und so die Viren in die Atemluft abgibt.

Dieser "gewöhnliche" akute Schnupfen dauert in der Regel nicht länger als acht bis zehn Tage, nicht selten treten auch andere Symptome einer Erkältung, wie Husten oder Halsweh, auf.

Allergien als Auslöser von Schnupfen

Immer mehr Menschen leiden unter allergischem Schnupfen, dem Heuschnupfen. Er ist eine Überreaktion unseres Immunsystems auf bestimmte Eiweißstoffe, die in Pflanzenpollen enthalten sind. Sobald die Pollen in Augen oder Nase eines Allergikers geraten, beginnt das Immunsystem verrückt zu spielen – die Augen tränen, die Nase läuft.

Die "üblichen Verdächtigen" bei Heuschnupfen sind früh blühende Bäume wie Birke oder Haselnuss sowie Gräserpollen. Andere Auslöser für allergischen Schnupfen sind zum Beispiel:

  • Tierhaare
  • Hausstaub
  • Schimmelpilze
  • Nahrungsmittel
  • Medikamente

Chronischer Schnupfen

Chronischer Schnupfen wird ausgelöst durch:

  • Luftverschmutzung
  • Rauchen
  • bestimmte Medikamente
  • Alkoholeinfluss

Auch Hindernisse in der Nase wie eine verkrümmte Nasenscheidewand, Polypen oder auch ein Tumor können einen Schnupfen bedingen.

Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten verursachen die chronischen Beschwerden, die meist nicht ständig vorhanden sind, sondern immer wieder plötzlich auftreten und häufig nur wenige Stunden dauern.

Polypen: Veränderungen der Nasenschleimhaut

Schleimhautvorwölbungen der Nasenschleimhaut nennt man Polypen – sie entstehen zum Beispiel durch eine chronische Entzündung der Schleimhaut. Die Atmung durch die Nase und der Geruchssinn werden durch Polypen erheblich beeinträchtigt, häufig besiedeln die entzündete Schleimhaut Bakterien und es kommt zu eitrigem Schnupfen.

Arzneimittelschnupfen durch Nasenspray

Besonders heimtückisch ist Schnupfen, der durch den regelmäßigen Gebrauch von Nasensprays ausgelöst wird. Viele dieser Sprays enthalten sogenannte Sympathomimetika, die die Nasenschleimhaut abschwellen.

Werden diese Mittel jedoch zu lange angewendet, führen sie ihrerseits zu einem Anschwellen der Nasenschleimhaut. Wird dann wieder ein Nasenspray angewendet, entsteht schnell ein Teufelskreis.

Komplikationen bei Schnupfen

Manchmal verursacht Schnupfen ernstere Komplikationen und macht einen Besuch beim Arzt unumgänglich. Wenn die Schleimhaut sehr stark anschwillt und das Sekret nicht mehr aus den Nasennebenhöhlen abfließen kann, kommt es zu einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), die von starken Kopfschmerzen und oft auch Fieber begleitet wird.

Bei Kindern kann der Schnupfen auch zu einer sehr schmerzhaften Mittelohrentzündung führen.

Für Säuglinge und Kleinkinder ist schon ein "normaler" Schnupfen problematisch, da sie fast ausschließlich durch die Nase atmen. Schnupfen erschwert dies. Deshalb verweigern sie womöglich die Nahrungsaufnahme, wodurch sich der Allgemeinzustand schnell verschlechtern kann.

Aktualisiert: 28.01.2019 – Autor: Nathalie Blanck

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