Das körpereigene Immunsystem

Immunsystem: Gesunde, lachende Frau © rawpixel

Von Geburt an funktioniert das so genannte unspezifische Immunsystem das spezifische wird erst im Laufe des Lebens erworben. Erst in einem Alter von 10 bis 12 Jahren ist es voll entwickelt. Dies ist der Grund dafür, warum Kinder sehr infektanfällig sind. Aber das immunologische Gedächtnis lernt mit jedem Infekt dazu...

Wie funktioniert die körpereigene Abwehr?

Da die meisten Attacken von außen erfolgen, ist eine gesunde und intakte Haut eine wichtige Voraussetzung dafür, das Eindringen von Keimen zu verhindern. Körperöffnungen wie Mund und Nase besitzen eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Keime am weiteren Vordringen zu hindern: Schleimhäute sind mit Flimmerhärchen besetzt, die Eindringlinge wieder in Richtung "Ausgang" befördern können.

Die Absonderungen der Schleimhäute (Sekrete mit antibakteriellen Eigenschaften) binden Keime und versuchen, sie frühzeitig zu vernichten. Sind Keime beispielsweise mit dem Essen bereits in den Magen vorgedrungen, tritt die Magensäure mit ihrer zerstörerischen Kraft in Aktion.

Schutzschild Immunsystem

Ist es jedoch einem Keim gelungen, alle Barrieren zu überwinden und in die Blutbahn oder in eine Körperzelle vorzudringen, ist das körpereigene Immunsystem gefordert. Das Immunsystem verfügt über eine ganze Reihe von ausgeklügelten weniger spezifischen und hochspezifischen Abwehrmechanismen, die es als Waffen gegen die Eindringlinge einsetzen kann. Damit ist die körpereigene Abwehr auf nahezu alle möglichen Angreifer vorbereitet.

Sie ist besonders dort verstärkt, wo aggressive, körperfremde Stoffe am ehesten zu erwarten sind: In der Haut, in der Schleimhaut und im Blut, in dem eine allzeit bereite, flexible "Immunpatrouille" durch den gesamten Körper unterwegs ist.

Das unspezifische und spezifische Immunsystem

In der ersten Linie der Verteidigung stehen die so genannten Fresszellen. Sie sind Teil des unspezifischen Immunsystems und fressen alles auf, was sie als körperfremd erkennen. Sie sind es auch, die den Alarm für die zweite Abwehrlinie, das spezifische Immunsystem, auslösen.

Dieses außerordentlich effiziente System spezifischer Immunzellen, die auf ganz bestimmte Erreger "getrimmt" sind, wird nur dann aktiv, wenn genau dieser Erreger ihr Revier betritt. Sie sind für ihren Einsatz mit hochwirksamen Waffen ausgestattet, den so genannten Antikörpern. Diese finden den Erreger gezielt und koppeln sich bei ihm an. Der Erreger wird dadurch leichter von den Fresszellen erkannt.

Immunität und Impfungen

Dringt ein Erreger zum ersten Mal in unseren Körper ein, müssen ihn die spezifischen Immunzellen erst kennen lernen und sich einprägen. Bei einer zweiten Infektion desselben Erregers sind sie dann gewappnet und können ihn viel schneller angreifen und beseitigen. Dies ist der Grund dafür, dass wir gegen bestimmte Krankheiten immun werden können.

Immunität bedeutet, dass dieser Erreger beim zweiten Kontakt blitzschnell durch die auf ihn geprägten Immunzellen unschädlich gemacht wird und die zweite Infektion unbemerkt bleibt. Der Erreger kann sich nicht mehr vermehren und Krankheitszeichen hervorrufen. Dieses Prinzip macht sich die Medizin bei Impfungen zunutze: Man setzt den Körper einem unschädlich gemachten Erreger aus, beispielsweise dem Pockenerreger. Es werden spezifische Immunzellen geprägt, die diesen Erreger im Gedächtnis behalten.

Weil nicht alle Immunzellen ein gleich langes Gedächtnis haben, kommt es vor, dass wir für bestimmte Erreger einen lebenslangen Schutz behalten, für andere nur einige Jahre und für wieder andere nur wenige Wochen. Jede spezifische Immunzelle erkennt nur einen bestimmten Erreger. Deshalb gibt es Millionen verschiedener Immunzellen, die alle nur darauf lauern, dass "ihr" Feind wieder ihre Wege kreuzt.

Aktualisiert: 25.01.2018

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