Lifeline Logo

Blut

Blutzellen © istockphoto, Eraxion

Menschliches Blut und Blutplasma können nicht künstlich hergestellt werden. Kranke, die Blut oder Arzneimittel aus Blut beziehungsweise Blutplasma benötigen, sind deswegen auf Spender und Spenderinnen angewiesen. Das meiste Blut benötigen Krebs-Patienten, es folgen Herz-, Magen- und Darmkranke, erst an vierter Stelle Unfallopfer.

So setzt sich unser Blut zusammen

Unser Blut besteht aus 55% Blutplasma.  Das ist die durchsichtige Flüssigkeit, die sich absetzt, wenn man Blut stehen lässt. Plasma besteht überwiegend aus Wasser. Aber auch aus ca. 120 Einweißstoffen (4,5%), aus denen hochwirksame Arzneimittel hergestellt werden, zum Beispiel Gerinnungsstoffe für Hämophile (Bluter) und Immunglobuline (vorbeugend) gegen lebensbedrohliche Infektionen, zum Beispiel Hepatitis oder Tetanus.

Außerdem enthält es 45% Blutzellen:

  • 3% rote Blutkörperchen (Erythrozyten), die den lebenswichtigen Sauerstoff von der Lunge zu allen Köperzellen transportieren.
  • 0,1% weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Die "Körperpolizei" erkennt und vernichtet Krankheitserreger.
  • 0,9% Blutplättchen (Thrombozyten) sind vor allem an der Blutstillung beteiligt. Menschen mit Blutkrebs benötigen sie besonders.

Blut & Plasma – 5 Fakten übers Spenden & Empfangen

  1. Blut unterscheidet sich durch die Blutgruppe, zum Beispiel Rhesusfaktor und andere Faktoren. Das gespendete Blut muss zu dem des Empfängers passen.
  2. Aus Blut und Blutplasma werden viele wichtige Stoffe und Arzneimittel gewonnen (Blutprodukte).
  3. Heute wird nur noch selten Vollblut übertragen! Die meisten Empfänger erhalten ganz gezielt die Komponenten des Blutes, die sie benötigen. So kann eine Blutspende vielen Menschen helfen.
  4. Bei der Vollblutspende werden etwa 500 ml Blut gespendet, das ist nur ein Zehntel der Gesamt-Blutmenge. Die Spende dauert etwa 20 Minuten. Einschließlich Untersuchung, Ruhephase und Imbiss reicht eine knappe Stunde.
  5. Sie können auch nur Plasma spenden! In einem speziellen Gerät (Plasmapherese-Gerät) werden die Blutzellen vom Plasma getrennt und dem Körper zurückgegeben. Alle Bestandteile des Plasmas ersetzt der Körper innerhalb von zwei Tagen! Deswegen können Sie Plasma bis zu 40 mal im Jahr spenden. Die Plasmaspende selbst dauert etwa 40 Minuten.

Blut ist sehr sicher geworden!

Viele Menschen haben Sorge, sich zum Beispiel mit AIDS oder Hepatitis zu infizieren, wenn sie Blut, Blutplasma oder Arzneimittel aus Blutplasma bekommen. Diese Befürchtungen können heute zum Glück ausgeräumt werden. In den letzten Jahren sind die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland immens verbessert worden. Für Empfänger und Spender gelten höchste Sicherheitsstandards:

  • Spender werden vor jeder Spende untersucht. Bei den geringsten Zweifeln, zum Beispiel nach Piercing oder Aufenthalt in einem Malariagebiet muss eine Pause gemacht werden.
  • Bei der Spende werden sterile Einwegspritzen und keimfreie Einwegteile benutzt.
  • Alle Blutspende-Dienste werden regelmäßig behördlich kontrolliert.
  • Jede einzelne Blut- oder Plasmakonserve wird mit modernsten Methoden untersucht auf HIV, verschiedene Hepatitis-Formen, Syphilis usw.
  • Weil manche Infektionen im Frühstadium noch nicht im Blut erkennbar sind, wird Frischplasma ein halbes Jahr gefroren in Quarantäne gelagert. Es wird erst verwendet, wenn der Spender erneut getestet wurde.
  • Arzneimittel aus Blutplasma werden bei der Herstellung "Virus-inaktiviert", das heißt ein breites Spektrum an Viren wird unschädlich gemacht.

Seit 1998 ist Deutschland eines der wenigen Länder, die ein Transfusionsgesetz haben. Es sorgt für höchste Sicherheits- und Qualitätsstandards. Moderne staatliche Behörden überwachen die Sicherheit der Blutprodukte. Die Bundesärztekammer und der Arbeitskreis Blut überarbeiten laufend die wissenschaftlichen Standards.

Was Blutspenderinnen und -spender wissen möchten

1. Können Blutspenden nicht durch Eigenblutspenden ersetzt werden? 
Ja, zu etwa 5 bis 15%. Dazu muss eine Behandlung lange vorausplanbar sein und der Gesundheitszustand des Menschen muss eine Blutspende ermöglichen. Das ist zum Beispiel bei Krebspatienten häufig nicht der Fall.

2. Warum soll ich unentgeltlich oder gegen eine geringe Entschädigung spenden? 
Blutspenden geschieht freiwillig. Es sollen nicht Menschen mit Risiken angelockt werden, weil sie Geld benötigen.

3. Vollblut oder Plasma spenden? 
Mit Vollblut versorgt sich Deutschland weitgehend selbst. Plasma dagegen muss noch importiert werden, um spezielle Arzneimittel herstellen zu können, zum Beispiel Faktor VIII, Immunglobuline.

4. Habe ich Vorteile, wenn ich spende? 
Ja, eindeutig! Beim ersten Mal erfahren Sie Ihre Blutgruppe, zum Beispiel Rhesusfaktor. Jedes Mal werden Blutdruck, Puls, Temperatur und spezielle Blutfaktoren untersucht. Gegebenenfalls erfahren Sie frühzeitig von einer Infektionskrankheit und können schnell reagieren.

5. Wer kann wie häufig spenden? 
Blut können Männer 6-mal im Jahr spenden. Frauen dagegen nur 4-mal, da sie zusätzlich durch die Regelblutung Eisen verlieren und längere Zeit benötigen, dies wieder aufzubauen. Plasma können 18- bis 65-Jährige bis zu 40-mal im Jahr spenden.

6. Schadet es, Blut oder Plasma zu spenden? 
Eindeutig nein, weil die gespendeten Mengen gering sind und schnell ersetzt werden – und der kleine Pieks tut (meistens) auch nicht weh!

Wussten Sie schon, ...

  • dass in Deutschland täglich etwa 15.000 Blutspenden benötigt werden, das heißt über 4,5 Millionen im Jahr?
  • dass 66% aller Menschen irgendwann in ihrem Leben Blut, Blutplasma oder Arzneimittel daraus benötigen?
  • dass aber nur 2,5% der Bundesbürger mehrfach im Jahr freiwillig und unentgeltlich Blut spenden? Diesen zwei Millionen Mitbürgern gilt unser Dank! Aber 30% der Bundesbürger sind grundsätzlich bereit zu spenden.

Aktualisiert: 07.02.2018 – Autor: Bundesvereinigung für Gesundheit e.V.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?