Lifeline Logo

Bluthochdruck – Diagnose

Blutdruck messen bei Bluthochdruck © istockphoto, dolgachov

Wichtigstes Instrument zur Diagnose einer Hypertonie ist das Blutdruckmessgerät. Sind mehrfache Ruhemessungen nicht eindeutig, lässt sich für eine Diagnose eine 24-Stunden-Messung durchführen, mit der die Werte des Blutdrucks mit den Aktivitäten in Bezug gebracht werden. Wichtig bei der Erstdiagnostik ist zudem, eine sekundäre Hypertonie auszuschließen. Diese lässt sich eventuell durch Beseitigung der Ursachen heilen. Zur Diagnostik bei Bluthochdruck gehört in der Folge auch, dass der Arzt den Betroffenen regelmäßig untersucht. Dabei legt er besonderes Augenmerk auf die Organsysteme, die häufig bei Bluthochdruck geschädigt werden.

Klassifikation von Bluthochdruck

Die Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga geben – in Anlehnung an Europäischen Empfehlungen – derzeit folgende Klassifikation für die Blutdruckwerte vor:

Kategorie Systolisch (mm Hg) Diastolisch (mm Hg)
Optimal < 120 < 80
Normal 120–129 80–84
Hoch Normal 130–139 85–89

Kategorie "Manifeste Hypertonie"

Kategorie Systolisch (mm Hg) Diastolisch (mm Hg)
Grad 1 Hypertonie (leicht) 140–159 90–99
Grad 2 Hypertonie (mittelschwer) 160–179 100–109
Grad 3 Hypertonie (schwer) ≥ 180 ≥ 110
Isolierte systolische Hypertonie (weitere Einteilung ebenfalls in 3 Grade) ≥ 140 < 90

Hinweise zur Interpretation der Blutdruckwerte

  • Fallen systolischer und diastolischer Blutdruck in unterschiedliche Kategorien, gilt die höhere.
  • Ein besonders hohes Risiko besteht, wenn eine isolierte systolische Hypertonie mit einem besonders niedrigen diastolischen Blutdruck einhergeht (60–70 oder niedriger).
  • Die Angaben gelten normalerweise nur unter Ruhebedingungen, da bei körperlicher Belastung der Blutdruck auch bei Gesunden ansteigt. Steigt der Blutdruck nur unter Belastung überproportional, also über die normale Anpassungsreaktion hinaus an, spricht man von Belastungsbluthochdruck.

Eine "manifeste Hypertonie", wie die Mediziner den krankhaft erhöhten Blutdruck nennen, liegt also bei einem systolischen Wert ab 140 mm Hg und/oder einem diastolischen Wert ab 90 mm Hg vor – vorausgesetzt, es wurde mehrmals an verschiedenen Tagen unter Standardbedingungen, das heißt in Ruhe, gemessen. Diese Definition gilt ohne Altersbeschränkung.

Übrigens: Diese Form der Blutdruckmessung geht auf den italienischen Arzt Scipione Riva-Rocci (1863–1943) zurück, deshalb ist für den am Arm gemessenen Blutdruck die Abkürzung RR (nach Riva-Rocci) üblich.

Aktualisiert: 01.08.2019 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?