Fettstoffwechselstörung - Nr. 3 des Tödlichen Quartetts

Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil unserer Zellen und Grundbaustein lebenswichtiger Hormone. Es spielt außerdem eine entscheidende Rolle im Energiehaushalt. Ein zu hoher Cholesterinspiegel kann die Gefäße schädigen, wenn es in die Gefäßwand abgelagert wird. Es entsteht eine Arteriosklerose. Die Gefäße werden unelastisch, eng und – im schlimmsten Fall – undurchlässig.

Cholesterin spielt also eine Hauptrolle bei der Entstehung arteriosklerotischer Erkrankungen. Die wichtigsten Auslöser für eine Arteriosklerose sind neben einem erhöhten Cholesterinspiegel zu hoher Blutdruck, erbliche Veranlagung, falsche Ernährung, aber auch Stoffwechselerkrankungen wie der Typ-2-Diabetes und seine Vorstufe, die Insulinresistenz. Das Gefährliche: Je größer die arteriosklerotischen Ablagerungen in den Gefäßen, desto höher ist das Risiko gefährlicher Herz-Kreislauf Erkrankungen. Wie auch beim Bluthochdruck haben die Betroffenen über lange Zeit keine Symptome, so unterbleibt häufig eine frühe Diagnosestellung und damit der frühe Beginn einer Therapie.

Gutes und schlechtes Cholesterin

Im Blut wird das Cholesterin an so genannte Lipoproteine gebunden. Mediziner unterscheiden hierbei zwischen zwei verschiedenen Lipoproteinfraktionen: Das LDL (Low Density Lipoprotein, Lipoprotein mit niedriger Dichte) und das HDL (High Density Lipoprotein, Lipoprotein mit hoher Dichte).

LDL - "Das schädliche Cholesterin"

LDL (Low Density Lipoproteins) bringt das Cholesterin an alle Zellen. Ein Überschuss an Cholesterin kann sich an den Gefäßinnenwänden ablagern und zur gefürchteten Arterienverkalkung führen. Das Risiko für gefährliche Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, Schlaganfall oder Herzinfarkt steigt mit zunehmender Ablagerung von Cholesterin an die Zellwände an. Schätzungen gehen von einer Erhöhung des Risikos für die koronare Herzkrankheit um ein bis zwei Prozent bei einer Erhöhung des LDL-Cholesterins um ein Prozent aus. Der Wert sollte deshalb ohne Vorliegen von Risikofaktoren nicht über 160 mg/dl liegen; sind Risikofaktoren vorhanden, sollte der Wert 130 mg/dl nicht überschreiten. Empfehlung zur Senkung des LDL-Cholesterins: medikamentöse Therapie

Je nieder das LDL-Cholesterin - desto besser!

HDL - "Das nützliche Cholesterin"

HDL (High Density Lipoproteins) dagegen bringt das Cholesterin in die Leber, wo es verarbeitet und abgebaut wird. Damit wirkt es einer Arteriosklerose entgegen und wird aus diesem Grund auch das "nützliche" Cholesterin genannt. Der Wert sollte über 40 mg/dl liegen. Das Ziel einer erfolgreichen Therapie von erhöhten Cholesterinwerten sollte sowohl eine Erhöhung des HDL-Spiegels als auch eine Erniedrigung des LDL-Spiegels sein. Empfehlungen zur Erhöhung des HDL-Cholesterin:

  • Körperliche Aktivität
  • Nikotinabstinenz
  • Hypokalorische Kost / Gewichtsabnahme

Je höher dieser Blutwert ist, umso besser.

Triglyceride (Neutralfette)

Triglyceride

werden auch als Neutralfette bezeichnet. Die Fettmoleküle, die wir mit der Nahrung aufnehmen bestehen, chemisch gesehen aus Glycerin und jeweils drei Fettsäuren. Die Fettsäuren werden in einfach, zweifach und mehrfach ungesättigte sowie gesättigte Fettsäuren unterschieden. Gesättigte Fettsäuren sind hauptsächlich in tierischen Fetten enthalten und für den Körper eher ungünstig. Pflanzliche Fette und Fischöle enthalten dagegen die gesünderen ungesättigten Fettsäuren. Dem Körper dienen die Triglyceride als Energiespeicher. Der Triglyceridwert sollte möglichst unter 200 mg/dl liegen. Empfehlungen zur Triglyzerid-Senkung:

  • Stoffwechselnormalisierung,
  • Hypokalorische Kost / Gewichtsabnahme, Alkohol-Abstinenz
  • Medikamente

Therapie

Neben einer medikamentösen Therapie können Betroffene in vielen Fällen selber etwas unternehmen: Wer unter einer Fettstoffwechselstörung leidet, sollte in jedem Fall seine Ernährung umstellen und seine körperliche Aktivität steigern. Die Ernährung sollte sich aus einer ballaststoffreichen Kost mit einem Fettanteil von 30% (davon maximal 10% gesättigte Fette), weniger als 300 mg Cholesterin und einem Kohlenhydratanteil von mehr als 50% zusammensetzen.

Positiv auf die Blutfettwerte wirkt sich auch der Verzehr von pflanzlichen Sterinen wie etwa Phytosterole aus, sie kommen in Pflanzenölen, Samen, Nüssen, Gemüse und Obst vor. Ebenfalls positiv beeinflussen den Fettstoffwechsel Gewichtsverlust, Sport sowie Rauch- und Alkoholabstinenz, wobei geringe Mengen Alkohol auch zu einer Erhöhung des HDL-Cholesterins führt. Bei Patienten mit genetisch bedingten Fettstoffwechselstörungen können die Fettspiegel in gigantische Höhen steigen - LDL-Werte von 500 bis 1200 mg/dl sind durchaus schon mal möglich. Diese Patienten brauchen eine spezielle Behandlung.

Aktualisiert: 16.05.2014
Autor*in: gesundheit.de

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