Schwere Beine in der Schwangerschaft

Schwangere Frau reibt schwere, schmerzende Beine © istockphoto, fotostorm

Während der Schwangerschaft klagen besonders viele Frauen über schmerzende, schwere Beine. Dies ist auf den veränderten Hormonhaushalt während dieser Zeit zurückzuführen. Dieser sorgt dafür, dass die Blutgefäße dehnbarer als üblich sind. Zudem führt der um etwa 20 Prozent erhöhte Blutfluss dazu, dass mehr Blut durch die Gefäße fließt. Durch die Erweiterung der Venen schließen die Venenklappen schlechter und es kann ein Rückstau entstehen. Dieser ist dann für die Schmerzen in den Beinen verantwortlich.

Krampfadern in der Schwangerschaft

Die Venen werden auch durch das zunehmende Gewicht der Frau stärker belastet. Durch diese Belastung kann es nicht nur zu schweren Beinen, sondern auch zu Krampfadern kommen. Diese sollten während der Schwangerschaft regelmäßig beobachtet und auch dem Frauenarzt gezeigt werden. Er kann im Zweifelsfall Kompressionsstrümpfe zur Linderung der Beschwerden verschreiben.

Schwere Beine in der Schwangerschaft: Was tun?

Wer während der Schwangerschaft unter müden, schweren Beinen leidet, sollte die Beine öfters einmal hochlagern, um die Gefäße zu entlasten. Auch nachts empfiehlt es sich, die Beine hoch zu legen. Dies kann entweder durch ein höhenverstellbares Bett, aber auch durch Kissen, Decken oder Handtücher erfolgen.

Tagsüber sollte man langes Stehen und Sitzen vermeiden. Wer trotzdem viel Stehen und Sitzen muss, sollte darauf achten, die Beine zwischendurch zu bewegen. Beim Sitzen sollten außerdem die Beine nicht übereinander geschlagen werden, um den Blutfluss nicht zu stören.

Auch Bewegung hilft gegen schwere Beine in der Schwangerschaft: Für Schwangere bieten sich besonders Radfahren, Schwimmen, Schwangerschaftsgymnastik und Spaziergänge an. Wer auf seinem Spaziergang an einem Kneipp-Becken vorbei kommt, darf ruhig eine Runde kneippen gehen, denn das kalte Wasser zieht die Gefäße in den Beinen zusammen.

Um schweren Beinen und Krampfadern vorzubeugen, empfiehlt es sich, auch in der Schwangerschaft Kompressionsstrümpfe zu tragen. Haben sich bereits starke Krampfadern ausgebildet, können vom Arzt Heparinspritzen verordnet werden, um das Risiko für eine Thrombose zu senken.

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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