Venenleiden in den Beinen

Beine mit Venenleiden © rawpixel

Die Venen transportieren das Blut zum Herzen zurück. Ventilklappen in den Venen verhindern, dass das Blut in die falsche Richtung zurückfließt. Zusätzlich unterstützt die "Muskelpumpe" den Rücktransport des Blutes: Wie bei einem Wasserschlauch, den man auspresst, drücken die Muskeln bei jeder Bewegung die Beinvenen zusammen und damit das Blut weiter.

Zahlen und Fakten über Venen

Doch etwa jeder zweite Deutsche steht auf nicht mehr ganz gesunden Beinen. Den aufrechten Gang hat der Mensch den anderen Säugetieren voraus, er bringt ihm aber auch Nachteile. So wird dem Blutkreislauf Höchstleistung abverlangt, denn das Blut muss von den Zehen zum Herzen zurück: Durch die Venen und entgegen der Schwerkraft fließen 9.000 Liter täglich. Das entspricht über 500 Kisten Mineralwasser, die man auf den Tisch heben wollte.

Der Blutfluss durch die Venen

Das Blut fließt nicht allein deshalb vom Körper zum Herzen zurück, weil das Herz pumpt. Das Blut in den Venen wird auch deshalb zum Herzen transportiert, weil sich die Venenwände mitsamt ihren Muskeln zusammenziehen.

Damit das Blut dabei nicht vom Weg abkommt, haben die Venen ventilartige Schleusen, auch Venenklappen genannt. Diese Rückschlagventile öffnen sich nur bei einem Druck von unten und schotten sich bei einem Rückstrom von oben sofort wieder ab. Auch die Venenmuskelpumpen an der Fußsohle, am Sprunggelenk und an der Wade sind beim Rücktransport des Blutes zum Herzen beteiligt. Beim Laufen drücken die Muskeln immer wieder auf die Venen und helfen, das Blut in Richtung des Herzen zu treiben.

Gut vorstellbar also, dass manche Belastungen Gift für die Venen sind, so zum Beispiel das ständige Stehen bei vielen Berufen. Durch die Schwerkraft drückt das Blut nach unten und damit ständig gegen die Klappen und Wände in den tiefen Beinvenen. Die Venenwände sind nach einiger Zeit der Belastung nicht mehr gewachsen und geben nach. Durch die Erweiterung schließen die Venenklappen nicht mehr richtig und nur ein Teil des Blutes wird zurücktransportiert. Ein anderer Teil wird in oberflächliche Venen gedrückt, die sich dadurch ebenfalls ausdehnen.

Es kommt zu Krampfadern (Varizen). Dort ist der Blutfluss verlangsamt, das Blut staut sich und Wasser wird aus dem Blutstrom in umliegendes Gewebe gedrückt (Ödem). Besonders abends sind die Beine schwer und geschwollen, schmerzen, kribbeln oder jucken. Im Laufe der Zeit nehmen auch die Venenwände Schaden. Sie verlieren an Spannkraft und werden anfällig für Entzündungen und Blutgerinnselbildung (Thrombosen).

Ursachen schwacher Venen

Die Entstehung von Venenleiden wird besonders durch folgende Risikofaktoren begünstigt:

  • Bewegungsarmut
  • Übergewicht
  • Überwiegend stehende oder überwiegend sitzende Tätigkeit (Beine bewegungslos in der Senkrechten)
  • Schwangerschaft
  • Einnahme der Antibabypille, besonders bei Raucherinnen und bei Frauen über 30 Jahren
  • Blutstauung durch Operation
  • verstärkte Gerinnungsneigung
  • erbliche Venen- und Bindegewebsschwäche

Aktualisiert: 14.09.2016 – Autor: Dagmar Reiche

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