Aortenaneurysma – Komplikationen und Behandlung

Aortenaneurysma: Mögliche Komplikationen

Je nach Lokalisation der Aussackung sind folgende unerwünschte Begleiterscheinungen von Aortenaneurysmen bekannt: Komplikationen, die sich durch mechanischen Druck auf umgebende Strukturen erklären lassen, wie Heiserkeit durch Schädigung von Kehlkopfnerven, Schluckbeschwerden und Atemnot. Durch das wachsende Aneurysma kann jedoch auch die Durchblutung anderer Organe oder der Arme und Beine schwer beeinträchtigt werden.

Bilden sich Blutgerinnsel in den aufgetriebenen Aneurysmasäcken, können diese auch Ausgangspunkt von Embolien zum Beispiel ins Gehirn und damit von Schlaganfällen sein. Die schwerwiegendste Komplikation aller Aneurysmaformen ist mit Sicherheit dann gegeben, wenn das Aneurysma platzt. Diese Notfallsituation wird vom Patienten in den wenigsten Fällen überlebt.

Behandlung eines Aortenaneurysmas

Beim Aortenaneurysma stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Medikamententherapie des Bluthochdrucks
  • Offene Operation
  • Einsetzen einer Gefäßprothese von der Leiste aus (endovaskuläre Operation)

Medikamentöse Therapie des Aortenaneurysmas

Gelingt es, Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung oder Übergewicht durch Medikamente oder andere Maßnahmen unter Kontrolle zu bringen, kann das Aortenaneurysma zwar nicht geheilt, aber der Verlauf der Erkrankung in den meisten Fällen günstig beeinflusst werden.

Die Behandlung zielt hierbei vor allem darauf ab, die kritische Vergrößerung des Aneurysmas auf über 5 bis 6 cm Durchmesser zu verhindern und damit die Wahrscheinlichkeit zu vermindern, dass das Aneurysma platzt.

Offene Operation des Aortenaneurysmas

Zur Behandlung des Aortenaneurysmas stehen zwei operative Verfahren zur Auswahl. Bei der sogenannten offenen Gefäßoperation wird die Bauchaorta freigelegt und der Teil mit dem Aortenaneurysma durch eine Gefäßprothese – bestehend aus einem Kunststoffrohr – ersetzt. Diese Operation ist für den Patienten zwar sehr belastend, doch bietet sie eine sichere Heilbarkeit, sodass weitere Kontrollen nicht nötig sind.

Da eine notfallmäßige Operation beim geplatzten Aortenaneurysma in den wenigsten Fällen erfolgreich ist, kommt dem behandelnden Arzt nach Diagnose eines Aortenaneurysmas vorwiegend die Aufgabe zu, durch regelmäßige Verlaufsuntersuchungen die Entwicklung des Aneurysmas zu kontrollieren und den richtigen Zeitpunkt für die Operation festzulegen.

Gegeneinander abgewogen werden muss im Einzelfall das Risiko der Operation selbst vor allem bei älteren Patienten mit zusätzlichen Herz- oder Lungenerkrankungen sowie das Risiko, nicht zu operieren und damit ein mögliches Platzen des Aortenaneurysmas in Kauf zu nehmen.

Endovaskuläre Operation des Aortenaneurysmas

Eine alternative Methode der Behandlung, die ohne Öffnung der Bauchdecke auskommt und damit eine weitaus geringere Belastung für den Patienten darstellt, hat sich im Laufe der letzten Jahre etabliert.

Über die Leistenschlagader wird dabei am wachen Patienten eine Gefäßprothese (Stent-Prothese) in das Gefäßsystem eingebracht und damit der Bereich des Aneurysmas von innen ausgekleidet und stabilisiert.

Ein Nachteil dieser Behandlungsform ist jedoch die Notwendigkeit einer lebenslangen regelmäßigen Kontrolle. Zudem können mehrere Folgeeingriffe nötig sein, da die Stents nicht unbegrenzt haltbar sind und mit der Zeit undichte Stellen aufweisen können.

Nicht jeder Patient und nicht jedes Aneurysma kommt für dieses Verfahren in Betracht. Bei Patienten, die wegen ihres Alters oder anderer Erkrankungen nicht operiert werden können, ist das Einsetzen der Gefäßprothese jedoch oft die einzig vorhandene Behandlungsmöglichkeit.

Vorbeugende Maßnahmen

Zur Vorbeugung von Aortenaneurysmen sind im wesentlichen alle Maßnahmen geeignet, durch die Gefäßerkrankungen verhindert oder zumindest in ihrem Verlauf günstig beeinflusst werden können. Hierzu zählen Gewichtsregulierung bei Übergewicht, Rauchstopp, wirkungsvolle Behandlung von Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit, Diätmaßnahmen bei Fettstoffwechselstörung oder Gicht, Abbau psychischer Stressfaktoren sowie regelmäßiges körperliches Training.

Genetische Faktoren als Ursache der Aortenaneurysmen können heute leider weder durch ärztliche Behandlungsmaßnahmen noch durch persönliche Verhaltensregeln beeinflusst werden.

Seit Januar 2018 haben gesetzlich versicherte Männer ab 65 Jahre einen Anspruch auf eine einmalige Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchaorta. Denn diese Gruppe weist ein besonders hohes Risiko für Aortenaneurysmen auf. Bei der Untersuchung führt der Arzt einen Ultraschall des Bauches durch, wodurch er die Dicke der Bauchaorta vermessen und so eine mögliche Veränderung der Hauptschlagader feststellen kann.

Aktualisiert: 23.09.2020 - Autor: Überarbeitet: Nadja Weber

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