Offenes Bein - Verlauf und Prognose

Worauf muss der Erkrankte achten?

Ohne die Unterstützung des Betroffenen ist jede Therapie zum Scheitern verurteilt.

Venöse und arterielle Beingeschwüre

Bei venösen Beingeschwüre ist eine Kompressionstherapie nur dann wirkungsvoll, wenn sie regelmäßig zum Einsatz kommt und wenn die Wadenmuskeln durch wiederholtes Gehen aktiviert werden. Langes Sitzen oder Stehen in gleicher Position ist Gift für die Venen, ebenso Sitzen mit übereinander geschlagenen Beinen. Über regelmäßiges Hochlagern der Beine hingegen freuen sie sich. Übrigens: Das Gesagte gilt auch dann noch, wenn das Geschwür abgeheilt ist – sonst ist es schnell wieder da!

Risikofaktoren auszuschalten, ist bei arteriellen Geschwüren die beste Therapie: mit dem Rauchen aufhören, Übergewicht reduzieren, Blutzucker und -fette im Normbereich halten. Passendes, bequemes Schuhwerk ist ebenso wichtig wie das Vermeiden von Verletzungen bei der Fuß- und Nagelpflege. Besonders Zuckerkranke, deren Schmerzempfinden häufig eingeschränkt ist, sollten regelmäßig ihre Beine und Füße auf Hautveränderungen untersuchen – frühzeitgie Therapie beugt langwieriger Behandlung vor!

Wie sind Verlauf und Prognose?

Mit adäquater Therapie und Mitarbeit des Patienten heilen die meisten Geschwüre innerhalb von Monaten ab. Zeigt sich auch unter optimaler Behandlung nicht innerhalb von drei Monaten eine Verbesserung oder innerhalb von einem Jahr ein Abheilen, spricht man von einem „therapieresistenten“ Ulcus cruris. Dann muss nach einer selteneren Ursache für das Geschwür gefahndet werden.

Arteriell bedingte Geschwüre heilen schlechter und länger als venöse; schlimmstenfalls droht infolge der Durchblutungsstörung eine Amputation. Beingeschwüre haben die Tendenz, immer wieder aufzutreten, weshalb auch die Nachbehandlung einen wichtigen Stellenwert hat.

Aktualisiert: 23.10.2017 - Autor: Dagmar Reiche

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