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Wahrnehmung – Was ist das überhaupt?

Zwei Frauen hören Musik © rawpixel

"Wara neman" – bei den alten Germanen bedeutete dies, einer Sache Aufmerksamkeit zu schenken. Von diesem Moment bis zum "wahr nehmen", also dem Erfassen, wie etwas ist, laufen im Körper viele komplexe Vorgänge ab, an denen zahlreiche Strukturen beteiligt sind. Um zu überleben, muss sich der Organismus in seiner Umwelt zurechtfinden – einer Umgebung, die sich permanent ändert und ununterbrochen zahllose Reize aussendet. Diese müssen aufgenommen, nach Wichtigkeit sortiert, verarbeitet und interpretiert werden, das Gehirn muss entscheiden, ob eine Reaktion nötig und sinnvoll ist und diese gegebenenfalls einleiten. Die meisten dieser Prozesse laufen ständig und unbewusst ab, nur ein winziger Teil gelangt ins Bewusstsein.

Perzeption, Kognition und Apperzeption

Die Wahrnehmung oder auch Perzeption ist eng verknüpft mit der Kognition, ein Begriff, der sich vom lateinischen Wort für Erkennen ableitet. Er wird zwar uneinheitlich definiert, meint aber meist die Verarbeitung und Umgestaltung von Informationen im Gehirn, die sich durch Fähigkeiten wie Lernen, Erinnerungsvermögen, Aufmerksamkeit, Fähigkeiten zur Planung, Kreativität, Reflexion oder Willen äußert und einen wichtigen Teil der individuellen Prägung ausmacht.

Die bewusste Erfassen des Wahrgenommenen nach willkürlicher Hinwendung der Aufmerksamkeit wird auch als Apperzeption bezeichnet.

Mit allen Sinnen

Um Informationen aus seiner Umgebung aufzunehmen, besitzt der Mensch verschiedene Sinnesorgane. Jedes Einzelne ist auf einen bestimmten physikalischen oder chemischen Reiz spezialisiert, das Gehirn setzt diese Puzzleteilchen dann zu einem Gesamtbild der Umwelt zusammen. Um die Informationsflut einzudämmen, müssen Reize eine bestimmte Intensität haben. Sind sie zu schwach, werden sie gar nicht erst wahrgenommen, sind sie zu stark – und damit potenziell gefährlich – lösen sie eine unspezifische Schmerzempfindung aus.

Zu den Sinnesorganen zählen das Seh-, Hör-, Riech-, Gleichgewichts- und Geschmacksorgan, aber auch andere Reizempfänger wie die Mechanorezeptoren, die auf Druck, Berührung oder Dehnung zum Beispiel in den Muskeln reagieren.

Prinzipiell lassen sich die Sinneszellen in Extero- und Enterorezeptoren einteilen, wobei Exterorezeptoren Reize von außen wie Licht, Schall, Gerüche oder Berührung empfangen, Enterorezeptoren dagegen Reize innerhalb des Körpers registrieren, zum Beispiel den Blutdruck.

Aktualisiert: 26.09.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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