Alternative Therapien bei Parkinson

Neben einer medikamentösen Behandlung, die auf eine Anhebung des Dopamingehaltes im Gehirn abzielt, können bei Morbus Parkinson auch verschiedene andere Therapien zum Einsatz kommen. Diese können entweder eine Alternative zu den klassischen Therapiemöglichkeiten oder aber eine Begleittherapie darstellen. Nicht zu unterschätzen ist besonders die Bedeutung von ergänzenden Behandlungen wie Physiotherapie und Ergotherapie sowie Sprachtherapie und Psychotherapie.

Therapie mit Anticholinergika

Bei Morbus Parkinson kommt es durch den Dopaminmangel im Gehirn zu einem Überschuss an anderen Botenstoffen wie beispielsweise Acetylcholin. Durch diesen Überschuss werden typische Parkinson-Symptome wie der Ruhetremor hervorgerufen. Mit Hilfe von Anticholinergika, die als Gegenspieler von Acetylcholin fungieren, kann das Ungleichgewicht wieder behoben werden.

Die Einnahme von Anticholinergika ist allerdings mit verschiedensten Nebenwirkungen verbunden, deswegen werden die Medikamente nur noch selten verwendet. Sie werden vor allem dann eingesetzt, wenn das Ruhezittern besonders stark ausgeprägt ist und nicht durch die Standardmedikamente verbessert werden kann. Anticholinergika werden in erster Linie jüngeren Parkinson-Patienten verschrieben, da ältere Patienten die Mittel meist schlecht vertragen. Die Medikamente sollten nicht eingesetzt werden, wenn bereits Störungen des Gedächtnisses vorliegen.

Operative Therapie eher selten

Bevor es wirksame Medikamente gegen Parkinson gab, wurden häufig chirurgische Eingriffe zur Behandlung der Erkrankung durchgeführt. Dabei kam es jedoch teilweise zu schweren Nebenwirkungen, weswegen chirurgische Eingriffe bei Parkinson heutzutage nur noch in Einzelfällen durchgeführt werden. Generell erfolgt ein operativer Eingriff nur, wenn eine medikamentöse Therapie keine ausreichende Wirkung mehr zeigt.

Wird Parkinson operativ behandelt, wird heutzutage eine Hochfrequenz-Tiefenhirnstimulation durchgeführt. Dabei wird dem Patienten eine Art Hirnschrittmacher eingesetzt. Dieser erzeugt und steuert elektrische Impulse, mit deren Hilfe über Elektroden bestimmte Gehirnregionen angeregt und in ihrer Aktivität beeinflusst werden. Durch dieses Verfahren sollen die Parkinson-Symptome abgeschwächt werden. Besonders gute Ergebnisse lassen sich bei großer Unbeweglichkeit und massivem Zittern erzielen.

Eine Hochfrequenz-Tiefenhirnstimulation kann nur durchgeführt werden, wenn ein idiopathisches Parkinson-Syndrom vorliegt und der Patient unter 75 Jahren ist. Zudem ist es wichtig, dass keine Demenz oder Depression vorliegt. Da es sich bei einer Hochfrequenz-Tiefenhirnstimulation um einen sehr speziellen Eingriff handelt, wird dieser nur in wenigen Kliniken in Deutschland angeboten.

Ergänzende Behandlung bei Parkinson

Neben der medikamentösen Behandlung kommt der Physiotherapie bei Parkinson eine besondere Bedeutung zu. Für die betroffenen Patienten ist es ungemein wichtig, alltägliche Aktivitäten wie Gehen und Stehen regelmäßig zu trainieren, um möglichst lange selbstständig bleiben zu können. Parkinson-Patienten sollten auch regelmäßig Sport treiben, um ihre Muskulatur zu kräftigen und Bewegungsabläufe zu schulen. Geeignete Sportarten sind unter anderem Wandern, Schwimmen und Gymnastik.

Verschlechtert sich mit dem Fortschreiten der Erkrankung das Sprechen und Schlucken, ist ein sprachtherapeutisches Training sinnvoll. Dabei werden unter anderem die Aussprache, die Stimme und die Sprechgeschwindigkeit, aber auch die Gesichtsmimik trainiert. Unterstützung für alltägliche Tätigkeiten wie Körperpflege, Essen und Ankleiden biete dagegen die Ergotherapie. Treten durch die Parkinson Krankheit psychische Probleme auf, kann das Aufsuchen eines Psychotherapeuten sinnvoll sein.

Häufig werden von Parkinson-Patienten daneben auch alternativmedizinische Therapien in Anspruch genommen, dazu zählen unter anderem Akupunktur, Massagen sowie Entspannungs-, Atem- und Meditationsübungen. Bislang konnte eine positive Wirkung auf die Lebensqualität der Betroffenen sowie eine Verbesserung der Symptome wissenschaftlich jedoch nicht nachgewiesen werden.

Schließlich ist es auch wichtig, dass sich Parkinson-Patienten gesund ernähren. Idealerweise sollten die Betroffenen möglichst fettarme Kost zu sich nehmen und unbedingt darauf achten, genügend zu trinken.

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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