Symptome von Parkinson

Parkinson nimmt zumeist einen schleichenden Verlauf, deswegen sind die Symptome zu Beginn häufig unspezifisch. Mit der Zeit bilden sich die charakteristischen Anzeichen von Morbus Parkinson dann aber immer stärker aus. Typische Symptome sind eine Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) sowie eine Bewegungsarmut (Hypokinese), die bis hin zur Bewegungslosigkeit (Akinese) reichen kann. Zudem kommt es meist zu Muskelsteifheit (Rigor), einer Haltungsinstabilität (posturale Instabilität) und einem Zittern (Tremor). Allerdings muss der Ruhetremor, der häufig als erstes mit einer Parkinson-Erkrankung in Verbindung gebracht wird, nicht zwangsläufig auftreten.

Parkinson: Definition

Für alle Parkinson-Symptome gilt, dass diese häufig mit der Krankheit einhergehen, aber nicht zwangsläufig auftreten müssen. Auch in ihrer Intensität können sie sich von Patient zu Patient deutlich unterscheiden. Laut Definition wird immer dann von Parkinson gesprochen, wenn eine Bewegungsverlangsamung gemeinsam mit einem der drei anderen Leitsymptome – Tremor, Rigor und posturale Instabilität – auftritt.

Parkinson-Symptome im Frühstadium

Die Symptome, die im Frühstadium von Morbus Parkinson auftreten, sind meist wenig spezifisch und erinnern häufig an rheumatische Erkrankungen: So kommt es beispielsweise zu schmerzhaften Verspannungen in den Schultern oder Armen, die meist einseitig auftreten. Zudem können, Riechstörungen, Schlafstörungen und ein allgemeines Müdigkeitsgefühl sowie Schweißausbrüche und Verstopfungen auftreten. Auch depressive Verstimmungen oder Veränderungen der Persönlichkeit können erste Anzeichen darstellen, die auf Parkinson hindeuten.

Schreitet die Krankheit weiter fort, machen sich die ersten Bewegungsstörungen bemerkbar: Feinmotorische Tätigkeiten wie Zähneputzen, Haare kämmen oder Schreiben fallen den Betroffenen zunehmend schwerer. So wird die Schrift mit der Zeit immer kleiner und unleserlicher. Zudem bereitet den Parkinson-Patienten die Koordination verschiedener Bewegungen Probleme. Durch die Bewegungsverlangsamung verändert sich auch der Gang der Betroffenen: Die Schritte werden kleiner, der Gang wird schlurfend und der Oberkörper ist vornübergebeugt. Anstelle von beiden Armen schwingt beim Gehen meist nur noch ein Arm mit, nach einiger Zeit wird auch dieser Arm nicht mehr mitgeschwungen.

Neben dem veränderten Gangbild lässt auch die Gesichtsmimik mit der Zeit nach (Maskengesicht) und der Lidschlag wird seltener. Häufig wird außerdem die Stimme leiser. Typisch ist darüber hinaus, dass ein Ruhetremor auftritt, von dem die Arme deutlich stärker betroffen sind als die Beine. Das Zittern ist – wie der Name bereits vermuten lässt – in Ruhe deutlich stärker ausgeprägt als bei Bewegung. Ein Ruhetremor ist in erster Linie für Morbus Parkinson typisch, er kann jedoch auch andere Ursachen wie beispielsweise Erkrankungen des Kleinhirns haben.

Symptome im fortgeschrittenen Stadium

Im fortgeschrittenen Stadium nehmen die Bewegungsstörungen weiter zu: Neben dem typischen Symptom der Bewegungsverlangsamung tritt nun zunehmend auch eine ausgeprägte Muskelsteifheit auf, die durch einen erhöhten Muskeltonus hervorgerufen wird. Aufgrund der Muskelsteifheit sind schnelle Bewegungen wie sie beispielsweise beim Abbremsen einer Bewegung auftreten nicht mehr möglich. Ein Erkennungszeichen für die Versteifung der Muskulatur sind beispielsweise leicht angewinkelte Arme.

Schreitet die Krankheit weiter fort, kommt es außerdem häufiger zu Stürzen, weil die Körperhaltung instabiler wird. Da die Halte- und Stellreflexe nachlassen, kann man zudem schlechter das Gleichgewicht halten und es fällt schwerer, sich bei einem Sturz abzufangen. Im fortgeschrittenen Stadium tritt daneben auch das Zittern der Hände deutlicher hervor. Zusätzlich können auch noch die folgenden Symptome auftreten:

Neben körperlichen Symptomen treten bei Parkinson häufig auch psychische Beschwerden auf: Viele Betroffene leiden unter Angststörungen oder Depressionen. Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen kommt es außerdem zu Gedächtnisstörungen, die auf eine beginnende Alzheimer-Erkrankung oder Demenz hindeuten können.

Akinetische Krise

Im Spätstadium einer Parkinson-Erkrankung kann es innerhalb von kürzester Zeit zu einer vollkommenen Bewegungsunfähigkeit des Patienten kommen. Dies wird als akinetische Krise bezeichnet. Meist tritt dieses Symptom innerhalb von wenigen Tagen auf. Da die Betroffenen zuletzt nicht mehr sprechen und schlucken können, müssen sie sofort in eine Klinik gebracht werden.

Eine akinetische Krise kann unter anderem durch das Absetzen der Parkinson-Medikamente oder eine deutliche Reduzierung der Dosis ausgelöst werden. Daneben kann sie aber auch durch schwere Infektionen, Operationen sowie durch einen Flüssigkeitsmangel verursacht werden. Deshalb ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass Parkinson-Patienten stets genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?