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Immer müde – Krankheiten als Ursache

Müde Frau © istockphoto, RossHelen

Müdigkeit und Abgeschlagenheit können als Symptom vieler unterschiedlicher Krankheiten auftreten und langfristig körperliche wie psychische Schäden hervorrufen. Ist die Ursache von ständiger Müdigkeit jedoch bekannt, kann diese mit einer entsprechenden Behandlung bekämpft werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Krankheiten vor, die am häufigsten Ursache von Müdigkeit sind.

Blutarmut als Ursache

Wenn man immer müde ist, kann eine Blutarmut die Ursache darstellen. Eine Blutarmut kann beispielsweise durch eine gestörte Blutbildung im Knochenmarkt oder einen vermehrten Abbau beziehungsweise Verlust von roten Blutkörperchen entstehen. Daneben kann aber auch ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder Eisen eine Blutarmut zur Folge haben.

Ein Eisenmangel ist die häufigste Ursache einer Blutarmut: Mehr als drei Viertel aller Anämien sind auf einen Eisenmangel zurückzuführen. Eisen ist für die Blutbildung zwingend notwendig, denn Eisen ist ein Bestandteil des Hämoglobins, das den Sauerstoff im Blut bindet. Da unser Blut den Sauerstoff durch unseren Körper transportiert, wird bei einem Eisenmangel den Zellen weniger Sauerstoff zur Verfügung gestellt. Wird das Gehirn mit zu wenig Sauerstoff versorgt, wird man müde.

Eisen ist vor allem in Lebensmitteln wie Fleisch, Eiern und Milch vorhanden. Aber auch in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten stecken nennenswerte Mengen an Eisen. Wenn bei der Eisenaufnahme genügend Vitamin C im Körper vorliegt, kann der Körper Eisen übrigens besonders gut aufnehmen.

Oft müde? Schlafapnoe als Ursache

Hinter dem Begriff Schlafapnoe verbergen sich kürzere Atemaussetzer während des Schlafes. Diese entstehen durch ein starkes Erschlaffen der Muskulatur des Rachenraums. Dadurch kann es passieren, dass der obere Teil der Luftröhre zusammenfällt und somit der Luftstrom behindert wird. Solche Atemaussetzer können im Extremfall bis zu einer Minute andauern, dann schlägt der Körper Alarm und man wacht – meist nach Luft schnappend – auf. Häufig kommt es aber auch vor, dass man nicht aufwacht, sondern nur bestimmte Körperfunktionen hochgefahren werden.

Durch die Atemaussetzer werden der Körper und vor allem das Gehirn nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt. Zudem ist der Schlaf durch das nächtliche Aufwachen – an das man sich am nächsten Morgen oft nicht mehr erinnern kann – nicht mehr erholsam. Über Tag kann es deswegen zu ständiger Müdigkeit oder sogar zu Sekundenschlaf kommen.

Schlafapnoe: Symptome

Typische Symptome einer Schlafapnoe sind Kopfschmerzen und Schwindel nach dem Aufstehen, Mundtrockenheit sowie nächtliches Schwitzen. Nachts äußert sich die Schlafapnoe außerdem durch Schnarchen, welches durch Atempausen unterbrochen wird. Oft enden diese Atempausen mit einem heftigen Aufseufzen oder einem besonders lauten Schnarchen.

Die Wahrscheinlichkeit einer Schlafapnoe wird durch Übergewicht, Alkoholgenuss sowie eine untrainierte Halsmuskulatur erhöht. Letztere lässt sich beispielsweise durch das Spielen eines Blasinstrumentes kräftigen.

Vitaminmangel als Ursache von Müdigkeit

Wenn Sie immer müde sind, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie sich ausgewogen genug ernähren. Denn ein Vitaminmangel kann dazu führen, dass sich der Körper schlapp und müde fühlt.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Müdigkeit auf einen Vitaminmangel zurückzuführen sein könnte, sollten Sie mit Ihrem Arzt Rücksprache halten. Lassen Sie von Ihm überprüfen, ob bei Ihnen ein Vitaminmangel vorliegen könnte. Sollte dies der Fall sein, kann Ihnen Ihr Arzt geeignete Vitaminpräparate verschreiben.

Infektionskrankheiten als Ursache

Unter einer Infektionskrankheit ist eine Erkrankung, die durch Erreger hervorgerufen wird, zu verstehen. Zur Gruppe der Infektionskrankheiten gehören beispielsweise die Grippe, die Lungenentzündung oder das Pfeiffersche Drüsenfieber, aber auch Malaria oder AIDS.

Da der Körper durch eine Infektionskrankheit geschwächt wird und er im Schlaf am besten regenerieren kann, ist man während der Erkrankung häufig müde. Dieses Gefühl der Müdigkeit und Abgeschlagenheit kann man gut während einer Grippe beobachten.

Doch während eine Grippe meistens nach rund einer Woche wieder abgeklungen ist, können andere Infektionskrankheiten langwieriger sein: Die Symptome können sich über Monate oder sogar Jahre langsam entwickeln. Einige Infektionskrankheiten wie beispielsweise das Pfeiffersche Drüsenfieber werden häufig lange Zeit nicht diagnostiziert, da typische Symptome fehlen.

Schlafkrankheit und Narkolepsie

Eine Infektionskrankheit, die immer wieder mit ständiger Müdigkeit in Verbindung gebracht wird, ist die Schlafkrankheit (Trypanosomiasis). Bei dieser durch die Tsetsefliege übertragenen Erkrankung treten im zweiten Stadium der Erkrankung starke Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus auf.

Im Volksmund wird häufig auch die Narkolepsie als Schlafkrankheit bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der es über Tag immer wieder zu Schlafattacken kommt. Da die Schlafattacken meist sehr plötzlich auftreten und mit einem starken Tonusverlust der Muskulatur einhergehen, kommt es häufig zu Stürzen der Betroffenen.

Häufig müde? Stoffwechselkrankheiten als Ursache

Bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion können ebenfalls hinter einer ständigen Müdigkeit stecken. So kann das Gefühl, immer müde zu sein, mit einer schlechten Einstellung des Blutzuckerspiegels zusammenhängen.

Ebenso kann eine Schilddrüsenunterfunktion dafür sorgen, dass man sich permanent müde fühlt. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion werden in der Schilddrüse zu wenige Hormone produziert. Dadurch kann es unter anderem zu folgenden Symptomen kommen:

  • brüchige Haare
  • brüchige Nägel
  • Appetitlosigkeit
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Gewichtszunahme
  • Müdigkeit

Ständige Müdigkeit – Krebs als Ursache?

Wird für die ständige Müdigkeit keine andere Ursache gefunden, sollte auch in Betracht gezogen werden, ob hinter der Müdigkeit eine Krebserkrankung stecken könnte. Denn die meisten Krebsarten gehen mit Müdigkeit einher. Bei einer Krebserkrankung tritt das Gefühl der Müdigkeit meist mit anderen Empfindungen wie Schwäche, Mattigkeit und Kraftlosigkeit auf. Diese besondere Form der Müdigkeit wird auch als Fatigue bezeichnet, was im Französischen Mattigkeit oder Ermüdung bedeutet.

Häufig ist das Gefühl, permanent müde zu sein, nicht nur auf die Erkrankung selbst, sondern auch auf die Behandlungsmethoden wie beispielsweise eine Chemotherapie zurückzuführen. Um gegen die Müdigkeit vorzugehen, empfiehlt sich ein fester Schlafrhythmus sowie maßvolles Sporttreiben.

Chronisches Ermüdungssyndrom als Grund für Müdigkeit

Zu unterscheiden von der Fatigue bei und nach Krebserkrankungen ist das Chronische Ermüdungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom, CFS; auch: Myalgische Enzephalomyelitis, ME). Darunter ist ein Erschöpfungszustand zu verstehen, der länger als ein halbes Jahr andauert. Zusätzlich zur Müdigkeit können beim Chronischen Erschöpfungssyndrom Symptome wie Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen, Magenbeschwerden und Konzentrationsprobleme auftreten.

Wodurch das chronische Erschöpfungssyndrom ausgelöst wird, ist bislang nicht geklärt. Neben anderen akuten Belastungen wie beispielsweise einer Infektion könnten auch psychische Belastungen eine Rolle spielen. Das Chronische Müdigkeitssyndrom wird als neurologische Erkrankung klassifiziert.

Aktualisiert: 04.11.2019 – Autor: Kathrin Mehner

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