Symptome der Narkolepsie

Frau mit Narkolepsie schläft auf Schreibtisch © rawpixel

Narkolepsie Symptome werden in der Regel anhand vier verschiedener Haupt-Symptome unterschieden. Diese vier zentralen Narkolepsie Symptome werden zudem als Symptom Komplex oder als narkoleptische Tetrade benannt. Diese vier Symptome der Schlafkrankheit sind Schlafzwang, Kataplexien, abnormer Schlafrhythmus sowie Schlaflähmung.

Narkolepsie Symptom Nr. 1: Schlafzwang

Die Schlafkrankheit (im Volksmund auch als Schlummerzwang bezeichnet) äußert sich zunächst oft nur durch eine ganztägig bestehende, erhöhte Schläfrigkeit. Hinzu können die imperativen Schlafattacken kommen.

Die Müdigkeit steigert sich und es treten Konzentrationsschwächen auf, falls sich der Narkolepsie-Patient zum Wachbleiben zwingt. Meist treten die Schlafattacken oder die unwiderstehliche Müdigkeit in Situationen auf, in denen auch gesunde Menschen schläfrig werden, so etwa als Beifahrer, im Dämmerlicht (auch bei öffentlichen Veranstaltungen wie im Kino oder Theater), beim Lesen und Fernsehen, bei Vortragsveranstaltungen oder bei monotonen Arbeiten.

Hinzu schlafen Narkoleptiker auch plötzlich ungewollt ein, wenn andere Menschen, etwa durch Aufregung, hellwach sind – zum Beispiel während sie selbst einen Vortrag halten.

Narkolepsie Symptom Nr. 2: Kataplexie

Neben der Tagesschläfrigkeit kommt es bei einem Teil der Narkolepsie-Patienten mehr oder weniger häufig zu plötzlichen und kurzen Verlusten der Kontrolle über die Muskeln, die als Kataplexien bezeichnet werden.

Bei leichten Kataplexien kann nur die Gesichtsmuskulatur erschlaffen, schwere Anfälle lassen den gesamten Körper zusammensacken, was auf Außenstehende meist sehr dramatisch wirkt. Ausgelöst werden können Kataplexien beispielsweise durch starke Gefühle wie Lachen (man spricht in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Lachschlag), Angst, Ärger oder Überraschung. So können einem zum Beispiel die Knie weich werden, wenn jemand einen guten Witz erzählt.

Der Narkolepsie-Patient ist während einer Kataplexie bei vollem Bewusstsein, kann aber unter Umständen die Augenlieder nicht öffnen. Seine Sinne funktionieren völlig normal, auch haben Betroffene im Gegensatz zu Epileptikern noch die Kontrolle über ihre Ausscheidungsfunktionen. Eine Kataplexie kann bis zu einer halben Stunde andauern und durch den Zusammenhang mit emotionalen Zuständen noch verlängert werden, etwa wenn derjenige sich darüber ärgert, dass er die Kataplexie nicht beenden kann.

Auch Erinnerungen an Emotionen können Kataplexien auslösen. Kataplexie gilt als sicheres Symptom für Narkolepsie, was eine Diagnose wesentlich erleichtert und andere Schlafstörungen ausschließt.

Narkolepsie Symptom Nr. 3: Abnormer Schlafrhythmus

Der abnorme Schlafrhythmus kann sich etwa in einem Zyklus von je vier Stunden Schlaf und Wachsein abwechselt. Dieser Rhythmus setzt sich auch nachts fort, weshalb Narkolepsie-Betroffene unter teils lang anhaltenden Nacht-Wach-Phasen leiden. Zwar wachen auch gesunde Menschen nachts auf, doch schläft man in der Regel gleich wieder ein. Sind die Nacht-Wach-Phasen eines Narkoleptikers nur kurz, so ist sein Schlaf trotzdem äußerst seicht.

Jegliche äußere Einflüsse, wie Licht, Lärm oder Bewegung (etwa wenn sich der Partner im selben Bett umdreht) lassen den Narkolepsie-Patienten aufwachen. Zudem sind die Traumphasen gestört; Betroffene erinnern sich durch den leichten Schlaf häufiger an ihre Träume und neigen verstärkt zu (teilweise in der nächsten Schlafphase fortgesetzten) Alpträumen. Der leichte Schlaf bei Narkolepsie ist nicht erholsam und verstärkt das Schlafbedürfnis und die Konzentrationsschwächen am Tag.

Narkolepsie Symptom Nr. 4: Schlaflähmung

Schlaflähmung ist ähnlich wie die Katalepsie ein Zustand, bei dem der Betroffene die Kontrolle über seine Muskeln verliert. Die Schlaflähmung tritt in den Übergangsphasen beim Einschlafen oder Aufwachen ein, manche beschreiben Schlaflähmung als einen Zustand zwischen Wachsein und Träumen. Anders als bei der Kataplexie steht die Schlaflähmung nicht im Zusammenhang mit Emotionen. Ein weiterer Unterschied ist, dass Außenstehende den Bewegungsunfähigen durch Berührung aus der Starre erlösen können.

Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Narkolepsie-Symptomen wird die Schlafparalyse nicht von allen Patienten als einheitlich negativ empfunden. Manche Narkoleptiker beschreiben den Zustand als angenehm oder können sich währenddessen besser ungelöster Probleme annehmen. Unangenehm wird die Schlaflähmung besonders, wenn sie in einer unbequemen Haltung eintritt. Sie kann jedoch äußerst belastend sein, wenn gleichzeitig schlafbezogene Halluzinationen auftreten.

Diese werden oft als die am meisten psychisch belastenden Symptome der Narkolepsie empfunden, da der Betroffene Erscheinungen hat, die auf ihn vollkommen real wirken. Selbst nach dem Aufstehen können Narkoleptiker davon überzeugt bleiben, dass ein Einbrecher an ihrem Bett stand oder sie vergewaltigt wurden.

Aktualisiert: 04.08.2017 – Autor: Daniela Heinisch

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