Schlaganfall - Therapie und Behandlung

Sofortige Behandlung bei Schlaganfall © istockphoto, Wavebreakmedia

Grundsätzlich wird zwischen Behandlung im akuten Stadium und anschließender Rehabilitationsbehandlung unterschieden. Zu letzterer gehören auch vorbeugende Maßnahmen, um weitere Schlaganfälle zu vermeiden. Ganz wichtig im Akutstadium ist ein möglichst schneller Behandlungsbeginn. Genau wie beim Herzinfarkt gilt auch beim Schlaganfall: Je früher adäquate Maßnahmen eingeleitet werden, desto niedriger sind Komplikationsrate und Ausmaß bleibender neurologischer Ausfälle.

Lyse-Therapie als Form der Behandlung

Einzige ursächliche Maßnahme, bei dem durch einen Gefäßverschluss bedingten ischämischen Insult, ist die Lyse-Therapie, bei welcher ein als Infusion gegebenes Medikament Verstopfungen im Gefäß auflöst. Diese ist allerdings nur wirksam, wenn sie innerhalb der ersten drei bis vier Stunden nach dem Infarkt startet. Bisher gelingt es schätzungsweise nur bei einem Viertel der Patienten, sie in dieser Zeit in einer entsprechend ausgerüsteten Klinik oder gar Stoke Unit (speziell auf Schlaganfälle eingerichtete Abteilung) aufzunehmen.

Weitere Therapiemöglichkeiten sind über Venen gegebene blutverdünnende Medikamente, die die Gerinnungsfähigkeit des Blutes senken, so die Durchblutung des betroffenen Hirnareals verbessern, wodurch das Ausmaß der Schädigung vermindert wird. Unter bestimmen Voraussetzungen kann an Spezialzentren im akuten Stadium beim Schlaganfall auch versucht werden, das verschlossene Gefäß mit einem Ballonkatheter, welcher ins Gefäßsystem eingeführt wird, wieder aufzudehnen (Ballondilatation).

Wird ein akuter Schlaganfall durch eine Einblutung ins Gehirn, zum Beispiel bei einem Hirntumor oder nach einer Gefäßzerreißung, verursacht, kann unter Umständen auch eine Hirnoperation zur Druckentlastung erforderlich werden (Trepanation).

Schlaganfall: Möglichkeiten der Behandlung

Nachdem die akute Phase beim Schlaganfall überstanden ist, setzen Maßnahmen ein, mit denen bleibende Ausfälle vermindert oder kompensiert, Alltag bewältigt, Risiken für einen erneuten Schlaganfall vermindert sowie mögliche Ursachen behoben werden. So ergeben sich folgende Behandlungsmöglichkeiten:

  • Physiotherapie bzw. Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie
  • Medikamente zur Blutverdünnung
  • Kontrolle der Risikofaktoren für Schlaganfälle (Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, Blutdruck gut einstellen, mit Rauchen aufhören, regelmäßige Bewegung, Übergewicht vermindern bzw. abnehmen)
  • Operation großer verengter Halsgefäße
  • Behandlung einer zugrundeliegenden Herzerkrankung

Aktualisiert: 20.08.2012 – Autor: Dagmar Reiche

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