Schlaganfall und Herzinfarkt: Vermeidbares Drama?

Herzkreislauferkrankungen sind die führenden Todesursachen in Deutschland, jeder Zweite stirbt an solchen Krankheiten. Jährlich ereignen sich ca. 250.000 Schlaganfälle (50.000 enden tödlich). 75% entstehen durch plötzliche Gefäßverschlüsse mit nachfolgendem Absterben von Hirngewebe, bei 25% ist eine Blutung im Gehirn die Ursache. In beiden Fällen ist Bluthochdruck zahlenmäßig der wichtigste Risikofaktor für den Schlaganfall, gefolgt von Rauchen, Diabetes und Cholesterinerhöhung. Nach 3 Monaten sind 1/3 aller Schlaganfallpatienten verstorben oder dauerhaft schwer behindert und pflegebedürftig, 10% haben mittelschwere und die übrigen leichte Behinderungen oder Funktionsausfälle.

Ursachen

Jährlich ereignen sich über 400.000 Herzinfarkte, davon sind über 40% tödlich. Herzinfarkte entstehen durch eine akute Verstopfung der Herzkranzarterien, welche den Herzmuskel mit Blutversorgen. Solche Gerinnsel sind meistens Folge einer Arteriosklerose der Herzkranzarterien. Die wichtigsten Risikofaktoren dafür sind Cholesterinerhöhung, Rauchen und Diabetes. Bluthochdruck ist zwar nicht der erstrangige Risikofaktor für den Herzinfarkt (im Gegensatz zum Schlaganfall) dennoch kann das Herzinfarktrisiko auch durch Blutdrucksenkung deutlich gemindert werden.

Belastung für Angehörige und Wirtschaft

Schlaganfälle und Herzinfarkte haben enorme individuelle und volkswirtschaftliche Bedeutung: Durch die Behinderung nach einem Schlaganfall und durch die Einschränkung der Belastbarkeit nach einem Herzinfarkt entstehen dem Betroffenen und seiner Familie schwere Einbussen der Lebensqualität. Diese Krankheiten verursachen außerdem enorme Kosten durch Krankenhausbehandlung, Rehabilitation, Arbeitsausfall und Erwerbsunfähigkeit. Hinzu kommen besonders nach Schlaganfällen ggf. enorme Folgekosten durch die Behinderung und Pflegebedürftigkeit. Fotonachweis: Losartan LIFE

Vorbeugung

Der wirksamste Schutz vor dem Schlaganfall und dem Herzinfarkt ist die Optimierung der individuellen Risikofaktoren. Dazu zählt neben gesunder Lebensweise (Gewichtsnormalisierung, viel Bewegung, Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum) auch die Anwendung geeigneter Medikamente zur Normalisierung des erhöhten Blutdrucks und des erhöhten Cholesterins. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen ist wissenschaftlich klar erwiesen. Für viele Patienten wäre der Schlaganfall und der Herzinfarkt daher "ein vermeidbares Drama". Quelle: Prof. Dr. med. Peter Baumgart, Med. Klinik I, Clemenshospital Münster; Haas & Health Partner Public Relations

Aktualisiert: 20.03.2014

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