Schnarchen: Das hilft!

Frau mit schnarchendem Mann hält Kissen über Ohren © istockphoto, AntonioGuillem

Schnarchen entsteht meist durch eine Verengung der oberen Atemwege. Hinter einer solchen Verengung können verschiedene – meist harmlose – Ursachen stecken. Gefährlich ist Schnarchen nur, wenn es während der Nacht zu Atemaussetzern kommt. In einem solchen Fall spricht man von einer Schlafapnoe. Diese schwere Form des Schnarchens sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Harmloses Schnarchen können Sie dagegen selbst durch verschiedene Mittel und Maßnahmen – etwa die richtige Schlafposition oder ein Nasenpflaster – verhindern. Lesen Sie hier, was Sie gegen lästiges Schnarchen tun können.

Schnarchen ist weit verbreitet

Schnarchen ist ein Phänomen, das relativ häufig auftritt – vor allem mit zunehmendem Alter schnarchen immer mehr Menschen. Bei Männern sind rund 60 Prozent betroffen, bei Frauen 40 Prozent. Während bei vielen Personen die Schnarchgeräusche relativ leise sind, sind sie in einigen Fällen sehr laut und störend. So ist im Guinness-Buch der Rekorde eine Schnarch-Lautstärke von 93 Dezibel vermerkt. Das entspricht in etwa der Geräuschkulisse einer vielbefahrenen Autobahn.

Ursachen von Schnarchen

Im Schlaf kommt es zu einer Entspannung der Atemmuskulatur. Sind die Muskeln erschlafft, können sie durch den Luftstrom beim Ein- und Ausatmen zum Schwingen gebracht werden. Betroffen davon sind häufig das Zäpfchen und das Gaumensegel, in seltenen Fällen auch der Rachen und der Zungengrund. Die Geräusche, die durch das Vibrieren der Muskulatur entstehen, werden als Schnarchen bezeichnet.

Häufig wird das Schnarchen durch eine Verengung der oberen Atemwege hervorgerufen. Denn sind die Atemwege verengt, steigt die Strömungsgeschwindigkeit der eingeatmeten Luft und der Druck im Rachenraum sinkt. Dadurch wird das Vibrieren der erschlafften Muskulatur begünstigt.

Für eine Verengung der oberen Atemwege gibt es verschiedene Ursachen:

  • (allergischer) Schnupfen
  • Entzündung der Nasennebenhöhlen
  • Verkrümmung der Nasenscheidewand
  • Nasenpolypen
  • Vergrößerung der Mandeln am Gaumen und im Rachen
  • verkürzter Unterkiefer
  • Fettansammlungen im Rachen durch Übergewicht

Schlafapnoe ist gefährlich

Normales Schnarchen, bei dem die Luft problemlos in die Lunge gelangt, ist nicht gefährlich. Auch die eigene Schlafqualität leidet meistens nicht. Anders sieht es bei der sogenannten Schlafapnoe aus. Dabei handelt es sich um ein ausgeprägtes Schnarchen, das mit wiederkehrenden Atemstillständen einhergehen kann. Diese können bis zu 30 Sekunden oder sogar noch länger anhalten.

Durch die Verschlechterung der Qualität des Schlafes kann es zu Symptomen wie Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit, Nervosität und Konzentrationsstörungen kommen. Studien deuten zudem darauf hin, dass das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Dies hängt damit zusammen, dass durch den Sauerstoffmangel während der Nacht im Körper eine erhebliche Stressreaktion ausgelöst wird.

Schnarchen verhindern – 5 Tipps

Tritt Schnarchen nur kurzfristig – beispielsweise im Rahmen einer Erkältung – auf, ist keine Behandlung nötig. Wenn Sie jedoch regelmäßig schnarchen und dadurch die Nachtruhe Ihres Partners stören, ist es sinnvoll, etwas gegen das Schnarchen zu tun. Wir verraten Ihnen einige einfache Tipps und Tricks, mit denen Sie Schnarchen verhindern können.

  1. Besonders häufig wird in Rückenlage geschnarcht. Versuchen Sie deswegen, auf der Seite oder auf dem Bauch zu schlafen. Eine Veränderung der Schlafposition können Sie durch das Einnähen von Tennisbällen in den Schlafanzug oder durch das Tragen einer Schlafweste unterstützen.
  2. Verzichten Sie auf Alkohol, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Muskelrelaxantien, da diese für eine zusätzliche Entspannung der Atemmuskulatur sorgen.
  3. Wenn Sie übergewichtig sind, versuchen Sie, Ihr Gewicht zu reduzieren. Dadurch gehen die Fettablagerungen an Hals und Rachen zurück und die Atemwege werden weniger blockiert.
  4. Probieren Sie, das Schnarchen mit Nasenpflastern aus der Apotheke einzudämmen. Die Pflaster weiten die Nasenflügel und erleichtern dadurch die Atmung. Besonders empfehlenswert sind sie, wenn ein Schnupfen die Ursache des Schnarchens darstellt.
  5. Bei allergischem Schnupfen – etwa aufgrund einer Hausstaubmilbenallergie – ist die Verwendung von speziellen Allergieüberzügen empfehlenswert, um die Beschwerden zu verringern.

Was tun gegen Schnarchen?

Führen unsere Erste-Hilfe-Tipps nicht zu einer Verbesserung des Schnarchens, sollten Sie sich über weitere Behandlungsmöglichkeiten Gedanken machen. Schnarchen Sie mit offenem Mund, kann eine Schnarchbandage hilfreich sein. Dabei wird der Unterkiefer mithilfe eines elastischen Gurtes so fixiert, dass der Mund nachts zugehalten wird.

Den gleichen Effekt hat auch die Verwendung einer Mundvorhofplatte die zwischen die Lippen und die Frontzähne gesetzt wird. Sie ist mit einer Druckanzeige ausgestattet, die Informationen über den richtigen Sitz der Platte gibt. Durch den Einsatz der Vorhofplatte wird die Atmung durch den Mund unterdrückt. Zudem wird die Zunge gegen die Frontzähne gepresst, wodurch die Atemwege geöffnet werden.

Eine Kiefer-Protrusionsschiene hält den Unterkiefer im Schlaf in einer festen Position. Dadurch kann die Zunge nicht zurückfallen und die Atemwege bleiben frei. Eine solche Schiene führt in über 50 Prozent der Fälle zu einer Verbesserung der Beschwerden.

Eine Gaumenspange sorgt dafür, dass das Gaumensegel fixiert wird. Durch die Spange wird verhindert, dass sich der Luftkanal hinter dem Gaumensegel schließen kann. Die Luft kann somit während des Schlafens die Atemwege widerstandslos passieren und die Entstehung der Schnarchgeräusche wird verhindert.

Schlafapnoe behandeln

Haben Sie den Verdacht, dass es bei Ihnen während des Schlafes zu Atemaussetzern kommt, sollten Sie idealerweise ein Schlaflabor aufsuchen. Hier kann überprüft werden, ob bei Ihnen tatsächlich eine Schlafapnoe vorliegt. Ist dies der Fall, kann das nächtliche Tragen einer Atemmaske Abhilfe schaffen. Die Maske erhöht den Druck in den Atemwegen und verhindert, dass diese zusammenfallen. Dadurch wird das Schnarchen verhindert.

Noch in der Testphase befindet sich der Zungenschrittmacher, der durch das Aussenden elektrischer Impulse verhindert, dass der Zungenmuskel erschlafft. Das kleine Gerät wird im Bereich des Schlüsselbeins unter die Haut gepflanzt. Wie groß der Nutzen des Schrittmachers ist und ob bei der Anwendung Risiken bestehen, muss noch überprüft werden.

OP als letzte Möglichkeit

Schnarchen lässt sich teilweise auch durch eine Operation beheben. Allerdings ist eine Operation nicht immer erfolgreich – deswegen sollte Sie immer nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Lassen Sie sich vor der OP außerdem ausführlich von Ihrem Arzt über Risiken und Nebenwirkungen des Eingriffs informieren.

Teilweise kann es durch operative Eingriffe nämlich zu Verletzungen an Gaumen, Zähnen, Zäpfchen und Zunge sowie zu unangenehmen Narben kommen. In einigen Fällen kann es auch passieren, dass Patienten nach einer Schnarch-OP Probleme beim Schlucken oder Sprechen haben.

Gängige OP-Verfahren

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über gängige OP-Verfahren:

  • Gaumen(segel)plastik: Hierbei wird das Gaumensegelzäpfchen ein Stück nach oben genäht. Zudem wird etwas Gewebe an der Unterseite der unteren Nasenmuschel verdampft. Dadurch soll die Verengung der Atemwege behoben werden.
  • Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik: Bei diesem Eingriff werden der Gaumen und die Schleimhaut des Rachens gestrafft und das Zäpfchen teilweise entfernt. Heutzutage wird meist zu schonenderen Verfahren wie der Laser-assistierten Uvula-Palato-Plastik geraten.
  • Radiofrequenztherapie: Bei dieser Methode wird Gewebe aus dem Rachenbereiche durch hochdosierte Radiowellen abgetragen. Zudem wird durch künstliche Vernarbungen unter der Schleimhaut das Gewebe im Rachen gestrafft.

Führen zu große Mandeln, Polypen in der Nase, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder eine Entzündung der Kieferhöhlen für die Verengung der Atemwege, lässt sich dies ebenfalls operativ korrigieren. Lassen Sie sich aber auch hier im Vorhinein gründlich über mögliche Risiken aufklären.

Aktualisiert: 29.01.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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