Schwerhörigkeit bei Kindern: Behandeln

Bestätigt sich der Verdacht auf eine Hörstörung, ist keine Zeit zu verlieren: Auch bei Kindern, die dem Säuglingsalter entwachsen sind, behindert eine für längere Zeit unbehandelte Hörminderung die Entwicklung. Die Therapie angeborener Hörstörungen sollte möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate beginnen: Die kindlichen Hörbahnen brauchen in den ersten Lebensjahren akustische Reize, um richtig reifen zu können.

Therapiemöglichkeiten

Das Hörvermögen der meisten Kinder lässt sich mit Hörgeräten bessern. Diese sollten fachkundig angepasst werden, in der Regel durch einen eigens dafür qualifizierte Hörgeräte-Akustiker, den so genannten Pädakustiker. Neben Hörgeräten, die den Schall verstärken, setzt man manchen Kindern auch ein Cochlea-Implantat ein, das die Schallwellen weiterverarbeitet. Je nachdem wie alt Ihr Kind ist und wie Hören und Sprechen beeinträchtigt sind, begleiten weitere Maßnahmen die Therapie: Logopädie, Hörtraining, Erlernen des Lippenlesens und der Gebärdensprache, Hilfestellung beim Bewältigen des Alltags (für Kind und Eltern).

Eltern als Stütze

Wichtig ist, dass Sie als Eltern zum Hörproblem Ihres Kindes stehen und es unterstützen. Sie sollten Ihrem Kind nicht das Gefühl vermitteln, dass es einen Makel hat – dies kann zu mangelndem Selbstbewusstsein, zum Verlust von Aufgeschlossenheit und eingeschränkter Lebensfreude führen. Ein Kind lernt nur, mit seinem Hörschaden umzugehen und ein Hörgerät anzunehmen, wenn auch seine Eltern dies tun.

Hörsysteme müssen regelmäßig getragen werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Menschen, mit denen das Kind zu tun hat, über die Hörschwäche zu informieren. Ansonsten sind Kommunikationsprobleme mit allen sozialen Folgen, wie Schulschwierigkeiten und Vereinsamung vorprogrammiert.

Vorbeugung ist wichtig

Schützen Sie Ihr Kind vor Lärm. Leben Sie im vor, dass es schön ist, sich der Dauerberieselung durch Fernseher, Computer und MP3-Player zu entziehen und auch mal auf Inseln der Stille Kraft zu tanken. Verzichten Sie bei kleinen Kindern auf (elektronisches) Spielzeug mit lauter Akustik, sprechen Sie mit Ihrem älteren Kind über Lärm und seine Auswirkungen.

Aktualisiert: 24.10.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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