Nesselsucht: Die richtige Behandlung

Den Auslöser vermeiden

Die Behandlung einer Nesselsucht-Erkrankung erfolgt in verschiedenen Schritten. Im ersten Schritt sollte versucht werden, den Auslöser der Nesselsucht zu vermeiden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Ursache der Nesselsucht bekannt ist: Wird diese beispielsweise durch bestimmte Lebensmittel wie Nüsse oder Gewürze verursacht, sollten diese Lebensmittel nicht mehr gegessen werden. Bei anderen Auslösern wie Wärme oder Kälte ist ein vollständiges Vermeiden der Reize aber kaum möglich.

Antihistaminika lindern die Symptome

Den zweiten Schritt in der Behandlung einer Nesselsucht stellt die Einnahme von Antihistaminika dar. Sie hemmen die Ausschüttung von Histamin im Körper und lindern dadurch die auftretenden Symptome. Denn Histamin sorgt für die Wassereinlagerungen in der Haut und den unangenehmen Juckreiz. Die Ursache der Nesselsucht wird durch die Einnahme der Antihistaminika allerdings nicht behandelt.

Die genaue Dosierung der Antihistaminika – die in der Regel deutlich höher ist als bei Heuschnupfen – sollten Sie immer mit Ihrem behandelnden Arzt abklären. Bei chronischer Nesselsucht müssen die Tabletten oft über mehrere Monate eingenommen werden, um Erfolge zu erzielen.

Cortison-Präparate nur kurzzeitig einnehmen

Um eine schnelle Linderung der Beschwerden zu erreichen, können nach Absprache mit einem Arzt im dritten Schritt anstelle der Antihistaminika auch Glucocorticoide wie Cortison eingenommen werden. Cortison trägt ebenso wie die Antihistaminika zu einer Unterdrückung der Nesselsucht-Symptome bei. Allerdings sollten Cortison-Präparate nur bei schweren Krankheitsverläufen und auch dann nur kurzfristig eingenommen werden, da diese schwere Nebenwirkungen haben können.

Die Ursache der Nesselsucht finden

Neben der Behandlung der Symptome sollte die Nesselsucht-Therapie vor allem darauf abzielen, den Auslöser und die Ursache der Erkrankung zu finden. Ein erster Schritt ist hierbei ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt, in dem der Patient genau beschreibt, in welchen Situationen die typischen Nesselsucht-Symptome auftreten.

Je nach Verdacht wird der behandelnde Arzt anschließend einige Tests – beispielsweise einen Allergietest oder einen Provokationstest – durchführen. Stellt eine Erkrankung die Ursache der Nesselsucht dar, muss die Behandlung darauf abzielen, die Grunderkrankung zu heilen bzw. den Gesundheitszustand des Patienten zu verbessern.

Ist ein physikalischer Reiz der Auslöser der Nesselsucht, kann dieser im täglichen Leben oft nicht vollkommen vermieden werden. Deswegen ist es für den Betroffenen wichtig, den Auslöser möglichst genau kennenzulernen. Wird Nesselsucht beispielsweise durch Druck ausgelöst, muss herausgefunden werden, ob und welche Körperstellen besonders empfindlich reagieren und wie stark der Druck sein muss, damit die typischen Symptome auftreten.

Nesselsucht: Stress vermeiden

Aufgrund der vielen verschiedenen Ursachen von Nesselsucht kommt es nicht selten vor, dass Arzt und Patient den Auslöser der Beschwerden nicht ausfindig machen können. Dann kann es hilfreich sein, über einen längeren Zeitraum ein Nesselsucht-Tagebuch zu führen, indem man notiert, in welchen Situationen die Erkrankung auftritt. Zudem sollte versucht werden, mögliche Auslöser wie Stress oder psychischen Druck zu vermeiden.

Aktualisiert: 30.05.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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