Perikarditis: Diagnose und Behandlung

Die Diagnose der Perikarditis leitet sich aus der Beschreibung der Beschwerden sowie der Untersuchung des Herzens ab. Vor Behandlungsbeginn sollte geklärt sein, ob der Perikarditis eine unbekannte Ursache zugrunde liegt oder ob eine andere Erkrankung der Auslöser für die Herzbeutelentzündung ist. Ist das der Fall, muss die Ursache therapiert werden, um das Fortschreiten der Perikarditis zu verhindern.

Diagnostik der Perikarditis

Die Diagnose Perikarditis ergibt sich aus den Beschwerden und den Untersuchungsbefunden. Typisch beim Abhören ist ein Reibegeräusch, dass allerdings oft verschwindet, sobald sich ein Erguss bildet.

Als bildgebende Diagnostik kommen vor allem das Röntgenbild der Brust, das Elektrokardiogramm (EKG) sowie der Herzultraschall zum Einsatz. Der Ultraschall hat den Vorteil, dass die Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel und ihre Auswirkungen auf die Herzfunktion direkt dargestellt werden können.

Für die Ursachenforschung kann man Flüssigkeit aus dem Erguss entnehmen und prüfen, welche Zellen dort vorkommen: Entzündungszellen, Eiweiß, Blutbestandteile oder entartete Zellen von Krebsgeschwülsten.

Behandlung der Perikarditis

Allgemeinmaßnahmen dienen dazu, die Beschwerden zu lindern und Folgeerscheinungen der Entzündung wie zum Beispiel den Perikarderguss zu beheben.

Ist eine Ursache bekannt, wird diese behandelt. So wird zum Beispiel das rheumatische Fieber mit Antibiotika und Kortison behandelt und bei Immunerkrankungen wird die körpereigene Abwehr unterdrückt. Auch eine Nierenfunktionsstörung, eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Krebsleiden werden mit speziellen Maßnahmen angegangen.

Bei Brustschmerzen können Schmerzmittel verabreicht werden. Bei einem ausgeprägten Perikarderguss muss die überschüssige Flüssigkeit im Herzbeutel über einen Katheter abgeleitet werden, der über eine lange Nadel von vorne unterhalb des Rippenbogens in den Herzbeutel eingeführt wird. In den meisten Fällen einer akuter Perikarditis heilt der Entzündungsprozess nach ein- oder mehrmaliger Flüssigkeitsableitung folgenlos aus.

Eine Operation ist nur selten nötig

Nur im seltenen Fall chronisch immer wiederkehrender Perikardergüsse muss der Herzbeutel operativ "gefenstert" werden, um ein eigenständiges Abfließen der entzündlichen Flüssigkeit zu ermöglichen.

Beim seltenen Panzerherz müssen die Perikardvernarbungen vom Herzchirurgen abgetragen werden.

Aktualisiert: 20.11.2018 – Autor: Dagmar Reiche

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?