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Herzinsuffizienz – Behandlung und Vorbeugung

Behandlung von Herzinsuffizienz

Ist eine Herzinsuffizienz diagnostiziert, ist das Ziel der Behandlung, ein Fortschreiten der Herzschwäche zu verlangsamen und möglichst lange die Lebensqualität zu erhalten. Dazu stehen heute eine Reihe wirksamer Medikamente zur Verfügung, die entweder direkt die Kontraktionskraft des Herzmuskels stärken, dem Herzmuskel indirekt die Arbeit erleichtern oder Folgeerscheinungen der Herzinsuffizienz wie Wassereinlagerungen in Lunge und Beinen bekämpfen. Meistens müssen mehrere Medikamente mit unterschiedlicher Wirkungsweise gleichzeitig genommen werden, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Herzkatheter, Bypass und Herztransplantation

Je nach zugrunde liegender Erkrankung kommen spezifische Maßnahmen zum Einsatz, zum Beispiel Ballonerweiterungen der Herzkranzgefässe durch Herzkatheter oder eine Bypassoperation bei koronarer Herzkrankheit, die operative Korrektur oder Einsetzen einer künstlichen Herzklappe bei Herz(klappen)fehlern.

Die letzte zur Verfügung stehende Therapieoption bei schwerer Herzinsuffizienz ist die Herztransplantation. Mit den modernen Medikamente zum Unterdrücken von Abstoßungsreaktionen hat sich die Erfolgsrate dieses Verfahrens in den letzten Jahren deutlich erhöht.

Richtige Ernährung und mäßiger Sport sind wichtig

Egal welche Maßnahmen eingesetzt werden: Für eine erfolgreiche Therapie muss der Betroffene folgende Punkte beachten – die Details werden mit dem behandelnden Arzt individuell festgelegt:

  • Beschränken der täglichen Flüssigkeitsaufnahme, um dem Herzmuskel die Pumparbeit zu erleichtern und Wassereinlagerungen zu verhindern
  • Salzarme Ernährung, um Wassereinlagerung zu reduzieren
  • Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum und auf Nikotinkonsum
  • Regelmäßige körperliche Betätigung, ohne sich körperlich zu überfordern
  • Tägliche Gewichtskontrolle bei Neigung zu Wassereinlagerungen
  • Regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente
  • Regelmäßige Verlaufsuntersuchungen beim behandelnden Arzt

Charakteristischerweise kommt es bei Herzinsuffizienz zu deutlichen Schwankungen des Beschwerdebildes. Selbst wenn es durch Medikamentengabe gelingt, das gestörte Gleichgewicht des Herzkreislaufsystems wieder ins Lot zu bringen, kommt es immer wieder zu Phasen mit deutlicher Zunahme der Beschwerden. Die akuten Krisen, meist mit starker Atemnot des Patienten verbunden, können oftmals nur im Krankenhaus durch eine Intensivierung der Medikamente beherrscht werden.

Prognose

Aus zahlreichen medizinischen Untersuchungen ist bekannt, dass die Lebensdauer eines Menschen direkt von der Kraft seines Herzens abhängt. Gerade bei hochgradig eingeschränkter Leistungsfähigkeit des Herzmuskels besteht für den Betroffenen ein hohes Risiko für einen plötzlichen Herztod, ausgelöst durch akutes Herzversagen oder durch ernste Herzrhythmusstörungen.

Dazu kommt, dass die Herzinsuffizienz selbst bei optimaler Therapie ein chronischer Prozess ist, der sich nur in Ausnahmefällen zurückbildet, in der Regel aber voranschreitet. Als therapeutischer Erfolg wird deshalb bereits gewertet, wenn die Beschwerden über Jahre konstant bleiben. Im Einzelfall ist es nicht einfach, sichere Vorhersagen zum weiteren Verlauf der Erkrankung zu treffen.

Vorbeugende Maßnahmen

Alles, womit sich andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern oder deren Verlauf günstig beeinflussen lässt, hilft auch, eine Herzinsuffizienz zu vermeiden. Dazu zählen der Verzicht auf Rauchen und Alkohol, die Regulierung des Körpergewichtes sowie eine regelmäßige körperliche Betätigung. Doch auch psychische Stressfaktoren sollten in Grenzen gehalten werden.

Bei manchen genetisch angelegten Formen der Herzmuskelerkrankung kann der Verlauf dieser mit vorbeugenden Maßnahmen allerdings nicht oder kaum beeinflusst werden. Liegen Grunderkrankungen wie Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung oder Gicht vor, müssen diese diätetisch und medikamentös behandelt werden.

Bei neuaufgetretenen oder bereits abgelaufenen Herzklappenentzündungen müssen – nach Rücksprache mit Ihrem Arzt – vor Zahnbehandlungen, Endoskopien und anderen Eingriffen in manchen Fällen vorbeugend Antibiotika eingenommen werden.

Aktualisiert: 13.07.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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