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Kombinationstherapie gegen HIV und AIDS

Die verschiedenen Medikamente gegen HIV und AIDS sind zwar alle für sich wirksam und bremsen die Vermehrung des HI-Virus, allerdings kann keines der Medikamente die Vermehrung vollständig verhindern. Dies liegt daran, dass durch Fehler bei der Reproduktion der Viren Mutationen entstehen können, die sich trotz eines bestimmten Medikamentes weitervermehren.

Wird nur ein Medikament eingenommen, kann sich ein mutiertes HI-Virus sehr schnell ausbreiten. Wenn der Großteil der Viren im Körper mit dem veränderten Bauplan ausgestattet ist, ist das Medikament nicht mehr wirksam. Um dies zu verhindern, werden meist verschiedene AIDS-Medikamente miteinander kombiniert. Tritt dann eine Mutation auf, durch die ein Medikament nicht mehr wirksam ist, greift das nächste und verhindert eine weitere Ausbreitung der Mutation.

Durch eine Kombinationstherapie kann die Zahl der HI-Viren so niedrig gehalten werden, dass diese größtenteils nicht mehr im Körper nachweisbar sind. Die Nachweisgrenze liegt bei 25 bis 50 Kopien pro Milliliter Blut.

Hochaktive Antiretrovirale Therapie (HAART)

Mitte der 90er Jahre wurde die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) – eine Kombinationstherapie zur Behandlung von AIDS – eingeführt. Sie ist bis heute die Standardbehandlung bei AIDS-Patienten. Im Rahmen der Therapie werden mindestens drei verschiedene Wirkstoffe miteinander kombiniert.

Besonders häufig werden im Rahmen der Kombinationstherapie zwei Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) mit einem Nicht-Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) oder einem Protease-Inhibitor (PI) kombiniert. Mittlerweile werden aber auch neuere Medikamente wie Entry- oder Integrase-Inhibitoren in die Therapie miteinbezogen.

Durch eine engmaschige Kontrolle überprüft der behandelnde Arzt immer wieder, ob sich beim Patienten Resistenzen gegen ein bestimmtes Medikament ausgebildet haben. Ist dies der Fall, wird ein Wirkstoffwechsel vorgenommen.

Individuelle Therapie ist wichtig

Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, muss die AIDS-Therapie immer individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

Oftmals ist der Therapieerfolg besonders groß, wenn der Arzt beziehungsweise die Praxis bereits viel Erfahrung mit der Behandlung von AIDS-Patienten hat. Idealerweise sollten mit HIV infizierte Personen beziehungsweise AIDS-Patienten deswegen eine HIV-Ambulanz oder eine HIV-Schwerpunktpraxis aufsuchen.

Konsequente Behandlung entscheidend

Aufgrund möglicher Nebenwirkungen haben einige Patienten Angst vor der Behandlung. Ist dies bei Ihnen der Fall, sollten Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Befürchtungen sprechen. Keinesfalls sollten Sie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt die Medikamente unregelmäßig einnehmen oder ganz absetzen – ansonsten wird der Erfolg der Therapie gefährdet.

Wird der Behandlungsplan nicht genau verfolgt, kann dadurch die Viruslast im Körper erneut ansteigen. Ebenso kann das Auftreten von Resistenzen gefördert werden.

AIDS: Lebenserwartung und Heilungschancen

AIDS ist bis heute nicht heilbar. Durch die in den vergangenen Jahren entwickelten Medikamente kann die Erkrankung aber mittlerweile wirksam behandelt werden. Wird das Virus im Körper frühzeitig entdeckt, ist für die Betroffenen ein nahezu normales Leben möglich. Ihre Lebenserwartung liegt häufig nur minimal unter der von gesunden Personen.

Um das Auftreten von lebensgefährlichen Infektionen zu vermeiden, ist eine lebenslange Einnahme der AIDS-Medikamente notwendig. Durch die Medikamente kann die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert und die Lebenserwartung gesteigert werden. Vollständig aus dem Körper entfernt werden kann das Virus bislang jedoch nicht.

Kosten übernimmt die Krankenkasse

Die Kosten für eine AIDS-Behandlung sind relativ hoch. Wie hoch die Kosten genau sind, ist individuell verschieden. Sie sind unter anderem von der eingenommenen Wirkstoffkombination und der Dosierung abhängig. Als grober Anhaltspunkt kann mit 1.500 Euro pro Monat gerechnet werden.

Entscheidend für die Kosten ist auch, ob neben den AIDS-Medikamenten noch weitere Mittel gegen die Nebenwirkungen, die durch die Behandlung hervorgerufen werden, eingenommen werden müssen. Die Kosten für die AIDS-Therapie trägt in Deutschland die Krankenkasse.

Aktualisiert: 17.03.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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