Coronavirus-Blues: Tipps für gute Laune trotz Krise

Nachdenkliche Frau schaut aus dem Fenster
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Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus ist eine ernstzunehmende Situation. Doch wenn man sich ausschließlich mit Negativem beschäftigt, schlägt das aufs Gemüt. Wie uns die Glücksforschung aus dem Stimmungstief helfen kann, welche konkreten Tipps die Laune aufbessern und wo man bei echten Schwierigkeiten Hilfe findet.

Coronavirus-Pandemie schlägt auf die Stimmung

Um die Coronavirus-Pandemie in den Griff zu bekommen, wurden zahlreiche Maßnahmen ergriffen – sie betreffen vor allem das soziale und öffentliche Leben. Restaurants, Bars und Clubs sind geschlossen, Spielplätze gesperrt und Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts sollen vermieden werden. Diese Maßnahmen sind wichtig, denn nur durch die Minimierung von sozialen Kontakten kann die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden.

Das ständige Alleinsein sorgt jedoch auch für miese Stimmung. Eigentlich eine logische Konsequenz, denn laut "World Book of Happiness" – einem Bestseller-Buch, das sich mit der Glücksforschung beschäftigt – spielen vier Faktoren für das Glücksniveau eine entscheidende Rolle: Beziehungen, Gesundheit, Freizeit und Lebensstandard. Die aktuelle Krise nimmt jedoch Einfluss auf all diese Faktoren. Und trotzdem können Sie Ihrem Glück in dieser schwierigen Zeit ein wenig auf die Sprünge helfen.

Drei Gesundheitstipps gegen den Coronavirus-Blues

Die Sorge um die eigene oder um die Gesundheit von Familienangehörigen und Freunden ist zurzeit groß. Denn das Coronavirus stellt eine gesundheitliche Gefahr dar – vor allem für bestimmte Risikogruppen. Mit einem Alter ab 50 Jahren steigt das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Auch Menschen mit einer Grunderkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber, Niere oder Menschen mit Diabetes oder Atemwegserkrankungen scheinen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf zu haben. Die Lungenerkrankung COVID-19, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird, kann bei jüngeren Menschen ebenfalls einen schweren Verlauf auslösen. Was Sie nun tun können:

  1. Andere schützen: Menschen sind glücklich, wenn sie anderen etwas Gutes tun. Das gelingt gerade am besten, indem man auf seine Mitmenschen achtet. Zur Gesunderhaltung aller sollten Sie die empfohlenen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung ernstnehmen und voneinander Abstand halten (mindestens 1,5 Meter). Auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes signalisiert Solidarität.
  2. Immunsystem stärken: Unser Immunsystem hält uns Krankheiten vom Leib und nimmt somit Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden. Zwar sind starke Abwehrkräfte kein Garant dafür, dass man sich nicht mit dem Coronavirus infiziert, sie sind aber von Vorteil, um sich möglichst gut vor Viren und Bakterien zu schützen. Um das Immunsystem fit zu machen, sollten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten und über den Tag verteilt mindestens eineinhalb Liter Wasser trinken. Setzen Sie viel Obst und Gemüse auf den Speiseplan, dazu Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte mit vielen Ballaststoffen, hochwertiges Eiweiß aus Eiern oder Fisch und Probiotika für den Darm. Letztere stecken zum Beispiel in Kefir, Buttermilch oder Joghurt.
  3. Sportlicher werden: Auch Bewegung stärkt das Immunsystem. Nebenbei hat sie sogar einen weiteren positiven Effekt: Wer sich sportlich betätigt, schüttet dabei Glückshormone aus. Bekannt ist vor allem das sogenannte „Runner’s High“ – das Läuferhoch – bei dem Sportler während des Joggens in einen regelrechten Rauschzustand versetzt werden. Lange hieß es, dass für dieses Gefühl ausschließlich die Ausschüttung von Endorphinen verantwortlich sei. In den letzten Jahren haben Untersuchungen gezeigt, dass eventuell noch andere körpereigene Botenstoffe dabei beteiligt sein könnten – etwa Serotonin oder Dopamin. Fest steht auf jeden Fall: Sport macht Spaß! Und um die Glücksgefühle zu erleben, muss man auch nicht gleich einen Marathon laufen. Ein Online-Fitnesskurs im eigenen Wohnzimmer oder das Tanzen zum Lieblingslied macht ebenfalls glücklich.

Drei Freizeittipps gegen den Coronavirus-Blues

Die Freizeit ist ein wichtiger Faktor, wenn es um das Glücklichsein geht: Vor allem der Kontakt zu Freunden und das Ausleben von Hobbys bedeuten viel. Doch in der Coronakrise sind die Freizeitmöglichkeiten eingeschränkt und die sozialen Kontakte bleiben auf der Strecke. Was also tun, um trotzdem glücklich zu sein?

  1. Kontakte virtuell pflegen: Die digitale Welt bietet zahlreiche Möglichkeiten, um sich virtuell miteinander zu vernetzen. Videochats können unter anderem über "Facetime", "Skype", "WhatsApp" oder "zoom" stattfinden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem gemeinsamen Frühstückstreff am Sonntag übers Smartphone oder einem gemeinsamen Spieleabend via Konferenzschaltung am Wochenende? Bleiben Sie miteinander in Kontakt und tauschen Sie sich aus.
  2. Freizeit alleine genießen: Noch nie hatte man so viel Zeit für sich selbst wie jetzt. Das kann auf der einen Seite zwar aufs Gemüt schlagen, auf der anderen aber auch als Chance betrachtet werden, um etwas Neues zu lernen. Machen Sie einen Yoga-Online-Kurs, erlernen Sie das Meditieren, das Nähen oder bringen Sie sich eine Fremdsprache bei. Erfolgserlebnisse steigern die Zufriedenheit!
  3. Zeit in der Natur verbringen: Die Natur hat auf unser Gemüt eine ganz besondere Wirkung: Nachweislich sind Menschen, die in einer natürlichen Umgebung leben glücklicher als Städter. Alleine oder mit Personen aus dem eigenen Haushalt ist ein Aufenthalt im Freien zu Coronazeiten gestattet. Gehen Sie deshalb ruhig an die frische Luft. Vermeiden Sie dort jedoch jegliche Form von Gruppenbildung und steuern Sie aktuell keine beliebten Ausflugsziele an, um Menschenansammlungen in Erholungsgebieten zu verhindern.

Drei Beziehungstipps gegen den Coronavirus-Blues

Partnerschaften und das Familienleben nehmen einen großen Einfluss auf unser Glück. Jemanden zu haben, auf den man zählen kann – das ist laut "World Happiness Report 2020" einer der wichtigsten sozialen Maßstäbe für Glück. Gerade in dieser schwierigen Zeit sollte man solche Dinge wieder mehr zu schätzen wissen.

  1. Das Chaos mit Humor nehmen: In den meisten Familien geht es zurzeit sehr turbulent zu. Viele Eltern arbeiten zu Hause im Homeoffice und müssen aufgrund von Kitaschließungen parallel die Kinder betreuen. Da sind Streitigkeiten natürlich vorprogrammiert. Jetzt hilft nur eins: Den Perfektionismus über Bord werfen und auch mal darüber lachen, wenn etwas schiefgeht.
  2. Als Single kreativ werden: Singles haben es durch Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren schwer. Denn diese Maßnahmen machen einsam. Verbringt man den ganzen Tag alleine in den eigenen vier Wänden, droht die soziale Isolation. Kein Kuscheln, kein Küssen – nicht mal eine Umarmung. Als Ablenkung hilft aktuell nur der digitale Weg. Hier sollten sich Singles die Unterstützung von Freunden und Familie holen, um in Kontakt zu bleiben. Wer Lust hat, kann auch via Telefon oder Internet auf Partnersuche gehen und das Dating per Videochat in die virtuelle Welt verlegen.
  3. Bei Problemen Hilfe suchen: Um sehr ernste Angelegenheiten handelt es sich bei Fällen von häuslicher Gewalt. Da Frauenhäuser aufgrund von Schließungen durch aufgetretene Fälle von Coronavirus oder durch Quarantänemaßnahmen Betroffener gegebenenfalls nicht mehr als Anlaufstelle dienen können, sind andere Hilfen gefragter denn je. Online-Beratungen und die telefonische Erreichbarkeit wurden in vielen Fällen ausgebaut. Nachbarn sind zur Zivilcourage aufgefordert und können sich im Verdachtsfall an Beratungsstellen wenden. Das Hilfetelefon ist unter der Rufnummer 08000 116 016 rund um die Uhr erreichbar. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Hilfetelefons sowie beim Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.

Aktualisiert: 21.01.2021 - Autor: Viola Lex

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