Coronavirus: 6 Regeln, die Sie beim Einkaufen beachten sollten

Das Coronavirus stellt unseren Alltag auf den Kopf: Selbstverständliche Dinge, wie der Gang in den Supermarkt werden plötzlich zur Nervenprobe. Denn wie schützt man sich beim Einkaufen am besten vor einer Ansteckung? Mit Mundschutz oder Einweghandschuhen? Wir klären auf!

Aufgrund von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen hat man sich in den letzten Wochen so selten wie möglich an öffentlichen Orten wie dem Supermarkt aufgehalten. Jetzt haben Bund und Länder Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus beschlossen und alle Einzelhandelsgeschäfte öffnen wieder. Doch diese neu gewonnen Freiheiten sind auch mit einer großen Verantwortung verbunden: Nun ist es umso wichtiger, dass wir uns beim Einkaufen an gewisse Regeln halten, damit die Infektionszahlen nicht wieder nach oben schnellen. Da achtloses Verhalten immer noch Menschenleben gefährden kann, ist beim Einkaufen Vorsicht geboten.

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Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr beim Einkaufen?

Frau mit Mundschutz beim Einkaufen © iStock.com/LukaTDB
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Der Hauptübertragungsweg des Coronavirus ist die sogenannte Tröpfcheninfektion. Das bedeutet: Viren werden über Tröpfchen beim Niesen oder Husten von Mensch zu Mensch übertragen. Aus diesem Grund ist das Risiko einer Ansteckung immer dann erhöht, wenn sich viele Menschen auf engem Raum befinden und sie nur schwer ausreichend Abstand voneinander halten können – wie zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt.

Bisher sind keine Fälle bekannt, bei denen es durch eine Schmierinfektion zu einer Ansteckung mit dem Coronavirus kam. Laut Experten ist dieser Übertragungsweg aber zumindest denkbar. In der Theorie könnte das dann zum Beispiel folgendermaßen aussehen: Eine erkrankte Person niest auf den Griff eines Einkaufswagens, kurz danach berührt eine gesunde Person diesen Griff und fasst sich mit den Händen ins Gesicht an die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen. Ob es in einem solchen Fall aber tatsächlich zu einer Ansteckung käme, ist zusätzlich von verschiedenen Faktoren abhängig – zum Beispiel von der Virusmenge, die sich auf dem Griff des Einkaufswagens befindet oder von der Menge, die durch die Hand mit den Schleimhäuten in Berührung kommt.

Abstand halten

Mann mit Einkaufswagen im Supermarkt © iStock.com/ArtMarie
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Es ist die zentrale Regel, die unseren neuen Alltag bestimmt: Abstand halten! Mindestens 1,5 Meter Sicherheitsabstand sollte zwischen zwei Personen bestehen, damit virusübertragende Tröpfchen nicht eingeatmet werden. Als einfache Merkregel gilt: Strecken zwei erwachsene Menschen ihre Arme aus und die Finger berühren sich nicht, sind das ungefähr 1,5 Meter.

Abstandstipps fürs Einkaufen

  • Schieben Sie immer einen Einkaufswagen vor sich her – auf diese Weise haben Sie einen Abstandshalter dabei.
  • Halten Sie sich beim Anstehen an den Kassen an Markierungen, die den einzuhaltenden Sicherheitsabstand ausweisen.
  • Stellen Sie sich vor Geschäften (zum Beispiel Möbelhäusern) nicht in dicht gedrängte Menschenansammlungen, um auf den Einlass zu warten.
  • Halten Sie beim Einkaufen auch Abstand zum beschäftigten Personal.
  • Gehen Sie möglichst alleine einkaufen, um ein erhöhtes Personenaufkommen zu verhindern. Wenn es möglich ist, nehmen Sie Ihre Kinder nicht mit zum Einkaufen.

Maske tragen

Frau trägt Maske beim Einkaufen © iStock.com/Andrey Zhuravlev
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Eine weitere wichtige Regel beim Einkaufen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Ohne eine solche Maske ist das Betreten von Geschäften nicht erlaubt. Bei Verstößen drohen in einigen Bundesländern Geldstrafen.

Community-Masken schützen nicht vor einer Ansteckung

Wichtig zu wissen: Alltagsmasken (Community-Masken) aus Stoff oder medizinischer Mund-Nasen-Schutz (OP-Masken) können eine Infektion mit dem Coronavirus nicht verhindern – sie haben keinen sogenannten Eigenschutz. Warum sie trotzdem sinnvoll sind? Sie bieten ergänzend zu den anderen Maßnahmen einen Schutz für die Mitmenschen (sogenannter Fremdschutz). Denn sie bremsen als Barriere den Atemstrom und den Tröpfchenauswurf beim Husten oder Niesen und dämmen somit die Verbreitung des Virus ein.

Tipps für den richtigen Umgang mit der Maske beim Einkaufen

  • Setzen Sie Masken ausschließlich mit gereinigten Händen auf. Fassen Sie die Maske dazu nur an den Seiten an.
  • Tragen Sie die Maske für die Dauer Ihres Einkaufs. Eine durchfeuchtete Maske muss gewechselt werden.
  • Fassen Sie die Maske beim Absetzen nur an den seitlichen Schnüren an. Berühren Sie nicht die Kontaktfläche in der Mitte.
  • Waschen Sie sich nach dem Absetzen der Maske die Hände. Falls es möglich ist, empfiehlt es sich zusätzlich, die Maske bereits mit gereinigten Händen abzusetzen und die Hände danach erneut zu waschen.
  • Nach jedem Gebrauch sollten Sie die Stoffmaske waschen. Ist dies nicht sofort möglich, die Maske in einem luftdicht verschlossenen Beutel aufbewahren (Achtung: Nicht zu lange, da sich Schimmel bilden kann).

Hier finden Sie Tipps zum richtigen Umgang mit Masken.

Nichts achtlos anfassen

Frau hält Avocado in der Hand © iStock.com/DragonImages
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Überlegen Sie sich genau, was Sie aus dem Regal nehmen. Fassen Sie nichts an, was Sie im Anschluss doch nicht benötigen und wieder zurücklegen müssen. Das gilt vor allem für loses Obst und Gemüse: Ausnahmsweise sollten Sie in dieser Situation darauf verzichten, deren Reifegrad mit der Hand zu überprüfen.

Außerdem sollten Sie sich natürlich auch im Supermarkt an alle empfohlenen Hygieneregeln halten: Husten und niesen Sie ausschließlich in Ihre Armbeuge, fassen Sie sich beim Einkaufen nicht ins Gesicht und waschen Sie sich zu Hause als Erstes gründlich die Hände. Wer sich krank fühlt, sollte nicht selbst einkaufen gehen!

Einweghandschuhe nur bei korrekter Verwendung ungefährlich

Zurzeit sieht man viele Menschen, die im Supermarkt Einweghandschuhe tragen. Ob diese vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen können, ist jedoch umstritten. Denn ihr Nutzen hängt vor allem von der richtigen Anwendung ab: Auf den Handschuhen können sich Viren befinden, die beim falschen Auf- oder Abziehen an die Hände gelangen. Verzichtet man jetzt aus trügerischer Sicherheit auf das Händewaschen könnte es zu einer Schmierinfektion kommen. Häufiges und gründliches Händewaschen dient daher immer noch als effektivster Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus.

Stoßzeiten meiden

Menschenmenge in der Innenstadt © iStock.com/william87
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Je mehr Menschen sich im Supermarkt befinden, desto schwerer lässt sich der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Deshalb sollten Sie Stoßzeiten umgehen: Freitage und Samstage sind besonders beliebt zum Einkaufen. Voll wird es auch an Tagen, die sich unmittelbar vor einem Feiertag befinden. Kaufen Sie stattdessen antizyklisch ein: dienstags und mittwochs, früh am Morgen oder spät am Abend.

Mit gut geplanten Einkäufen lassen sich Vorräte anlegen

Um sich nicht länger als nötig im Supermarkt aufzuhalten, sollten Sie Ihren Einkauf planen. Schreiben Sie bereits zu Hause einen wohlüberlegten Einkaufszettel. Hamsterkäufe sind weiterhin nicht nötig: Legen Sie sich haushaltsübliche Vorräte an, um möglichst selten in den Supermarkt zu müssen. Ein gut geplanter Einkauf versorgt Sie für acht bis zehn Tage mit Lebensmitteln.

Kontaktlos bezahlen

Mann bezahlt am Gemüsestand mit Karte © iStock.com/valentinrussanov
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Laut Bundesinstitut für Risikobewertung sind bisher keine Fälle bekannt, bei denen es durch das Berühren von Bargeld zu einer Infektion mit dem Coronavirus kam. Experten halten es für sehr unwahrscheinlich, dass das Virus auf Geldscheinen oder Münzen lange überlebt. Ein denkbarer Übertragungsweg beim Austausch von Bargeld an der Kasse könnte eine Schmierinfektion sein, wenn etwa der Kassierer auf das Geld niest, es Ihnen überreicht und Sie sich dann mit den kontaminierten Händen an Mund, Nase oder Augen fassen.

Als bessere Alternative zur Bezahlung eignet sich daher die EC- oder Kreditkarte. Das hat den Vorteil, dass sich Kunden und Kassierer nicht berühren müssen. Die Karten können selbst in das Terminal eingelegt oder angehalten werden. Bei kleinen Beträgen ist das Bezahlen sogar ohne PIN möglich. Wer die PIN nicht mit seinen Fingern eingeben will, kann einen Touchscreenstift zu Hilfe nehmen. Solche Stifte sind auf der einen Seite mit einer Gummispitze versehen.

Gutes Benehmen an der Kasse

Das Coronavirus bietet Anlass, seine eigenen, teils unbewussten Angewohnheiten zu überdenken. Zum Beispiel: Lecken Sie nicht Ihre Finger an, um damit anschließend in Ihrem Geldbeutel nach Scheinen zu suchen. Klemmen Sie den Pfandbon außerdem nicht zwischen Ihren Lippen ein, um ihn dann dem Personal an der Kasse zu überreichen.

Hände waschen

Frau wäscht sich die Hände © iStock.com/interstid
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Waschen Sie sich nach dem Einkaufen gründlich die Hände. Räumen Sie im Anschluss Ihre Einkäufe aus und waschen Sie sich danach erneut die Hände. Die Einkäufe abzuwaschen oder sie gar zu desinfizieren ist nicht nötig. Im Gegenteil: Die Desinfektion von Lebensmitteln birgt sogar das Risiko einer Vergiftung. Coronaviren können sich in Lebensmitteln übrigens ohnehin nicht vermehren – sie benötigen einen menschlichen oder tierischen Wirt. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung über Verpackungen ist außerdem sehr gering.

Keine Ansteckung über Lebensmittelverzehr

Bisher sind keine Fälle bekannt, bei denen es durch den Verzehr von Lebensmitteln zu einer Ansteckung mit dem Coronavirus kam. Es wird empfohlen, sich an die allgemeinen Küchenhygieneregeln zu halten:

  • Waschen Sie sich vor der Zubereitung und auch während der Verarbeitung die Hände.
  • Erhitzen Sie rohe Zutaten wie Fleisch, Fisch und Geflügel ausreichend.
  • Waschen Sie Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich.

Aktualisiert: 05.05.2021 – Autor: Viola Lex