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Social Distancing: Was bedeutet das und was muss ich beachten?

Oma beim Video-Chat © istockphoto, lovro77

Um die schnelle weitere Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern, gelten aktuell die Regeln, dass sich alle Menschen möglichst zu Hause aufhalten und direkte, körperliche Kontakte zu anderen Menschen auf ein Minimum reduzieren. Durch das Social Distancing sind Spielplätze, Fitnessstudios, Kinos, Clubs und kulturelle Einrichtungen plötzlich wie leergefegt oder sogar geschlossen worden. Doch was bedeutet es genau und wie soll ich mich verhalten?

Was bedeutet Social Distancing?

Der Begriff Social Distancing ist eigentlich nicht ganz richtig. Denn es werden zwar direkte soziale Kontakte runtergefahren, aber sie können ja anders, beispielsweise telefonisch oder per Internet, aufrecht gehalten werden. Gemeint ist eine tatsächliche körperliche Distanz zur Vermeidung von weiteren Ansteckungen. Dieser Tage ist also auf körperliche Distanz gehen ein Zeichen von Rücksicht.

Wie hilft Social Distancing gegen das Coronavirus?

Durch das Einhalten einiger Verhaltensregeln kann es gelingen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verzögern und so Kliniken und Ärzte zu entlasten und dadurch letztendlich auch Menschen zu retten. Mit diesen Einschränkungen übernimmt jeder einzelne persönliche Verantwortung in der Gesellschaft und trägt dazu bei, sich selbst als Träger und Verbreiter von COVID-19 raus zu nehmen und möglichst wenige Menschen anzustecken. Das ist notwendig, wenn wir das Motto "Flatten the curve" verfolgen möchten, um die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus geringer zu halten.

Social Distancing: Diese Regeln gelten

Folgende Punkte sollten beim Social Distancing beachtet werden:

  • Kontakte außerhalb der im Haus oder der Wohnung lebenden Menschen auf das Nötigste einschränken, wenn möglich im Homeoffice arbeiten
  • Kontakte zu Risikogruppen komplett meiden
  • Veranstaltungen und Orte mit vielen Menschen meiden
  • Körperkontakt vermeiden (Hände schütteln, Umarmungen, …)
  • Bei Treffen einen Abstand von mindestens 1,5 Meter zu anderen Menschen halten

Darüber hinaus sind zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Coronavirus unter anderem die folgenden Maßnahmen sinnvoll:

  • Nach Einkauf oder ähnlichem gründlich Hände waschen (mindestens 20 Sekunden mit Seife)
  • Nicht ins Gesicht fassen
  • In die Ellbeuge niesen oder husten, um andere nicht anzustecken

Hier stellen wir Ihnen weitere Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung vor.

Wen darf ich treffen?

Das Robert Koch-Institut rät, sich wenn nötig, nur mit einer oder höchstens zwei Personen zu treffen. In der Öffentlichkeit ist derzeit bundesweit nur das Treffen mit einer haushaltsfremden Person erlaubt. Dabei sollte aber auf die sonst üblichen Begrüßungsrituale wie Umarmen oder Hände schütteln verzichtet werden und ein Mindestabstand von 1,5 Metern, besser 2 Metern eingehalten werden. Alle überflüssigen Kontakte sollten jedoch vermieden werden, also gut abwägen, wen man momentan wirklich treffen muss.

Gesprächskontakt mit dem Gegenüber sollte ebenfalls nur wenn notwendig stattfinden und auf 15 Minuten beschränkt werden. Hintergrund ist der, dass bei einer möglichen Infektion, die Menschen, mit denen Kontakt bestand möglichst genau nachverfolgt werden können und bei kürzerer Kontaktzeit auch die Gefahr der Ansteckung geringer gehalten wird.

Darf ich raus, zum Beispiel zum Joggen?

Menschen dürfen alleine aus dem Haus gehen oder mit denjenigen, mit denen sie zusammenleben. Also ein Spaziergang, Joggen oder Fahrrad fahren ist völlig in Ordnung. Auch Hundehalter dürfen selbstverständlich regelmäßig mit dem Hund raus gehen. Allerdings sollte dabei der empfohlene Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Menschen eingehalten werden. Deshalb ist es derzeit beispielsweise nicht sinnvoll, öffentliche Verkehrsmittel mit engem Kontakt zu anderen Menschen zu nutzen.

Einkaufen und Essen

Zum Einkaufen sollten nicht die Stoßzeiten genutzt werden. Außerdem sollte wenn möglich nur eine Person den Einkauf für einen Haushalt und gegebenenfalls auch für hilfsbedürftige Nachbarn erledigen. Ältere Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sollten nicht einkaufen gehen. Auch beim Einkaufen sollte auf die Einhaltung des Abstands zu anderen Menschen geachtet werden. Falls es angeboten wird, sollten Lieferdienste für Einkäufe genutzt werden – so können beispielsweise auch Medikamente aus der Apotheke zur Lieferung bestellt werden. Wenn Essen bestellt und gebracht wird, muss bei der Übergabe auch auf Abstand und Hygiene geachtet werden.

Partnerschaft und Familie

Zu Hause sollte regelmäßig gelüftet werden. Wenn ein Familienmitglied erkrankt ist, sollte möglichst Abstand gehalten werden, idealerweise mit räumlicher Trennung. Aktuell wird dazu geraten, den Kontakt von Enkeln und Großeltern per Internet oder Telefon zu halten, aber direkten Kontakt zu vermeiden. Kinder sollten nicht in Gruppen zum Spielen nach draußen gelassen werden. Alle Menschen sollten aber wenn möglich regelmäßig raus an die frische Luft gehen und sich auch dem Sonnenlicht aussetzen.

Symptome – was nun?

Wenn typische Symptome wie trockener Husten und Fieber auftauchen, wenden Sie sich telefonisch an Ihren Hausarzt und bleiben Sie zu Hause. Sollte allerdings Atemnot auftreten, muss sofort der Notruf 112 gewählt werden. Tipps für das richtige Verhalten bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus finden Sie in diesem Artikel.

Quellen und weitere Information

Aktualisiert: 05.05.2020 – Autor: Miriam Funk

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