Sport trotz Corona? So klappt es!

Joggerin und Radfahrerin im Park © iStock.com/vm

Wenn Fitnessstudios und andere Indoor-Sportstätten geschlossen sind, bleibt nur noch Sport treiben im Freien. Warum Sport während Corona wichtig ist und wie groß die Gefahr ist, dass man sich draußen mit dem Coronavirus ansteckt.

Sport während Corona: Joggen, Radfahren und Spazieren sind beliebt

Trotz der geltenden Kontaktbeschränkungen und weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie darf in Deutschland weiterhin draußen Sport getrieben werden. Damit dürfen Sportanlagen im Freien weiterhin genutzt werden, auch wenn Fitnessstudios, Sporthallen Tanzschulen und andere Indoor-Sportanlagen geschlossen sind. Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 sieht man vermehrt Spaziergänger, Jogger und Radfahrer auf den Straßen, in den Grünanlagen und Parks von Städten oder draußen im Wald. Auch viele Menschen, die vorher einen großen Bogen um diese Sportarten gemacht haben, entdecken das Joggen und Radfahren nun (wieder) für sich.

Fünf Tipps für Sport im Freien

  1. Treiben Sie draußen Sport alleine oder maximal mit Angehörigen Ihres Hausstands oder einer weiteren Person.
  2. Schließen Sie sich zum Joggen, Radfahren oder anderen sportlichen Aktivitäten nicht mit mehreren Menschen zu einer (größeren) Gruppe zusammen.
  3. Halten Sie auch im Freien den gebotenen Abstand von mindestens 1,5 bis 2 m zu Ihren Mitmenschen. 
  4. Meiden Sie stark frequentierte Wege oder Grünanlagen und treiben Sie Sport an weniger stark besuchten Orten oder zu Uhrzeiten, an denen weniger Menschen unterwegs sind.
  5. Halten Sie Taschentücher bereit und nutzen Sie diese zum Schnäuzen, wenn Sie draußen Sport treiben.

Warum Sport und Bewegung so wichtig für den Körper sind

Für das Immunsystem und die psychische Gesundheit sind regelmäßige Bewegung im Alltag und Sport wichtig – das gilt während der Corona-Pandemie umso mehr. Denn ein gut funktionierendes Immunsystem kann Corona eine stärkere Abwehr entgegensetzen. Damit steigen die Chancen für einen milderen Verlauf, sollte man an COVID-19 erkranken. Und wer psychisch gestärkt ist, kann die Ausgangsbeschränkungen, Social Distancing und Homeoffice viel besser durchhalten.

Auch abseits von Corona empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwachsenen Menschen 150-300 Minuten Ausdauersport pro Woche. Damit soll chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Depressionen vorgebeugt werden.

Auch im Freien beim Sport vor Corona schützen

Wer draußen Sport treibt, sollte ebenfalls den empfohlenen Abstand von mindestens 1,50 m zu anderen Menschen eingehalten werden. Am besten bewegt man sich und verweilt möglichst wenig an einer Stelle. Das Risiko sich mit Corona anzustecken ist eher gering, wenn man zügig aneinander vorbeigeht – vorausgesetzt, der andere hustet oder niest in diesem Moment nicht.

Wer eine kurze Rast auf der Wiese oder nächsten Parkbank einlegen möchte: Auch hier sollte die Distanz von 1,5 bis 2 m zu seinen Mitmenschen eingehalten werden oder bei Bedarf eine Maske tragen.

Größeren Abstand beim Joggen und Radfahren einhalten

Auch bei Sport im Freien gilt: Abstand zueinander halten. Das untermauert eine Untersuchung von Wissenschaftlern um Bert Blocken aus dem Bereich der Aerodynamik: Besonders den Windschatten beim Joggen und Radfahren erachten sie als problematisch. Er sei geeignet, infektiöse Tröpfchen (Aerosole), die beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen entstehen nach hinten zu transportieren. Diese könnten dann von Menschen im Windschatten leicht eingeatmet werden. 

Bislang gehen Experten davon aus, dass die meisten Tröpfchen, in denen das Virus transportiert wird, auf den Boden fallen oder sich in der Luft verflüchtigen, bevor sie einen Weg von 1,5 m zurückgelegt haben. In der aktuellen Studie gehen die Aerodynamiker jedoch davon aus, dass die Tröpfchen so leicht sind, dass sie sich beim Joggen oder anderen sportlichen Aktivitäten mitbewegen und dadurch länger in der Luft bleiben, bis sie zu Boden fallen. Deshalb empfehlen sie, dass Sportler besser einen größeren Abstand zu anderen einhalten sollten. Letztlich ist es auch ein Zeichen der Solidarität, wer beim Sport im Freien auf ausreichend Abstand zu seinen Mitmenschen achtet.

Studie zum Abstand wird kritisiert

Die Erkenntnisse von Bert Blocken und seinen Kollegen wurden von Medien verstärkt aufgegriffen und stießen teilweise auf Kritik. Schließlich haben die Wissenschaftler ihre Ergebnisse nicht als von einem Fachgremium begutachtete Studie in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Auf der anderen Seite handelt es sich bei Blocken nicht um einen Virologen, sondern Bauingenieur, der sich mit den aerodynamischen Aspekten des Coronavirus beschäftigt hat.

Sport während Corona in den Alltag integrieren

Es gibt zahlreiche Apps, YouTube-Videos und Online-Kurse, mit denen man Workouts und Sport trotz Corona und geschlossenen Fitnessstudios im Alltag machen kann. Yoga, Pilates, Freeletics oder Rückenübungen können gut zu Hause durchgeführt werden – alles, was man dafür benötigt sind bequeme (Sport-)Kleidung und eine Matte. Wer außerdem auf den Aufzug verzichtet und Treppen steigt oder zu Fuß und dem Fahrrad zum Einkaufen oder ins Büro fährt, integriert gesunde Bewegung ganz nebenbei in seinen Alltag.

Aktualisiert: 14.04.2021 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin

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