SARS - Panikmache oder ernste Gefahr?

SARS beschäftigt die Gemüter vor allem deshalb, weil man noch so wenig daüber weiß. SARS ist die Abkürzung für das "Schwere Akute Respiratorische Syndrom" und bezeichnet eine ansteckende Atemwegserkrankung derzeit unbekannter Ursache. SARS verläuft aber nur selten tödlich; bei optimaler medizinischer Versorgung nur in 5 % der Fälle.

Wie wird die Erkrankung übertragen?

Bei den bislang bekannten Fällen wurde die Erkrankung fast ausschließlich durch sehr engen Kontakt mit dem Erkrankten übertragen, z.B. auf Pflegepersonal in Krankenhäusern oder Angehörige bzw. Freunde der Erkrankten. Als Übertragungsweg geht man von einer Tröpfcheninfektion aus, was bedeutet, dass (z.B. durch Husten oder Niesen) erregerhaltiger Speichel versprüht wird. Aber auch eine Kontaktinfektion (Verschmieren keimhaltigen Materials) wird für möglich gehalten bzw. eine Ansteckung über die Augenbindehaut.

Wer ist gefährdet?

Gefährdet sind ausschließlich Menschen, die in den letzten 10 Tagen von SARS betroffene Regionen bereist haben oder im Kontakt mit infizierten Personen waren, die sich vor der Erkrankung in diesen Regionen aufgehalten haben und anschließend an einer Lungenentzündung erkrankt sind.

Keine Panik?

Grippeähnliche Symptome nach einer Reise in die genannten Regionen bedeuten aber nicht zwangsläufig, dass man mit SARS infiziert ist. Denn auch in den betroffenen Gebieten breitet sich derzeit eine Grippewelle aus. Es könnte sich also auch um eine "harmlose" Grippe handeln. Außerdem ist bekannt, dass zwischen Ansteckung und Ausbruch von SARS meist nur vier Tage verstreichen. Wer aus Risikoländern kommt, sollte seinen Gesundheitszustand bis 10 Tage nach der Rückkehr beobachten.

Symptome

Der Beginn einer SARS-Infektion ähnelt einer Grippe. Betroffene fühlen sich unwohl, haben Gliederschmerzen und bekommen innerhalb kurzer Zeit hohes Fieber. Bald danach tritt ein trockener Husten auf, der sich verschlimmert und zur Atemnot führen kann. Außerdem können sich Hals- und Muskelschmerzen einstellen, im weiteren Verlauf kann die Erkrankung in eine Lungenentzündung übergehen. SARS kann zusätzlich von Kopfschmerzen, Muskelsteifigkeit, Appetitverlust, Übelkeit, Verwirrtheit, Ausschlag oder Durchfall begleitet sein.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Derzeit gibt es keine Impfmöglichkeiten und keine Medikamente, die gegen die Erkrankung helfen. Deshalb können nur die Symptome behandelt werden.

Gibt es Vorsichtsmaßnahmen?

Wer in die betroffenen Regionen reist, sollte zu seiner eigenen Sicherheit Menschenansammlungen und zu enge Personenkontakte (z.B. Händeschütteln) vermeiden und natürlich den Kontakt zu evtl. erkrankten Personen. Als Schutzmaßnahme können (z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln) einfache Atemschutzmasken getragen werden - hierzu sollte man die Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden beachten. Das gründliche Waschen der Hände nach Personenkontakten, der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor der Nahrungsaufnahme ist eine weitere wichtige Maßnahme.

Aktualisiert: 28.03.2014 – Autor: Robert Koch Institut

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