Schweinegrippe – Symptome & Impfung

Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?

Auch wenn die seit 2009 bestehende Variante der Schweinegrippe sich zunächst unerbittlich verbreitete, wird sie von einigen Experten als nicht gefährlicher als der normale Influenzavirus eingeschätzt. Ihre weiteste Verbreitung hatte die Schweinegrippe um den Jahreswechsel 2009/2010 erreicht. Zu Beginn des Jahres 2011 wurde die Schweinegrippe offiziell zur saisonalen Grippe erklärt.

Manche Meinungen gehen davon aus, dass für ernsthafte Verläufe besonders Ältere, Kranke und Kinder gefährdet sind; auch wenn sich im Vergleich zu anderen Varianten auffällig vorrangig junge, gesunde Erwachsene mit Schweinegrippe infizieren. Andere Fachleute dagegen vertreten die Meinung, dass zwar die Ansteckungsgefahr nicht größer ist als bei der gewöhnlichen Grippe, dafür aber das Risiko für einen tödlichen Ausgang.

Solche Vermutungen stehen allerdings im Widerspruch zu den absoluten Zahlen: Während in Deutschland jährlich zwischen 5000 und 15000 Menschen an der saisonalen Grippe sterben, fielen der Schweinegrippe laut dem Robert-Koch-Institut 258 Personen zum Opfer bei 226.000 gemeldeten Schweinegrippe-Fällen zwischen Herbst 2009 und August 2010.

Die Symptome bei Schweinegrippe

Das Spektrum reicht von Fällen ohne Krankheitszeichen bis hin zu einer tödlich endenden Verlaufsform. Die gängigen Symptome der Schweinegrippe wie Fieber, Husten, Erkältungszeichen und Gliederschmerzen sind vergleichbar mit den Symptomen einer normalen Grippe, das heißt die Schweinegrippe lässt sich ohne weitere Blutuntersuchungen nicht erkennen. Zusätzlich können bei der Schweinegrippe noch weitere Symptome wie Erbrechen und Durchfall auftreten.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) bewertet folgende Zeichen als verdächtig für die Schweinegrippe: Fieber und mindestens zwei der Symptome einer akuten Atemwegsinfektion (Schnupfen, verstopfte Nase, Halsschmerzen, Husten, Atemnot), vor allem, wenn sie in mindestens einem der folgenden Zusammenhänge auftreten:

  • nach dem Aufenthalt in einem als Risiko für Schweinegrippe definierten Gebiet,
  • nach direktem Kontakt mit einer Person, die wahrscheinlich oder bestätigt eine Schweinegrippeinfektion hat oder an einer solchen verstorben ist,
  • nach gleichzeitigem Aufenthalt in einem Raum mit bestätigten/m menschlichen Fall/Fällen von Schweinegrippe (z. B. im Flugzeug),
  • bei der Arbeit in einem Labor, in dem Proben auf Schweinegrippevirus getestet werden.

Schutzmaßnahmen gegen die Schweinegrippe

Schweine können geimpft werden, um eine Ansteckung und so eine weitere Übertragung der Schweinegrippe zu vermeiden. Auch für Menschen wurde im Herbst 2009 eine große Impfaktion – die erste Massen-Impfung seit über 40 Jahren – gegen die Schweinegrippe gestartet. Die normale Grippeimpfung war zu jener Zeit wirkungslos gegen die Schweinegrippe. Inzwischen schützt auch der „normale“ Grippeimpfstoff vor der Schweinegrippe.

Da der Erreger über Tröpfchen übertragen wird, wurden bei Ausbruch der Schweinegrippe in Mexiko größere Veranstaltungen abgesagt, Schulen geschlossen und von engem Körperkontakt abgeraten. Diese Maßnahmen sind bei nur vereinzeltem Auftreten von Erkrankungsfällen wie in Deutschland allerdings nicht gerechtfertigt.

Schutzmaßnahmen gegen Viren allgemein

Zum Schutz gegen die Schweinegrippe oder auch gegen die saisonale Grippe gibt es jedoch einige leicht zu befolgende Hygieneregeln. Laut Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sollte generell bei Virengefahr vor allem darauf geachtet werden, dass keine virenbelastete Sekrete in die Atemwege gelangen:

  • Waschen Sie sich häufig die Hände, besonders nach Personenkontakt und wenn Sie Kontakt mit Gegenständen hatten, die von möglicherweise infizierten Personen angefasst wurden (beispielsweise Türgriffe in der Öffentlichkeit). Waschen Sie Ihre Hände auch vor dem Essen und nachdem Sie in die Hände geniest oder gehustet haben.
  • Bleiben Sie möglicherweise infizierten Personen fern.
  • Ebenso sollten Sie bei einer Grippe zu Hause bleiben, um andere Menschen nicht anzustecken.
  • Husten Sie in Ihre Armbeuge statt in die Hand.
  • Fassen Sie möglichst selten Ihre Augen, Nase oder Mund an.

Aktualisiert: 19.09.2017 – Autor: Dagmar Reiche, überarbeitet: Nadja Weber

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