Herpes – Therapie

Frau behandelt Herpes © iStock.com/belchonock

Die einfachen Herpesbläschen an den Lippen sind unangenehm, aber ungefährlich, eine Behandlung des Herpes kann dann selbst erfolgen. Anders sieht es aus, wenn der Befall sehr ausgeprägt ist, die Augen oder Genitalien beteiligt sind oder die Bläschen mit einem starken Krankheitsgefühl einhergehen: Dann ist ein Arztbesuch angeraten. Auch mit Babys oder Kindern mit Bläschen im Mund sollten Sie bald einen Arzt aufsuchen. Wie kann man Herpes schnell wieder loswerden? Tipps zur Therapie mit Medikamenten und Hausmitteln finden Sie im Folgenden.

Therapie von Herpes: Virustatikum

Als Wirkstoffe zur Behandlung von Herpes stehen Aciclovir und Penciclovir zu Verfügung, die als Salbe oder Creme rezeptfrei in der Apotheke erworben werden können. Die Medikamente schleusen einen falschen Baustein in die Herpesviren ein und hemmen damit deren Vermehrung.

Dabei gilt, je früher man mit der Behandlung anfängt, desto besser. Daher sollten Sie bereits bei den ersten Symptomen eines Herpes damit beginnen, die betroffene Stelle mehrmals täglich einzucremen. Ein Antiseptikum kann unterstützend zum Einsatz kommen, wenn sich der Herpes gelblich verfärbt, denn dies kann ein Hinweis sein, dass sich Bakterien auf den Herpesbläschen niedergelassen haben.

Hausmittel gegen Herpes

Die Palette an Hausmitteln, die gegen die Lippenbläschen helfen soll, ist groß: Verschiedenste Substanzen sollen den Juckreiz und die Schmerzen lindern, die Blasen austrocknen und/oder desinfizieren und so die Zeit bis zum Abheilen verkürzen. Allerdings sind die meisten Mittel wissenschaftlich nicht erforscht und was bei dem einen hilft, zeigt bei dem anderen keine Wirkung.

Die folgenden Hausmittel werden häufig empfohlen und können beim ersten Spannungsgefühl aufgetragen werden:

  • Zahnpasta
  • Honig, insbesondere Manuka-Honig
  • Teebaumöl (Vorsicht: Niemals unverdünnt auf die Haut oder direkt auf die Bläschen auftragen!)
  • Propolis
  • Aloe vera
  • Natronpulver
  • Zwiebel
  • Zitronensaft, Schlagsahne
  • ein in ein sauberes Taschentuch geschlagener Eiswürfel, mit dem mehrmals täglich kurz die entsprechende Stelle betupft wird

Was hilft wirklich gegen Herpes?

Bei Versuchen im Labor zeigten sich Schwarze Johannisbeeren sowie Salbei in Kombination mit Rhabarber und Pfefferminze wirksam. Den Praxistest bestanden hat auch die Melisse beziehungsweise Zitronenmelisse: Sie hat sich in mehreren Studien als wirksam erwiesen. Sie hemmt das Eindringen der Herpesviren in die Zelle und behindert damit die Ausbreitung der Infektion; vorbeugend soll sie auch ein neues "Aufblühen" verhindern.

Melissentinktur gegen Herpes

Eine Melissentinktur kann man als fertige Salbe in der Apotheke erwerben, aber auch selbst eine Melissentinktur zubereiten: 50 Gramm Blätter mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen, nach zehn Minuten abseihen und abkühlen lassen.

Sind bereits Blasen vorhanden, helfen Zinkpaste, Heilerde oder Schwarzer Tee beim Austrocknen; Fettsalben verbessern das Abheilen der Krusten. Auch die Einnahme von Zink wird mitunter empfohlen.

Softlaserbehandlung gegen Herpes

Gute Erfahrungen sind in einer Studie mit der Softlaserbehandlung gemacht worden. Diese ist schmerzlos, wird von einem Experten (zum Beispiel einem Akupunkturarzt) durchgeführt und bietet sich bei Patienten mit häufig wiederkehrenden Attacken von Lippenherpes an. Vermutlich werden durch die Therapie die Immunzellen stimuliert.

Was kann man noch tun?

Neben der frühzeitigen Behandlung ist es auch wichtig, die Ansteckung anderer und die Ausbreitung zu verhindern sowie das Immunsystem zu stärken:

  1. Verzichten Sie einige Zeit aufs Küssen oder die gemeinsame Nutzung von Geschirr, Handtüchern, Lippenstiften oder Servietten.
  2. Achten Sie darauf, dass die Infektion nicht durch die Finger, durch Verschmieren der Salbe oder durch Lippenlecken an noch gesunde Bereiche übertragen wird.
  3. Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte durch ausreichend Schlaf und eine gesunde Ernährung.
  4. Verwenden Sie einen Lippenpflegestift mit Lichtschutzfaktor, um die Haut von Sonneneinwirkung zu schützen.
ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
B00

Aktualisiert: 21.07.2020 - Autor: Dagmar Reiche; überarbeitet: Silke Hamann

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