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Hib – Für Kleinkinder lebensgefährlich

Vor allem Babys und Kleinkinder sind von Hib betroffen © rawpixel

Es beginnt mit einem fieberhaften Infekt im Nasen-Rachen-Raum. Doch schon innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen kann hohes Fieber entstehen. Der Infekt kann eine Nebenhöhlenentzündung, eine Lungenentzündung, sogar eine Hirnhaut- oder Kehlkopfentzündung hervorrufen. Auslöser ist das rundliche Stäbchen-Bakterium Haemophilus Influenzae Typ b.

Säuglinge und kleine Kinder betroffen

Trotz des Namens Influenza handelt es sich bei Hib jedoch nicht um eine Virusgrippe, sondern um eine bakterielle Infektion. Der Hib-Erreger lebt ausschließlich in menschlichen Schleimhäuten der Nase, des Rachens und der Luftröhre und wird über Tröpfchen beim Husten oder Niesen oder Kontakt übertragen. 

Das Bakterium Haemophilus Influenzae, und das ist die gute Nachricht, ist in erster Linie ein Erreger, der normalerweise nur bei zusätzlichen begünstigenden Faktoren wie Immunschwäche eine Infektionskrankheit auslöst. Weniger gut: Eine Ausnahme ist der Typ b, der von einer schützenden Kapsel umgeben ist – er ist als Haupterreger der Meningitis und der akuten Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) gefürchtet. Vor allem trifft es Säuglinge und kleine Kinder.

Auswirkungen von Haemophilus Influenzae Typ b

Aus noch unbekannten Gründen dringt das Bakterium manchmal durch die Schleimhaut in den Körper ein. Ärzte bezeichnen das als invasive Infektion. Je nachdem wo das Bakterium in den Körper eingedrungen ist, verursacht es verschiedene Infektionskrankheiten. Nach einer Information der Stiftung Pädiatrie sind vor allem Säuglinge, deren Immunsystem für kapseltragende Bakterien praktisch noch blind ist, sowie Kleinkinder gefährdet.

Bei einer Epiglottitis hat der Patient zunächst eine normale Erkältung, die durch Viren verursacht wird. Die Haemophilus influenzae-Bakterien nutzen das geschwächte Immunsystem und gelangen vom im Rachen in den Körper und breiten sich dort aus. Die Krankheit beginnt plötzlich mit Fieber, Halsschmerzen mit eitriger Mandelentzündung und Atemnot. Durch das extrem starke und rasche Anschwellen der oberen Atemwege kann es sehr bald zur lebensbedrohlichen Luftnot bis hin zum Ersticken kommen, die bei jedem vierten betroffenen Kind zum Tod führt. Behandelt wird mit Intubation oder Kehldeckelschnitt; künstlicher Beatmung und Antibiotika.

Der Erreger kann sogar ins Blut gelangen, auch im Rahmen einer harmlosen Virusinfektion der Atemwege. Auf dem Blutweg gelangt es an unterschiedliche Stellen im Körper und kann sich dann entweder in den Hirnhäuten oder in den Knochen und Gelenken ansiedeln. Bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis) sind Fieber, Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen die Hauptsymptome. Dann wird das ganze Zentralnervensystem von der Krankheit erfasst. Wenn der Nacken eines Kindes steif wird, ist die Hirnhautentzündung schon ziemlich weit fortgeschritten. Es muss sofort mit Antibiotika behandelt werden, dennoch sterben circa fünf Prozent der betroffenen Kinder. Etwa drei Prozent der Kinder, die wieder gesund werden, behalten bleibende Schäden zurück: Das kann ein Verlust des Hörvermögens sein oder eine Epilepsie.

Auch die großen Gelenke wie Knie- oder Hüftgelenke können betroffen sein – eine akute Arthritis bedeutet gerötete, geschwollene Gelenke, die heiß sind und nicht mehr gut bewegt werde können und schmerzen. Sogar Knochen und Knochenmark sind betroffen – das nennen Mediziner Osteomyelitis. Zunächst weisen nur Fieber, schwere Krankheit und Schüttelfrost auf die Entzündung hin. Später rötet sich dann der entzündete Bereich auch äußerlich, schwillt an und schmerzt. Für eine eindeutige Diagnose wird in der Regel der Knochen geröntgt. Behandelt wird wiederum mit Antibiotika, ja nach Krankheitsverlauf muss auch operiert werden. Knochen- und Gelenkentzündung können auch bei frühzeitig begonnener Behandlung mit Antibiotika unter anderem Wachstumsstörung des Knochens hinterlassen, ein Gelenk kann zerstört oder für immer steif werden.

Aktualisiert: 14.11.2017 – Autor: bo

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