Wurmerkrankungen – Es kann jeden treffen

Sommerzeit ist Beerenzeit – auf frische Erdbeeren und Johannisbeeren freut sich jeder. Doch für das bloße Auge unsichtbare Gefahren in Form von Eiern des Fuchsbandwurmes können den Genuss frischer Früchte trüben. Und Hunde- und Katzenbesitzer sollten, was Wurmerkrankungen angeht, besonders vorsichtig sein.

Würmer als Parasiten

Helminthen, so lautet der Fachausdruck für Würmer. Spulwürmer, Bandwürmer, Hakenwürmer, Madenwürmer, sie und viele andere leben in ihrer eigenen Welt – meist als Parasiten im Darm anderer Lebewesen wie Hund und Katze – und im Menschen, dort in ganz unterschiedlichen Organen wie Lunge oder Leber. Zwei Milliarden Menschen weltweit sind von Haken-, Peitschen- und Spulwürmern befallen. Der häufigste Darmwurm, der Spulwurm, kommt überall auf der Welt vor. Man schätzt, dass weltweit etwa jeder vierte Mensch Spulwürmer hat.

Die Infektion erfolgt durch Wurmeier oder ihren Larven, die Maden. Sie können sich im menschlichen Organismus zu fortpflanzungsfähigen Parasiten entwickeln, die wiederum Eier legen und sich vermehren. Mit dem Stuhl werden Würmer, Wurmteile oder Eier ausgeschieden. In unseren nördlichen Breiten spielt besonders der Madenwurm eine Rolle.

Madenwürmer bei Kindern häufig

Die relativ harmlosen Madenwurm-Infektionen befallen meist kleine Kinder, weil sie alles Mögliche anfassen und sich selten freiwillig die Hände waschen. Die bis einen Zentimeter langen, weißen Madenwürmer besiedeln Dünn- und Teile des Dickdarms. Nachts verlassen die Weibchen den Darm zur Eiablage, das führt zum Juckreiz am After, verbunden mit Hautrötung und Kratzspuren. Nach dem Kratzen können die Eier erneut in den Mund und in den Darm gelangen. Gelegentlich treten Darmentzündungen auf, nach einiger Zeit wirkt das Kind blass und hat weniger Appetit.

Besteht der Verdacht auf eine Wurminfektion – zum Beispiel wenn man in den Ausscheidungen weiße Fäden entdeckt -, sollte man zum Arzt, der über eine Kotprobe die Art des Wurmes bestimmen lässt. Meist reicht eine einmalige Medikamenteneinnahme, die sicherheitshalber nach ein bis zwei Wochen wiederholt wird. Familienmitglieder werden meist prophylaktisch mitbehandelt.

Zusätzlich ist Hygiene besonders wichtig: Tägliches Duschen, regelmäßiges Händewaschen, kurze Fingernägel und frische Bettwäsche während der Therapie.

Wurminfektion schützt vor Neurodermitis

Interessant ist in diesem Zusammenhang noch eine Mitteilung des Robert-Koch-Instituts: Ein Zuviel an Hygiene bei Kindern schwächt das Immunsystem: Wenn Kinder beispielsweise eine Wurminfektionen durchgemacht haben, kommt es ähnlich wie bei vielen Neurodermitispatienten zu einer Erhöhung des Immunglobulin E (IgE), das man aus dem Blut bestimmen kann. Man nimmt an, dass das IgE nun – nach Verbesserung der hygienischen Bedingungen in den westlichen Ländern – quasi "fehlgeleitet" sein könnte.

Weitere Unterstützung bekommt die "Hygienehypothese" dadurch, dass Kinder, die auf Bauernhöfen leben, seltener an Neurodermitis leiden. Bei diesen Kindern werden tatsächlich häufiger Wurminfektionen gefunden, die ein erhöhtes IgE bewirken. In einer aktuellen Untersuchung an afrikanischen Kindern hatten Kinder mit einer durchgemachten Wurminfektion viel seltener Neurodermitis als Kinder, die keine Zeichen einer Wurminfektion aufwiesen.

Aktualisiert: 09.03.2017 – Autor: bo

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?