Bakterien - nicht jeder Keim macht krank

Bakterien © istockphoto, ClaudioVentrella

Wenn man das Wort Bakterien hört, denkt man automatisch an fieberhafte Krankheiten, vereiterte Wunden oder böse Magen-Darm-Infekte. Doch nicht alle Bakterien sind für uns gefährlich - im Gegenteil: Viele Bakterienarten schützen uns vor ihren bösen Verwandten, helfen uns bei der Immunabwehr oder produzieren wichtige Vitamine. Bakterien sind kleine Lebewesen, die aus nur einer Zelle bestehen und deren Erbmaterial anders als beim Menschen nicht in einem Zellkern liegt, sondern frei in der Zelle umherschwimmt. Bakterien vermehren sich, in dem sie einfach die Zelle teilen, einige von ihnen können ihre Form wechseln und als Sporen trotz ungünstiger Bedingungen viele Jahre überleben.

Bakterienarten

Man geht davon aus, dass über 90 Prozent aller Bakterienarten immer noch unerforscht sind, obwohl in den letzten dreihundert Jahren mehr als 10.000 Bakterien genau beschrieben und erforscht worden sind. Bakterien werden nach bestimmten Merkmalen in hochwissenschaftliche Kategorien eingeteilt - doch daneben gibt es eine einfache Einteilung nach ihrer äußeren Form: Kugelförmige Bakterien nennt man Kokken, stäbchenförmige nennt man Stäbchen.

Das Verhältnis zwischen Bakterien und Menschen

Ein Bakterium kann man, je nachdem ob es "Freund" oder "Feind" des Menschen ist, als

  • Symbiont
  • Kommensale
  • Parasit

bezeichnen.

Ein symbiontisches Verhältnis liegt dann vor, wenn beide, also Mensch und Bakterium, einen Nutzen aus der Anwesenheit des anderen ziehen. Dieser Nutzen kann z.B. darin bestehen, dass der eine Organismus Nährstoffe für den anderen bereitstellt und dafür vor Feinden verteidigt wird.

Wenn ein Organismus wie der Mensch weder Vorteile noch Nachteile durch die Existenz eines Bakteriums hat, das sich aber auf seine Kosten ernährt, z.B. von nicht verwertbarer Nahrung oder Abfall, der bei der Verdauung anfällt, wird das Bakterium als Kommensale bezeichnet. Viele Bakterien, die auf oder in uns leben, sind Symbionten oder Kommensalen und bilden die normale Bakterienflora von Haut, Mundschleimhaut, Darm oder Scheide.

Parasiten sind Lebewesen, die einen anderen Organismus zum Überleben benötigen - seine Anwesenheit löst Krankheiten aus. Neben Bakterien sind Würmer, Pilze und viele weitere Lebensformen Parasiten des Menschen und für Krankheiten verantwortlich.

Wo machen sich Bakterien nützlich?

Bakterien spielen in vielen Bereichen eine wichtige Rolle. In den Meeren bilden sie zusammen mit den Algen das Plankton, im Erdboden sind sie an der Produktion von pflanzlichen Nährstoffen beteiligt.

Vom Menschen werden Bakterien bei der Reinigung von Abwasser und der Zersetzung von Abfall eingesetzt. Mit biotechnischen Methoden werden mithilfe einiger Arten Antibiotika und Enzyme hergestellt, also haben Bakterien auch einen festen Platz in Bio- und Gentechnik.

Bakterien leben als Symbionten und Kommensalen auf und im Menschen und übernehmen als Bakterienflora wichtige Funktionen der Immunabwehr und in der Nährstoffversorgung.

In Lebensmitteln oder Arzneimitteln werden bestimmte Bakterien zugesetzt, um die Darmflora zu verbessern, bestimmte Darmerkrankungen zu behandeln und Allergien oder Neurodermitis vorzubeugen.

Aktualisiert: 21.06.2012 – Autor: Nathalie Blanck

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